Wer ist Prinz Edward?

Prinz Edward ist der jüngste Sohn von Queen Elizabeth II. und steht oft im Schatten seiner älteren Geschwister. Als farblos und unscheinbar wird er oft beschrieben. Dabei führt er ein beschauliches Leben abseits der royalen Skandale - trat dabei aber mal gerne ins Fettnäpfchen. Und seine Tochter soll der Lieblingsenkel der Queen sein.

von Prinz Edward © Bild: Dan Mullan/Getty Images

Steckbrief

Prinz Edward mit seiner Mutter, Queen Elizabeth II.
© imago/ZUMA Press Prinz Edward in den Armen seiner Mutter, Queen Elizabeth II.

Als Nachzügler kam im März 1964 der jüngste Sohn von Queen Elizabeth II. zur Welt, Prinz Edward. Geboren und aufgewachsen ist er im Buckingham Palace in London. Edward wurde zunächst von einer Gouvernante erzogen und unterrichtet. Ab 1972 ging er an die Heatherdown Preparatory Schule in Ascot, bevor er auf die Privatschule Gordonstoun in Schottland wechselte, die auch schon seine Brüder besuchten. Schon als Kind begeisterte er sich für den Sport. Eines seiner Hobbys ist das Reiten. 1982 war er für zwei Semester als Sportbetreuer für Schüler in Neuseeland tätig. Seinen höchsten Abschluss machte Edward am Jesus College in Cambridge. Dort studierte er Geschichte und erhielt 1986 den Bachelor of Arts (BA).

Prinz Edward 1982
© imago images/PA Images Prinz Edward 1982 in Neuseeland. Dort war er am Wanganui Collegiate School als Sportbetreuer für Schüler tätig.

Kein "Rambo"

Trotz seiner Begeisterung für sportliche Aktivitäten scheiterte Edward an der Offiziersausbildung bei den Royal Marines bereits bei der harten Grundausbildung. Damals sagte Edward gegenüber dem Medien, er sei kein "Rambo". Sein Vater, Prinz Philip, war alles andere als einverstanden mit dem vorzeitigen Abbruch, aber seinen Sohn konnte er nicht umstimmen. Ein kleiner Trost blieb ihm: Seine Mutter ernannte ihn trotz vorzeitiger Beendigung des Militärdienstes im Jahr 1987 zum Ehrenoberst. Auch das Volk nahm keinen Anstoß an der Entscheidung des Prinzen und lobte seine Zivilcourage.

Prinz Edward 1987
© imago images/PA Images Prinz Edward 1987 während der "Windsor Pferde Show"

Edward: "Ich bin nicht schwul"

Nach seinem Militärdienst wollte der junge Edward in der Privatwirtschaft Fuß fassen. Interesse zeigte der jüngste Spross der Queen vor allem am Theaterspielen. Allerdings war ihm hier wieder kein Erfolg beschieden: Anfangs war er in der Theaterproduktionsfirma der "Really Useful Group" von Andrew Lloyd Webber tätig, wobei seine Schauspielkünste von der britischen Presse zerrissen wurden. Besonders getroffen zeigt sich der Prinz davon, dass ihm Spitznahmen wie "Buckingham Barbara" und "Babs Windsor" verpasst wurden. In den Medien wurde wild über seine sexuelle Orientierung spekuliert, bis Edward öffentlich klarstellte: "Ich bin nicht schwul".

Im Jahr 1991 gründete er seine eigene TV-Produktionsfirma namens "Ardent". Die anfangs nicht nicht so schlecht läuft, aber langfristig Verluste schreibt. Schließlich heiratete er im Jahr 1999 die Bürgerliche Sophie Rhys-Jones, von Beruf PR-Managerin. Damit verstummen langsam auch die letzten Stimmen, die über etwaige sexuelle Neigungen des Prinzen spekulierten.

Prinz Edward und Sophie Hochzeit
© imago images / teutopress Die Hochzeit von Prinz Edward und Sophie im Jahr 1999

Das glückliche Paar lebt rund drei Jahre lang skandalfrei. Leider beweisen dann beide zur selben Zeit ein unglückliches Händchen für royale Fettnäpfchen. Da die TV-Produktionsfirma von Edward immer mehr in die roten Zahlen schlittert, dreht das Unternehmen zunehmend Filme über die Königsfamilie, um daraus Kapital zu schlagen. Das Verhältnis zu seinem Bruder Charles - die beiden trennen 15 Jahre - soll von jeher nicht das Beste gewesen sein. 2001 eskalierte die Situation allerdings: Damals hatte Prinz Charles die Presse gebeten, Prinz William während seiner Zeit als Student nicht privat aufzunehmen oder nachzustellen und diese hielt sich an das königliche Gebot. Prinz Edward beauftragte dennoch ein Kamerateam seiner Produktionsfirma, um heimlich seinen Neffen zu filmen. Als Prinz Charles das erfuhr, soll er seinen Bruder am Telefon als Idiot beschimpft haben.

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Im selben Jahr sorgte auch Edwards Ehe Frau Sophie, die Gräfin von Wessex, für einen handfesten Skandal. Sie plauderte gegenüber einem als Scheich getarnten Reporter Geheimnisse über das britische Könighaus aus und verunglimpfte Politiker des Landes. Die Affäre wurde unter dem Namen "Sophiegate" bekannt. Letztendlich mussten sich der damalige Premier Tony Blair und die Queen einschalten, um wieder für Ordnung zu sorgen. Sophie bemüht sich daraufhin, ihren Fehler auszumerzen und Fettnäpfchen: Als Sophie ihren Fehler auszumerzen versucht, passiert ihr gleich der nächste Fauxpas: Sie erklärt gegenüber der Boulevardpresse, dass ihr Edward gar nicht schwul sei. Der ganze Skandal löste kurzzeitig eine Ehekrise aus.

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Prinz Edward und Prinzessin Sophie im Jahr 2000
© imago/localpic Prinz Edward und Sophie im Jahr 2000

Am Ende überstand die Ehe von Prinz Edward diese Krise und ging gestärkt daraus hervor. 2003 kam die gemeinsame Tochter Louise Mountbatten-Windsor zur Welt und vier Jahre später wurde ihr Sohn James geboren. Seitdem lebt das royale Paar ein eher zurückgezogenes, ruhiges und skandalfreies Leben: Prinz Edwards Aufgabe besteht vor allem darin, offizielle Termine für die königliche Familie wahrzunehmen wie etwa 2013 als Vertreter der britischen Royals bei der Hochzeit von Madeleine von Schweden. Außerdem steht er zahlreichen gemeinnützigen Organisationen vor.

Prinz Edward, Gräfin Sophie und ihre Kinder
© imago images / PA Images Prinz Edward (re.) mit seiner Frau Sophie und seinen Kindern Louise (li.) und James (re.)