Fakten von

Jörg Haider wäre stolz auf sie

Die FPÖ hat ihr höchstes Ziel in der Inszenierung des Kampfes um die Hofburg erreicht

Julia Ortner © Bild: News/Ian Ehm

Es ist eine Schande. Österreich ist nicht in der Lage, seinen Bundespräsidenten korrekt zu wählen. Die Sitten, die da in unserem Wahlsystem wahrscheinlich schon längst eingerissen sind, gehen über den üblichen heimischen Hang zur Schlamperei wohl weit hinaus, das haben wir jetzt dank der Entscheidung der Verfassungsrichter amtlich.

Die Hüter der Verfassung heben die Wahl von Alexander Van der Bellen zum Bundespräsidenten auf, die Freiheitlichen haben es auf allen Kampflinien geschafft. Wie der dritte Wahlgang zwischen Van der Bellen und Norbert Hofer ausgehen wird, kann im Moment wohl keiner seriös vorhersagen (manche Meinungsforscher werden es ab morgen dennoch tun, keine Sorge); wer es am Ende wird, ist auch gar nicht mehr die größte Frage, so traurig das angesichts des höchsten Amtes im Staat sein mag. Auch für die Freiheitlichen geht es nicht mehr primär darum, ob sie doch noch Bundespräsident werden oder nicht.

Denn die FPÖ Heinz Christian Straches hat ihr höchstes Ziel in der großen Inszenierung des Kampfes um die Hofburg schon erreicht. Sie haben es geschafft, das Vertrauen in den Staat und seine Institutionen grundlegend zu erschüttern – dass jene Wahlbeisitzer, die mit ihrem unkorrekten Verhalten dafür verantwortlich sind, auch teilweise aus ihrer FPÖ kommen, ist da schon egal. Sie haben es geschafft, unsere Demokratie sturmreif zu schießen, die Idee von Jörg Haiders 3. Republik und der Auflösung der sozialpartnerschaftlichen Ordnung im Staat ist ja ohnehin schon teilweise österreichische Realität. Sie haben es geschafft, dass jetzt nichts mehr im politischen Gefüge so sein wird wie zuvor.

Das ist mehr, als ihnen die meisten zugetraut hätten, auch jene, die gerne blaue Umfragewerte auf ihre Titelseiten schreiben. Und mehr, als sich die Freiheitlichen selber zugetraut hätten. All das hätten sie wohl nicht in ihren kühnsten Träumen zu hoffen gewagt. Jörg Haider wär heute sehr stolz auf sie.

Kommentare

Traurig ist vor allem, dass die Justiz vorauseilend gschamster Diener vor den Rechtsrandlern bückelt. Man kann ja nie wissen, eine blaune Machtübernahme mit sämtlichen repressiven Konsequenzen ist leider durchaus möglich.
Bei aller Herumdeuterei wurde das wesentlichste nicht berücksichtigt: es gab keine Manpulationen, die das Ergebnis verändert hätten.

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was für dumme statements diese person macht! also wär es besser, die "schlampereien" einfach zu belassen und zu sagen, war eh nix?? gott welche präpotenz, welche überheblichkeit!die FPÖ hat KEIN ziel erreicht sondern auf MISSSTÄNDE hingewiesen. traurig dass man das überhaupt MUSSTE!!!!!

higgs70
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ja traurig, dass es diese Missstände gab. Traurig auch, dass man darauf nicht schon im ersten Wahldurchgang hingewiesen hat, wo man doch davon wusste. Aber da war Hofer vorne und naja, da hat man diese "Schlampereien" halt belassen und gesagt, war eh nix.
Wahrlich ein Schuft, der dahinter Kalkül und Ziele vermutet!

Sieman Payer

Welche Typen gehen schon in die Politik. Ich würde am Anfang zumindest einen psychologischen Attest vorschlagen und am Ende eine Finanzprüfung wie sie zu ihrem Vermögen gekommen sind.


Ich mag das schelmische Mona Lisa-Lächeln der Frau Ortner. Erst am Ende ihrer Beiträge weiß man, dass dieses auch diesmal berechtigt war. Ihres gegen das imaginäre Haiders.
Aber ganz so schlimm wie sie es sieht, geht es nicht zu im Lande. Und die FPÖ kann man nicht für das Herumschwindeln verantwortlich machen. Die waren so klug es aufzuzeigen+für ihre Zwecke zu
nutzen. Ja, Jörgl würd's freuen

ICH HABE ES JA IMMER GESAGT (UM MICH ZU WIEDERHOLEN) ÖSTERREICH IST EINE BANANENREBUPLIK UND UNSERE POLITIKER SIND DIE BEHAARTEN FREUNDE; DIE SO GERNE BANANEN ESSEN !

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