Neuer FPÖ-Wien-Chef von

Dominik Nepp: Wer ist
der Strache- und Gudenus-Nachfolger?

Er wetterte im Stil seiner Vorgänger gegen türkische Besucher im Türkenschanzpark oder die "linke Willkommenskultur"

Dominik Nepp © Bild: APA/Pfarrhofer

Nachdem nach Bekanntwerden der Ibiza-Affäre sowohl FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache und der geschäftsführende Wiener Obmann Johann Gudenus ihre politischen Ämter niedergelegt haben, fielen gleich zwei freiheitliche Schwergewichter in der Wiener Parteispitze weg. Übernommen hat nun der nichts amtsführende Vizebürgermeister Dominik Nepp. Doch wer ist Nepp eigentlich?

THEMEN:
  • Name: Dominik Nepp
  • Geboren am: 14. Februar 1982 in Wien
  • Amt: designierter Landesparteiobmann der Wiener FPÖ
  • Ausbildung: Master an der FH Campus Wien in "Führung, Politik und Management"
  • Familienstatus: Verheiratet mit Barbara Nepp (ORF-Publikumsrätin), zwei Töchter
  • Sonstiges: Nepp ist Mitglied der schlagenden Burschenschaft Aldania

Zwei Tage wurde noch gemunkelt und gemauschelt, dass der zurückgetretene FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache eventuell doch nicht wirklich alle Ämter zurücklegt und der Wiener Parteispitze erhalten bleibt. Doch daraus wurde nichts. Strache bot in der Vorstandssitzung zwei Tage nach seinem öffentlichen Rücktritt auch hier seinen Rückzug an – und dieser wurde einstimmig angenommen.

Vizebürgermeister ohne Amt

Im selben Atemzug wurde auch der Nachfolger bestimmt: Dominik Nepp ist nun geschäftsführender Obmann der Wiener FPÖ. Der 37-jährige ist seit 2007 Vizebürgermeister ohne Portefeuille. Dieser Posten steht den Blauen laut Stadtverfassung zu, da sie mehr als ein Drittel der Mandate im Stadtparlament besetzen.

Dominik Nepp
© APA/Techt

Relativ unbeschriebenes Blatt

Dass Nepp politisch ein relativ unbeschriebenes Blatt ist, liegt an den Personen, deren Erbe er damals angetreten hat und in deren Schatten er stets stand - also an Strache und dem zuletzt geschäftsführenden Wiener Parteiobmann Johann Gudenus.

Wettern gegen "Willkommenskultur" und "Problemschüler"

Der neue Chef-Blaue in Wien erläutert dies auf seiner Homepage so: "Als unser Wiener Landesparteiobmann HC Strache die FPÖ im Herbst 2017 in die Bundesregierung führte, zum Vizekanzler aufstieg und Johann Gudenus zum geschäftsführenden Klubobmann im Nationalrat berufen wurde, rückte ich in die Position des Wiener Vizebürgermeisters auf." Inhaltlicher Paradigmenwechsel folgte auf diesen Schritt eher keiner: Nepp wetterte im Stil seiner Vorgänger gegen "linke Willkommenspolitik", über türkische Besucher im Türkenschanzpark und forderte Erziehungscamps für "Problemschüler".

Nun wiederholt sich die Geschichte. Nepp folgt erneut auf Strache bzw. Gudenus. Damit ist der Wiener FPÖ-Chef wieder im Rathaus zu finden. Denn Strache übte dieses Amt über Jahre hinweg als Oppositionspolitiker im Parlament bzw. später als Vizekanzler aus.

Schon als Teenager von Politik fasziniert

Dominik Nepp wurde am 14. Februar 1982 in Wien geboren. Er maturierte im Jahr 2000 am Gymnasium Billrothstraße, absolvierte später den Masterlehrgang Führung, Politik und Management an der FH Wien und war als Gesellschafter eines Handelsunternehmen tätig, wie er auf seiner Homepage verrät. Politik habe ihn, so gesteht er dort, schon als Teenager fasziniert.

Tatsächlich übernahm er bereits im Jahr 2000 Funktionen im Ring Freiheitlicher Jugend. 2005 wurde er Bezirksrat in Döbling. Seit 2010 sitzt er im Landtag, der Wechsel an die Klubspitze erfolgte dort 2015. Auch damals folgte er übrigens auf Johann Gudenus, als dieser nach der Wahl 2015 sein Vizebürgermeister-Amt übernahm.

Privates

Nepp ist verheiratet - seine Frau Barbara zog 2018 in den ORF-Stiftungsrat ein - und hat zwei Töchter. Als Lieblingsspeise nennt er "jede Form von Hausmannskost", Lieblingsgetränke sind Schartner Bombe und ein "rescher G'spritzter". "Politik als Beruf" von Max Weber bezeichnet er als sein Lieblingsbuch und er mag auch Filme mit Bud Spencer und Terence Hill.

Nepp führt auch aus, mit welcher Person er gerne sprechen würde. Antwort: "Mohammed, um ihn zu fragen, ob seine Koran-Auslegung auch so intolerant und gewalttätig ist ..."