Prinzessin Ingrid Alexandra: Sie wird Norwegens Königin

Alle Blicke sind in Norwegen auf Prinzessin Ingrid Alexandra gerichtet, schließlich wird sie eines Tages Königin des Landes. Zunächst ist aber ihr Vater Kronprinz Haakon an der Reihe, der als Thronfolger des norwegischen Königshauses seinem Vater König Harald nachfolgen wird.

von Prinzessin Ingrid Alexandra: Sie wird Norwegens Königin © Bild: Terje Pedersen / NTB Scanpix / AFP/apa

Steckbrief Ingrid Alexandra

  • Geburtsdatum: 21. Jänner 2004
  • Geburtsort: Oslo, Norwegen
  • Voller Name: Prinzessin Ingrid Alexandra von Norwegen
  • Sternzeichen: Wassermann
  • Eltern: Kronprinz Haakon und Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen
  • Geschwister: Prinz Sverre Magnus von Norwegen (*2005), Marius Borg Høiby (* 1997, Halbbruder)
  • Beziehungsstatus: Ledig

Groß war die Freude in der Königsfamilie als auch im ganzen Land, als die kleine Prinzessin Ingrid Alexandra am 21. Januar 2004 im Rikshospitalet in Oslo zur Welt kam. Der blonde Nachwuchs war das erste Kind von Mette-Marit und Haakon. Mette-Marit brachte zuvor ihren unehelichen Sohn Marius Borg Høiby, der 1997 geboren wurde, mit in die Ehe.

© Lise Åserud / NTB Scanpix / AFP/apa Prinzessin Ingrid Alexandra von Norwegen

Am 3. Dezember 2005 erblickte Ingrid Alexandras kleiner Bruder Sverre Magnus das Licht der Welt und machte die königliche Familie komplett. Ihr Name ist gleich drei Personen gewidmet: Mit ihrem ersten Vornamen wurde sie nach Mette-Marits Großmutter sowie der einstigen Königin Ingrid von Dänemark († 2000) benannt. Ihr zweiter Vorname Alexandra sollte König Olav V. von Norwegen († 1991) ehren, der zuvor Prinz Alexander von Dänemark hieß.

Eine ganz schön königliche Familie

Ingrid Alexandras Taufe fand im April 2004 im Königspalast statt und war ein großes Spektakel mit hohen königlichen Gästen aus ganz Europa. Die Prinzessin hatte nicht nur einen, sondern gleich sechs Paten, und zwar niemand geringeren als ihren Großvater König Harald, den Kronprinzen Frederik von Dänemark, Kronprinzessin Victoria von Schweden, König Felipe von Spanien (damals noch Kronprinz), ihre Tante Prinzessin Märtha Louise sowie ihre Großmutter mütterlicherseits Marit Tjessem

Blaues Blut haben aber nicht beide ihrer Elternteile. Ingrid Alexandras Mutter Mette-Marit ist nämlich eigentlich ein bürgerliches Mädchen, das im idyllischen Kristiansand aufwuchs. Kronprinzessin Mette-Marit ist die Tochter des Verlegers und Journalisten Sven O. Høiby und der Bankkauffrau Marit Tjessem. Mette-Marit lernte ihren Ehemann 1999 auf einem Musikfestival in Kristiansand kennen. Sie war damals Kellnerin und bereits Mutter des zweijährigen Marius Borg Høiby. Die beiden heirateten schließlich drei Jahre vor Ingrid Alexandras Geburt am 25. August 2001 im Osloer Dom.

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Ingrid Alexandras bodenständige Erziehung

Ihre Eltern wünschten sich für die drei Geschwister stets eine bodenständige Erziehung. Während der luxuriösen Familienreisen um die Welt genoss Ingrid Alexandra zusammen mit ihren Brüdern gewiss die Vorzüge des adligen Status, im Alltag sollte es aber geerdeter zugehen. Die Kinder wuchsen auf dem Königsgut Skaugum in Asker auf und besuchten dort die örtliche bürgerliche Grundschule. Das war für Mette-Marit und Haakon ein willkommener Anlass, um ihre Volksnähe unter Beweis zu stellen. Im Haus der Königsfamilie war außerdem immer eine Menge los: Prinz Haakon spielte gerne auf der Gitarre, Halbbruder Marius saß oft am Klavier und die Hunde tummelten sich im Garten – auf dem norwegischen Königsgut ging es stets turbulent zu. Die Familie ist außerdem für ihre Vertrautheit untereinander bekannt. Ingrid Alexandra pflegt beispielsweise ein äußerst gutes Verhältnis mit ihrer Großmutter Königin Sonja.

© Lise Åserud / NTB Scanpix / AFP/apa Mette-Marit und Haakon mit ihren Kindern Ingrid Alexandra und Sverre Magnus

Vorzeigeschülerin mit großen Plänen

Ab dem Schuljahr 2014/15 wechselte Ingrid Alexandra auf die private International School in Oslo, um im englischsprachigen Unterricht die Sprache fließend zu lernen. Die gymnasiale Oberstufe besuchte die Prinzessin ab Herbst 2020 an der Elvebakken Videregående Skole in Oslo. Die Königsfamilie freute sich besonders auf diesen Abschnitt in ihrem Leben, da die Schule einen guten Ruf für ihre Kreativität genießt. Auf der Schule war bereits ihre Großmutter Königin Sonja Schülerin. Dort hat Ingrid Alexandra die Möglichkeit, sich auf eine Fächerkombination ihrer Wahl zu konzentrieren, um sich somit optimal auf ihr nachfolgendes Studium vorzubereiten. Es scheint also, dass die Thronanwärterin noch große Pläne für die Zukunft fern vom Königshaus hat.
Dem norwegischen Rundfunk teilte die Schulleiterin Camilla Hauren Leirvik mit, dass Ingrid Alexandra sich auf ein Umfeld freut, in dem sie ihren Mitschülern gleichgestellt ist.

Prinzessin Ingrid Alexandra darf Königin werden

Schicke Fotoshootings mit der ganzen Familie sind nur eine der vielen Aufgaben, die zum Alltag einer Adelsfamilie gehören. Im zarten Alter von zehn Jahren machte Prinzessin Ingrid Alexandra gegenüber dem norwegischen Rundfunk aber deutlich, dass diese nicht zu ihren Lieblingsaktivitäten gehören. Fürs Posieren fand sie damals klare Worte: "Laaaaangweilig. Da muss man sitzen. Und sitzen. Und sitzen. Und sitzen", berichtete die Stuttgarter Zeitung.

Nicht zuletzt wegen solcher zuckersüßen Aussagen ist die kleine Prinzessin in der norwegischen Bevölkerung so wahnsinnig beliebt. Ingrid Alexandra belegt nach ihrem Vater Haakon den zweiten Platz im Rang der norwegischen Thronfolge, aktuell regiert noch ihr Großvater das Land. Zu verdanken hat sie dieses Anrecht einem relativ neuen Gesetz: Zuvor durften ausschließlich männliche Nachfahren den Thron besteigen, seit 1990 hat nun das älteste Kind der Familie ein Anrecht darauf – das Geschlecht spielt seither keine Rolle mehr.

© Lise Åserud / NTB Scanpix / AFP/apa Die norwegische Krone auf einem Bild. Ingrid Alexandra mit ihrem Vater und ihrem Großvater

Die royalen Aufgaben der Thronanwärterin

Das Anrecht auf den königlichen Thron zieht aber auch einige Verpflichtungen nach sich. Während ihre Brüder eine recht sorglose Kindheit genießen konnten, musste Prinzessin Ingrid Alexandra regelmäßig öffentliche Auftritte wahrnehmen. Bereits im Alter von nur acht Jahren gab sie zusammen mit ihrem Vater ein Interview im norwegischen Fernsehen. Ziel war es, Aufmerksamkeit für die Environmental Agents, eine Umweltorganisation für Kinder, zu generieren.

Zu ihren Aufgaben gehörte außerdem die Teilnahme an der Eröffnungsfeier der Olympischen Jugendolympiade 2016 – Ingrid Alexandra war dafür verantwortlich, den Kessel anzuzünden. Im selben Jahr eröffnete sie außerdem den „Princess Ingrid Alexandra Sculpture Park“, der mit Skulpturen für Kinder ausgestellt wurde. Die Skulpturen wurden auch von Kindern selbst gefertigt, Ingrid Alexandra bestimmte höchstpersönlich ausgewählte Werke für den Park.

Besonders wichtig ist schließlich der norwegische Nationalfeiertag am 17. Mai: An diesem Tag muss Ingrid Alexandra jedes Jahr den traditionellen Kinderumzug vom Balkon des Königsschlosses begrüßen.

Ingrid Alexandra ist eine der wenigen Repräsentanten

Prinzessin Ingrid Alexandra wird trotz ihres jungen Alters immer weiter in den Vordergrund rücken. Grund dafür ist, dass neben ihrem Vater Prinz Haakon nur wenige Repräsentanten in der norwegischen Königsfamilie verblieben sind. Ihre Großeltern haben schon die 80 überschritten, ihr Halbbruder Marius hat sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und war nie offizielles Mitglied der Königsfamilie und ihre Tante Prinzessin Märtha Louise sorgt als Verlobte eines amerikanischen Schamanen für Schlagzeilen. Schließlich bekam ihre Mutter Mette-Marit eine erschreckende Diagnose im Jahr 2018: Sie leidet an einer chronischen Lungenfibrose und kann aus diesem Grund nicht alle Termine wahrnehmen. Die Krankheit bringe Erschöpfung und lässt sie manchmal nur schwer atmen.

© APA/AFP/NTB Scanpix/Lise ASERUD

Trotz der wachsenden Verantwortung und Aufgabenliste hat Prinzessin Ingrid Alexandra aber noch alle Zeit der Welt, bevor sie das Gesicht Norwegens wird. Zunächst muss erst ihr Vater den Thron besteigen und sie kann sich noch auf ihre schulische Ausbildung konzentrieren.

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