"Gemeinsam für Wien" von

"Würde mit Strache koalieren"

Spitzenkandidat der Migranten-Liste spricht erstmals über Details des Wahlprogramms

Turgay Taskiran © Bild: News/Matt Observe

Der Spitzenkandidat der türkisch dominierten Liste „Gemeinsam für Wien“, Turgay Taskiran, spricht im Interview mit News erstmals über Details seines Wahlprogramms. Taskiran tritt an, um den Rechtsruck in Österreich zu stoppen, sagt aber auch: „Ich würde mit Strache koalieren“. Taskiran hofft, dass eine Zusammenarbeit mit den Blauen die Vorurteile gegen seine Liste brechen könnte und meint, FPÖ-Chef Strache habe zwar eine harte Schale, aber einen weichen Kern.

Taskiran spricht sich darüber hinaus klar gegen die Homo-Ehe aus. „Für eine richtige Familie gibt es biologische Gegebenheiten“, sagt er. Die gleichgeschlechtliche Partnerschaft würde er aber unterstützen. Im Bildungsbereich plädiert Taskiran für besser durchmischte Klassen: "In Favoriten gibt es Schulen, wo der Anteil der Kinder mit Migrationshin¬tergrund bei fast 100 Prozent liegt. In anderen Schulen sind es fast null Prozent. Das ist kein korrektes Abbild unserer Gesellschaft.“

Mehr Moscheen mit Minarett fordert er für Wien nicht. Derzeit gebe es dafür keinen Bedarf. Wenn sich das ändert, sehe er aber keinen Grund, warum man nicht neue Moscheen bauen sollte.

Taskiran möchte mit seiner Liste alle Bevölkerungsgruppen in Wien repräsentieren. Auf seiner Liste werden daher auch nicht-türkische Kandidaten stehen, ebenso wie alteingesessene Österreicher. Wer genau kandidieren wird, ist aber noch unklar. Als fix gilt, dass auf Platz zwei eine Frau stehen wird - dem Vernehmen nach eine Österreicherin ohne Migrationshintergrund. Taskiran möchte die fertige Liste erst am 4. September präsentieren.

Ein Kandidat steht aber schon jetzt fest: Mustafa Kaymaz wird auf einem der vorderen Listenplätze stehen. Das bestätigt er gegenüber News. Kaymaz steht der türkisch-nationalistischen Milli-Görüs–Bewegung nahe und kandidierte 2010 in Wien Liesing für die SPÖ auf Bezirksebene. Kaymaz bekam 234 Vorzugsstimmen - von den Roten erreichte nur der damalige Bezirksvorsteher mehr. Für ein Mandat reichte es aber trotzdem nicht. Kaymaz war nur auf dem 58. Listenplatz gesetzt und ging daher leer aus.

Das gesamte Interview, in dem Taskiran auch zu seiner Nähe zum türkischen Präsidenten Erdogan Stellung nimmt, lesen Sie im aktuellen News in Ihrem Zeitschriftenhandel oder als E-Paper-Version.

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weit ham ma es bracht, es lebe rot und grün sowie die immer mehr verlorengegangene demokratie

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