Familienzwist von

Plachutta: Lokalverbot
für Heinz-Christian Strache

Gastronom will Schwiegersohn Strache nicht mehr bewirten: "Mich interessiert seine Politik nicht"

Familienzwist - Plachutta: Lokalverbot
für Heinz-Christian Strache © Bild: APA/AFP/Str

Strache, nein danke. Der Rindfleischkönig von Wien, Ewald Plachutta, will seinem Schwiegersohn Heinz-Christian Strache keinen Tisch mehr decken. News über das getrübte Verhältnis zwischen Strache und den Plachuttas.

Ewald Plachutta ist kein Mann der vorschnellen Worte. Gut abgelegen wie butterweicher Tafelspitz, mild abgerundet mit dem Aroma von Apfelkren und Schnittlauchsauce, serviert der Rindfleischkönig von Wien ein Hausgerücht, dessen Düfte sich schon länger durch Wien ziehen: "Ja, es stimmt, dass mein Schwiegersohn und seine Frau nicht mehr in meine Lokale zum Essen kommen."

Das "Hausverbot" wäre freilich nicht diese Zeilen wert, würde es sich bei nämlichem Paar nicht um FP-Chefeinpeitscher Heinz-Christian Strache und dessen wackere Gemahlin Daniela handeln.

Das "Worst Couple" aus der Sicht des geplagten Gastronomen unterwirft sich damit allerhöchster Kasteiung, gibt Strache doch beständig an, bei seiner Lieblingsspeise würde es sich um "jede Art von Rindfleisch" handeln.

Und auch sonst gehen die harten Fakten der Malaise durch Knochenmark und Eisbein: Während Wiens Gourmets dem Ruf des gottobersten Rindfleischkochs folgen wie anständige Muslime jenem des Muezzins, wird Familie Strache nicht einmal zur Beichte vorgelassen. Plachutta, kühl wie abgestandene Rindsuppe: "Ich habe seit der Wiener Wahl noch nicht einmal mit ihm gesprochen. Mich interessiert seine Politik nicht."

Vandalen unerwünscht

Freilich: Ein Auftritt des Pennälers aus der schlagenden Burschenschaft Vandalia (Wahlspruch: "Deutsch, einig, treu - ohne Scheu") könnte so manchem österreichischen Stammgast das Schulterscherzel verleiden. Schwiegervater Ewald: "Ich habe bei mir auch viele Politiker zu Gast: vom Bundespräsidenten Heinz Fischer abwärts ..."

Dass der angeheiratete Filius ohnehin Tafelspitz statt Döner-Kebap präferiert, kann den 65-Jährigen auch nicht mehr mürbe machen: "Ich bin politisch überhaupt nicht geprägt. Wie Sie sich vorstellen können, ist diese Sache für uns alle sehr quälend."

Auch Plachuttas leiblicher Sohn Mario lässt ordentlich Kohldampf in Richtung seiner Schwester ab: "Ich hab die Daniela schon seit fünf Monaten nicht mehr gesehen. Unser Verhältnis ist äußerst getrübt."

Zudem, so der 37-jährige Junior-Chef des Familienimperiums, sei er mit Schwager Strache auch nicht im besten Einvernehmen: "Dass ich als Unternehmer politisch ganz woanders stehe, kann sich ja wohl jeder denken."

"Er ist ja kein Krimineller"

Pardoniert wird der FP-Rabauke lediglich in der Frage der Polit-Ausgrenzung. Ewald, väterlich: "Krimineller ist er ja schließlich keiner."

Wie es überhaupt dazu kam, dass H.-C. Strache in den wohlabgeschmeckten Plachutta-Eintopf kam, ist schnell erklärt: Die nunmehrige Daniela Strache (Leitmotiv: "Ich halte meinem Mann den Rücken frei") wurde im zarten Alter von zweieinhalb Jahren von Ewald als Tochter adoptiert. Sie stammt aus der ersten Ehe von Plachuttas späterer Frau, der leibliche Vater starb früh: "Ich wollte ihr die gleiche Chance geben wie meinem Sohn Mario", sagt der Stiefvater.

Die nunmehr 40-Jährige ehelichte Heinz-Christian Strache 1999, nachdem dieser zuvor jahrlang mit der Tochter des NDP-Recken Norbert Burger liiert war.

Seit dem Wahlerfolg in Wien taucht Daniela Strache, Mutter von vier Kindern, häufiger an der Seite ihres Mannes ins Bad der Öffentlichkeit. "Ich bin eine wilde Hummel", sagt sie und bittet dann um Schonung: "Mein Mann dürfte gar nicht wissen, dass ich mit Ihnen rede."

Der Beitrag erschien ursprünglich in der Printausgabe von News (Nr. 45/2005)

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