Britisches Königshaus: Das ist die royale Familie

Die Briten lieben ihre Monarchie. Allen voran liebten sie Queen Elizabeth II., die jedoch am 8. September 2022 im Alter von 96 Jahren verstorben ist. Ihr Nachfolger ist ihr ältester Sohn Prinz Charles, der sich seit Jahren in Warteposition befand. Er regiert nun als König Charles III. Zu den absoluten Lieblingen der verstorbenen Queen zählten stets Charles' Kinder, Prinz William und Herzogin Kate, mit ihren drei Kindern.

von Britisches Königshaus: Camilla, Charles, die Queen, George, William, Charlotte, Kate und Louis am Balkon © Bild: IMAGO/i Images

Inhaltsverzeichnis:

Wer regiert in Großbritannien?

Am 6. Februar 1952 bestieg Königin Elizabeth II. nach dem Tod ihres Vaters König George VI. den Thron. Die Queen war ganze 7 Jahrzehnte lang Monarchin, im Jahr 2022 feierte sie ihr 70-jähriges Thronjubiläum. Nach ihrem Tod am 8. Dezember 2022 folgt ihr ihr ältester Sohn Prinz Charles auf den Thron. Er wird die Monarchie als König Charles III. in eine neue Ära führen. Seine Ehefrau Camilla steht ihm als Queen Consort zur Seite.

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Britisches Königshaus: Queen Elizabeth mit Prinz Philip am Tag ihrer Krönung
© imago images/United Archives International Queen Elizabeth mit ihrem Ehemann Prinz Philip am Tag ihrer Krönung

Die britische Thronfolge

  1. Prinz William (ältester Sohn von König Charles)
  2. Prinz George (1. Kind von William)
  3. Prinzessin Charlotte (2. Kind von William)
  4. Prinz Louis (3. Kind von William)
  5. Prinz Harry (zweitältester Sohn von König Charles)
  6. Archie Harrison Mountbatten-Windsor (Sohn von Prinz Harry)
  7. Lilibet Diana Mountbatten-Windsor (Tochter von Prinz Harry)
  8. Prinz Andrew (zweitältester Sohn der Queen)
  9. Prinzessin Beatrice (älteste Tochter von Andrew)
  10. Sienna Elizabeth Mapelli Mozzi (Tochter von Beatrice)
  11. Prinzessin Eugenie (zweitälteste Tochter von Andrew)
  12. August Philip Hawke Brooksbank (Sohn von Eugenie)
  13. Prinz Edward (drittältester Sohn der Queen)
  14. James Viscount Severn (Sohn von Edward)
  15. Lady Louise Windsor (Tochter von Edward)
  16. Prinzessin Anne (Tochter von Queen Elizabeth)
  17. Peter Philips (Sohn von Anne)
  18. Savannah Philips (1. Tochter von Peter Philips)
  19. Isla Philips (2. Tochter von Peter Philips)
  20. Zara Tindall (Tochter von Anne)
  21. Mia Grace Tindall (älteste Tochter von Zara Tindall
  22. Lena Elizabeth Tindall (zweitälteste Tochter von Zara Tindall)
  23. Lucas Philip Tindall (Sohn von Zara Tindall)

Dies sind die direkten Nachkommen von König Charles III. und Queen Elizabeth II. Die nachfolgenden Plätze in der britischen Thronfolge werden von den Nachkommen von Elizabeths jüngerer Schwester Prinzessin Margaret besetzt. In der Liste befinden sich auch Mitglieder anderer europäischer Königshäuser, wie etwa König Harald von Norwegen, König Carl Gustaf von Schweden oder Königin Margrethe von Dänemark.

Das britische Königshaus und das Volk

Die Windsors geben sich gerne volksnah: Diese Linie hatte bereits die große Königin Victoria vor mehr als 100 Jahren vorgegeben. Als erste Monarchin hatte sie Ereignisse bei Hofe zu öffentlichen Massenveranstaltungen werden lassen. Die Windsors gehen diesen Weg konsequent weiter. Die Queen gab sich bürgerlich-burschikos, jubelte beim Pferderennen, machte Frühstück aus der Tupperdose. "Seht her, wir sind wie Ihr", lautet die Botschaft der Royals ans Volk.

Und die Menschen nehmen es dankbar auf. Eine königliche Familie, die für ihre Untertanen greifbar nah erscheint, deren Leiden, Schicksale und Freudentage auch der Arbeiter auf der Bohrinsel oder die Krankenschwester in der Klinik teilen kann. Die aber dennoch für viele Briten Würde und gelebte Werte wie Kontinuität und Fleiß vermittelt.

Britisches Königshaus: Wilde 90er-Jahre

Nach den Tiefs der 1990er-Jahre mit dem Rosenkrieg von Charles und Prinzessin Diana, und deren tragischem Unfalltod 1997, sind die Windsors heute so beliebt wie selten zuvor. Entschiedene Monarchie-Kritiker gibt es nur wenige. Selbst, wer sich nicht mit dem Königshaus identifizieren kann, argumentiert doch, dass die Royals gut für Tourismus und Wirtschaft sind.

Diana und Charles mit ihren Söhnen Harry und William
© imago/ZUMA Press Diana und Charles mit ihren Söhnen Harry und William

Kate, die Herzogin der Herzen

Herzogin Kate, die neue "Mutter der Nation", passt wie angegossen in dieses filigrane Puzzle aus Moderne und Tradition. Strahlend schön, sportlich, modebewusst, aber dennoch irgendwie bodenständig, aus dem bürgerlichen Haus einer Familie von Selfmade-Millionären - so wurde sie zum Idol der Dreißigjährigen in Großbritannien, zur Lieblingsschwiegertochter und zum Männerschwarm. Für das Königshaus ist sie - und nun auch ihr Kind - der ideale Link zum Bürgertum.

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Prinz William und Herzogin Kate
© Getty/AFP/SAEED KHAN Charles und Diana bei ihrer Hochzeit.

Traumehen und Katastrophen

Charles und Diana, Prinz Andrew und Sarah Ferguson alias Fergie, Prinzessin Anne und Mark Philips: Die Scheidungsrate der Kinder der Queen ist hoch. Queen-Enkel Prinz William und seine Kate aber wirken fast langweilig harmonisch. So viel Harmonie die beiden ausstrahlen, so turbulent verliefen die Beziehungen in der Generation zuvor: Die Ehe von Williams Eltern Charles und Diana ging ebenso in die Brüche wie die Ehen von Charles' Geschwistern. Prinz Andrew und seine Frau Sarah Ferguson ließen sich 1996 scheiden. Anne hatte sich 1992 von ihrem Mann Mark Phillips geschieden.

Elizabeth und Philip

"The Queen is not amused", in etwa: Der Königin missfällt das, war ein oft zitierter Satz im Zusammenhang mit Europas dienstältester Königin Elisabeth II. Auch wenn sie als streng, kritisch und leicht unterkühlt galt - über Prinz Philip Mountbatten war sie schon als Teenager "very amused". Später heiratete sie ihren Jugendschwarm. Über 70 Jahre lang war er der Mann an ihrer Seite, selbst wenn er mit seinen staubtrockenen Kommentaren kaum ein Fettnäpfchen ausließ. Als Geheimnis einer langen Ehe nannte er: unterschiedliche Interessen behalten.

Charles und Diana

Die Traumhochzeit von Thronfolger Charles mit der Kindergärtnerin Diana Spencer, später bekannt als Prinzessin Diana, ist im Juli 1981 ein Ereignis für Millionen. Was die junge Braut damals nicht ahnt: Es wird eine Ehe zu dritt. Denn Charles pflegt gegenüber seiner großen Liebe Camilla Parker-Bowles - heute Queen Consort Camilla - mehr als nur Freundschaft. Charles und Dianas Ehe endet in einem Desaster und einem öffentlichen Rosenkrieg. Nach der Scheidung 1996 stirbt Diana ein Jahr später bei einem Autounfall in Paris. Charles heiratet 2005 die Liebe seines Lebens - Camilla.

Affären, Bekannte und Freunde - Prinzessin Diana und ihre Männer

Charles und Diana bei ihrer Hochzeit.
© APA/EPA Charles und Diana bei ihrer Hochzeit.
Prinz Charles und Camilla Koala
© Getty Images Charles und seine Camilla

Prinz Harry und Herzogin Meghan sind raus

Deutlich später als sein älterer Bruder Prinz William, der sich bereits während des Studiums in seine heutige Ehefrau Kate verliebte, hat auch Prinz Harry die "Frau fürs Leben" gefunden. Im Mai 2018 heiratete er die ehemalige Schaupspielerin Meghan Markle, bekannt aus der TV-Serie "Suits". Seit der Hochzeit ist sie Herzogin Meghan von Sussex.

Meghan und Harry
© IMAGO/PPE Meghan und Harry

Das Paar hat dem britischen Königshaus inzwischen den Rücken gekehrt und lebt mit den beiden Kindern Archie Harrison und Lilibet Diana in Kalifornien. Der Rücktritt von den royalen Pflichten, der im Februar 2021 endgültig vollzogen wurde, wird auch als "Megxit" bezeichnet. Ähnlich wie beim Brexit war eine einjährige Übergangsphase vereinbart worden. "Obwohl alle traurig über ihre Entscheidung sind, bleiben der Herzog und die Herzogin sehr geliebte Mitglieder der Familie", hielt das britische Königshaus abschließend fest.

Das Vermögen der britischen Royals

Das geschätzte Vermögen des Regenten beläuft sich auf etwa 435 Millionen Euro. Die Kosten für das Königshaus werden von den Steuerzahlern getragen. Der Monarch muss seine Ausgaben aus einem jährlichen Staatszuschuss von rund 30 Millionen Pfund (35,37 Mio. Euro) vor einem Parlamentsausschuss offenlegen.

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Als Wirtschaftsfaktor bringt das Familienunternehmen Windsor dem Staat jährlich Einnahmen von bis zu 2,3 Milliarden Euro. Als stärkste weltweite Botschafterin ihres Landes gilt ohnehin die Queen höchstselbst. Branchenexperten der "Financial Times" schätzten den Wert ihrer "Marke" im Jahr 2021 auf 30 Milliarden Euro.

Buckingham Palace in London
© AFP/Getty Images Sitz der britischen Royals: Der Buckingham Palace

Die politische Macht der Windsors

Nach allgemeinem Verständnis mischt sich der britische Regent nicht in die Tagespolitik ein, die "königliche Zustimmung" gilt bei Gesetzen aber als Formalität. Ausnahme stellen nur Gesetze dar, die in den persönlichen Besitz des Königshauses hineinreichen, etwa in den Herzogtümern Lancaster und Cornwall. In solchen Fällen kann etwa auch der Thronfolger. Ein Veto hat der König auch bei Gesetzen, die die traditionellen Prärogativrechte des Monarchen berühren, darunter das Recht, Premierminister.innen zu ernennen und Kriegseinsätze zu autorisieren.

Britisches Königshaus: Zukunft ist gesichert

Auch wenn einige sich darüber aufregen, dass der Palast jedes Jahr mit etlichen Millionen Pfund Steuergeldern gesponsert wird: Republikanische Tendenzen haben derzeit nicht nur auf der Insel keine Chance. Die Monarchie ist mit der Demokratie längst so verwoben, dass beide nicht mehr voneinander zu trennen sind. Auch in den Commonwealth-Staaten von Australien bis Tuvalu, in denen die Queen noch Staatsoberhaupt war, tun sich Anti-Royalisten schwer. Der Commonwealth hatte für Queen Elizabeth stets eine besondere Bedeutung gehabt. Wie es unter König Charles III. weitergehen wird, ist aber noch nicht klar.

Die Chancen stehen derzeit hervorragend, dass die Monarchie mit einem gekonnten Mix aus Moderne und Althergebrachtem auch noch dann hoch im Kurs steht, wenn Prinz George einmal König ist. Derzeit sieht sich in Großbritannien eine klare Mehrheit als Monarchisten. Mit William und George ist die Thronfolge zudem auf Generationen hinaus abgesichert.

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