Porträt von

Wer ist Philippa Strache?

Porträt - Wer ist Philippa Strache? © Bild: imago/SKATA

Heinz-Christian Strache wurde wieder Papa. Seine Frau Philippa brachte am 1. Jänner 2019 das erste gemeinsame Kind zur Welt. Doch wer ist die Frau an der Seite des Ex-Vizekanzlers eigentlich?

  • Name: Philippa Strache, geb. Beck
  • Geboren: 1. Dezember 1987 in Wien
  • Wohnhaft in: Klosterneuburg
  • Familienstand: verheiratet mit Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache
  • Kinder: Hendrik Strache
  • Ausbildung Matura
  • Beruf: Model (2007 gewann sie einen Schönheitswettbewerb des Magazins "Madonna"), Moderatorin (oe24), Parlamentsmitarbeiterin bei Josef Cap (SPÖ), Mitarbeit im Pressebüro von Frank Stronach, Tierschutzbeauftragte der FPÖ, seit Oktober 2019 "wilde" Abgeordnete im Nationalrat

Anfang Oktober 2018 wurde bekannt, dass Heinz-Christian und Philippa Strache ihr erstes gemeinsames Kind erwarten. Der damalige Vizekanzler zeigte sich via Facebook erfreut über den baldigen Familienzuwachs. Seine Ehefrau war da bereits im sechsten Monat schwanger. Am 1. Jänner 2019 kam der gemeinsame Sohn Hendrik zur Welt.

Vizekanzler Strache nahm sich "Papamonat"

Der Ex-FPÖ-Chef, der aus seiner ersten Ehe mit Daniela Plachutta die Kinder Heidi und Tristan hat, hat sich für das Baby eine politische Auszeit genommen. Strache nahm sich einen "Papamonat", unterstützte seine Frau währenddessen "auf seine Weise", wie Philippa in einem Interview erklärte.

© APA/HERBERT P. OCZERET Heinz-Christian und Philippa Strache beim "Familienfest des Vizekanzlers" am Sonntag

Rechtlich ist für Politiker allerdings keine Karenz vorgesehen. Zuletzt hatte Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) nach der Geburt ihres Sohnes versucht, eine dahin gehende Änderung anzuregen. Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger, die im April ihr drittes Kind bekam, gönnte sich nur eine kurze Pause, die Karenz übernahm ihr Ehemann. Beim Ehepaar Strache sollte die Hauptverantwortung für das Kind bei der Mutter liegen. Philippa, geborene Beck, ist seit Oktober 2016 mit Heinz-Christian Strache verheiratet, aus seinem Kinderwunsch machte das Paar kein Geheimnis.

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Schnelle Hochzeit

Ein Paar wurden sie im Herbst 2015, ihren ersten öffentlichen Auftritt hatten Heinz-Christian Strache und seine Philippa im Jänner 2016 beim Jägerball. Bei der Feier anlässlich des 60. Geburtstags der FPÖ erschien der Parteichef einige Wochen später zusammen mit Mama Marion und Freundin Philippa. Spätestens da war klar: Die Beziehung ist ernst und hat Zukunft. Der damalige FPÖ-Chef machte daher rasch Nägel mit Köpfen, denn schon im Oktober 2016 folgte die Hochzeit.

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Model und Stronach-Pressesprecherin

Philippa ist stolze 18 Jahre jünger als ihr Ehemann, der sich allerdings gerne jugendlich gibt. Die Blondine gewann im Jahr 2007 den "Madonna-Modelcontest". Auch in der Politik war sie kurzfristig tätig, nämlich als Parlamentsmitarbeiterin bei Josef Cap in der SPÖ und später als Pressesprecherin von Frank Stronach. Danach war Philippa Strache als Moderatorin für "oe24.tv" und "FPÖ TV" aktiv.

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Tierschutzbeauftragte der FPÖ

Von Sommer 2018 bis Herbst 2019 war Philippa Strache Tierschutzbeauftragte der FPÖ. In dieser Funktion sprach sie sich strikt gegen eine generelle Leinen- und Beißkorbpflicht aus und widersprach damit dem niederösterreichischem FPÖ-Landesrat Gottfried Waldhäusl.

In ihrer Rolle als Mutter begann für Philippa ein neuer Lebensabschnitt. Längere Zeit zuhause bleiben wollte sie aber nicht. Sie würde "natürlich" relativ schnell in den Job zurückkehren, denn "ich glaube, dass es einem Kind guttut, wenn die Mutter ausgelastet und wenn sie sich gefordert und geschätzt fühlt. Aber mir ist natürlich klar, wie hart es ist, alles unter einen Hut zu bringen, wenn man etwa Alleinerzieherin ist, wie es meine Mutter war", erklärte Philippa Strache in einem "Madonna"-Interview.

Ibiza-Affäre

Die Ibiza-Affäre rund um ihren Mann Heinz-Christian Strache warf Mitte 2019 einen Schatten auf die Familie. Sehr emotional entschuldigte sich der ehemalige FPÖ-Chef nach Auftauchen des Videos öffentlich auch bei seiner Frau. In mehreren Interviews bekräftigte Philippa, dass sie zu ihrem Mann stehe - egal was komme.

Philippa Strache tritt bei Nationalratswahlen an

Indes war für Philippa Strache klar: Sie will auf dem dritten Platz der Wiener FPÖ-Landesliste für die Nationalratswahl 2019 kandidieren. Als Wiener Spitzenkandidatin ging FPÖ-Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch ins Rennen. Auf den zweiten Platz folgte Justizsprecher Harald Stefan. Hinter Philippa Strache folgten der Mandatar Markus Tschank, die Wiener Gemeinderätin Veronika Matiasek, Martin Graf und Hans-Jörg Jenewein.

© APA/HANS KLAUS TECHT Christian Strache mit seiner Frau Philippa bei der Wahlfeier der FPÖ im Rahmen der Nationalratswahl am Sonntag, 15. Oktober 2017, in Wien.

"Sie freut sich, diese große Aufgabe anzunehmen", erzählte der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp - der nach dem Ibiza-Skandal Obmann Strache nachgefolgt ist. Der Platz bedeute ein fixes Mandat: "Dieses Mandat wird sie sehr gut ausfüllen." Zuvor war kolportiert worden, dass die Neo-Kandidatin den zweiten Platz hinter Dagmar Belakowitsch einnehmen solle. Er kenne dies aber auch nur aus den Medien, beteuerte Nepp. Philippa Strache habe sich für den dritten Listenplatz entschieden.

»Sie freut sich, diese große Aufgabe anzunehmen«

Sie solle sich verstärkt den Themen Tierschutz und Familie widmen, sagte Nepp. Ihre Kandidatur und der Verzicht ihres Mannes seien keinesfalls als "Tauschhandel" zu bezeichnen. Einen solchen gebe es nicht. Für die Kandidatin habe einzig und allein ihre Qualifikation gesprochen. Sie habe sich im Bereich Tierschutz bereits ein Netzwerk aufgebaut - und ja auch die Wiener Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) für das Listenhunde-Gesetz kritisiert, so Nepp.

Nationalratsmandat für Philippa

Nach der Nationalratswahl am 29. September 2019 kam dann das große Warten auf die Entscheidung. Bekommt Philippa Strache besagtes Mandat? Und wenn ja, würde sie es annehmen? Zuvor hatte Heinz-Christian Strache angekündigt, dass er sich zur Gänze aus der Politik zurückziehen werde. Er wolle sich um seine Familie kümmern.

Am 9. Oktober war es dann offiziell: Philippa Strache erhält ein Nationalratsmandat. Knapp zwei Wochen spannte sie Österreich mit Entscheidung, ob sie dieses annimmt, auf die Folter, bis sie am 22. Oktober bekanntgab: Sie nimmt das Mandat an und zieht ins Parlament ein. Einen Tag später, am 23. Oktober, folgte schließlich die Angelobung. Damit ist Philippa Strache "wilde" Abgeordnete im Nationalrat. Nicht länger ist sie allerdings Parteimitglied. Noch am Tag der Angelobung schloss die FPÖ hat Philippa aus der Partei aus.