Porträt von

Wer ist
Philippa Strache?

Porträt - Wer ist
Philippa Strache? © Bild: imago/SKATA

Heinz-Christian Strache wurde wieder Papa. Seine Frau Philippa brachte am 1. Jänner 2019 das erste gemeinsame Kind zur Welt. Doch wer ist die Frau an der Seite des Ex-Vizekanzlers eigentlich?

Anfang Oktober wurde bekannt, dass Heinz-Christian und Philippa Strache ihr erstes gemeinsames Kind erwarten. Der damalige Vizekanzler zeigte sich via Facebook erfreut über den baldigen Familienzuwachs. Seine Ehefrau war da bereits im sechsten Monat schwanger, der Geburtstermin sollte um den Jahreswechsel liegen.

Vizekanzler Strache nahm sich "Papamonat"

Der 50-Jährige, der aus seiner ersten Ehe mit Daniela Plachutta die Kinder Heidi (17) und Tristan (15) hat, hat sich für das Baby eine politische Auszeit genommen. Strache nahm sich einen "Papamonat", unterstützte seine Frau währenddessen "auf seine Weise", wie Philippa in einem Interview erklärte.

© APA/HERBERT P. OCZERET Heinz-Christian und Philippa Strache beim "Familienfest des Vizekanzlers" am Sonntag

Rechtlich ist für Politiker allerdings keine Karenz vorgesehen. Zuletzt hatte Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) nach der Geburt ihres Sohnes versucht, eine dahin gehende Änderung anzuregen. Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger, die im April ihr drittes Kind erwartetde, gönnte sich nur eine kurze Pause, die Karenz übernahm ihr Ehemann. Beim Ehepaar Strache wird die Hauptverantwortung für das Kind wohl bei der Mutter liegen. Die 32-jährige Philippa, geborene Beck, ist seit Oktober 2016 mit Heinz-Christian Strache verheiratet, aus seinem Kinderwunsch machte das Paar kein Geheimnis.

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Schnelle Hochzeit

Ein Paar wurden sie im Herbst 2015, ihren ersten öffentlichen Auftritt hatten Heinz-Christian Strache und seine Philippa im Jänner 2016 beim Jägerball. Bei der Feier anlässlich des 60. Geburtstags der FPÖ erschien der Parteichef einige Wochen später zusammen mit Mama Marion und Freundin Philippa. Spätestens da war klar: Die Beziehung ist ernst und hat Zukunft. Der damalige FPÖ-Chef machte daher rasch Nägel mit Köpfen, denn schon im Oktober 2016 folgte die Hochzeit.

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Model und Stronach-Pressesprecherin

Mit ihren 32 Jahren ist Philippa stolze 18 Jahre jünger als ihr Ehemann, der sich allerdings gerne jugendlich gibt. Die Blondine gewann im Jahr 2007 den "Madonna-Modelcontest", auch in der Politik war sie kurzfristig tätig, nämlich als Pressesprecherin von Frank Stronach. Später war Philippa Strache als Moderatorin für "oe24.tv" und "FPÖ TV" aktiv.

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Tierschutzbeauftragte der FPÖ

Seit Sommer 2018 ist Philippa Strache Tierschutzbeauftragte der FPÖ. In dieser Funktion sprach sie sich erst kürzlich strikt gegen eine generelle Leinen- und Beißkorbpflicht aus und widersprach damit dem niederösterreichischem FPÖ-Landesrat Gottfried Waldhäusl.

Philippa Strache bekommt nun einen weiteren "Job". Als Mutter beginnt für die 32-Jährige ein neuer Lebensabschnitt. Längere Zeit zuhause bleiben will die Politiker-Gattin aber nicht. Sie würde "natürlich" relativ schnell in den Job zurückkehren wollen, denn "ich glaube, dass es einem Kind guttut, wenn die Mutter ausgelastet und wenn sie sich gefordert und geschätzt fühlt. Aber mir ist natürlich klar, wie hart es ist, alles unter einen Hut zu bringen, wenn man etwa Alleinerzieherin ist, wie es meine Mutter war", erklärte Philippa Strache vergangenes Jahr in einem "Madonna"-Interview.

Philippa Strache tritt bei Nationalratswahlen an

Philippa Strache wird auf dem dritten Platz der Wiener FPÖ-Landesliste für die kommende Nationalratswahl 2019 kandidieren.

Als Wiener Spitzenkandidatin geht wie erwartet FPÖ-Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch ins Rennen. Auf den zweiten Platz folgt Justizsprecher Harald Stefan. Hinter Philippa Strache folgen der Mandatar Markus Tschank, die Wiener Gemeinderätin Veronika Matiasek, Martin Graf und Hans-Jörg Jenewein.

© APA/HANS KLAUS TECHT Christian Strache mit seiner Frau Philippa bei der Wahlfeier der FPÖ im Rahmen der Nationalratswahl am Sonntag, 15. Oktober 2017, in Wien.

Die Liste sei einstimmig beschlossen worden, versicherte der Wiener FPÖ-Obmann Dominik Nepp nach der Sitzung der Parteigremien, in denen Philippa Straches Kandidatur bei der Nationalratswahl besiegelt wurde. Sie selbst sei nicht anwesend gewesen, berichtete Nepp. Er habe jedoch mit ihr telefoniert.

»Sie freut sich, diese große Aufgabe anzunehmen«

"Sie freut sich, diese große Aufgabe anzunehmen", erzählte der Wiener FPÖ-Chef - der nach dem Ibiza-Skandal Obmann Strache nachgefolgt ist. Der Platz bedeute ein fixes Mandat: "Dieses Mandat wird sie sehr gut ausfüllen." Zuvor war kolportiert worden, dass die Neo-Kandidatin den zweiten Platz hinter Dagmar Belakowitsch einnehmen solle. Er kenne dies aber auch nur aus den Medien, beteuerte Nepp. Philippa Strache habe sich für den dritte Listenplatz entschieden.

Sie soll sich verstärkt den Themen Tierschutz und Familie widmen, sagte Nepp. Ihre Kandidatur und der Verzicht ihres Mannes sei keinesfalls als "Tauschhandel" zu bezeichnen. Einen solchen gebe es nicht. Für die Kandidatin habe einzig und allein ihre Qualifikation gesprochen. Sie habe sich im Bereich Tierschutz bereits ein Netzwerk aufgebaut - und ja auch die Wiener Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) für das Listenhunde-Gesetz kritisiert, so Nepp.