Porträt von

Wer ist Leonore
Gewessler?

Porträt - Wer ist Leonore
Gewessler? © Bild: APA/ROLAND SCHLAGER

Leonore Gewessler, der Ökoprofi zündet die Karriererakete. Wer ist die Frau, die das "Superministerium" leitet?

  • Name: Leonore Gewessler
  • Geboren am: 15. September 1977 in Graz, Österreich
  • Position: Ministerin für Klimaschutz
  • Ausbildung: Volksschule und Gymnasium in Graz, Bachelorstudium der Politikwissenschaft in Wien.
  • Partei: Die Grünen
  • Familienstand: Verheiratet
  • Kinder: keine

Die Grüne Leonore Gewessler legt einen geradezu raketenhaften Aufstieg in Österreichs Politiklandschaft hin. Bis vor kurzem war die 42-Jährige nur Insidern bekannt, nun bekommt sie mit dem Klimaschutzministeriums die Zügel eines der zentralsten Ressorts der türkis-grünen Bundesregierung in die Hand. Gewessler kommt aus der Ökoecke. Sie agiert seit ihrem Quereinstieg wie ein alter Politikhase.

Stationen in Brüssel und bei Global 2000

Gewessler, ihren Überzeugungen entsprechend deklarierter "Nachtzug-Fan", war vor ihrer Rekrutierung durch Grünen-Chef Werner Kogler im Juni fünf Jahre lang politische Geschäftsführerin der Umweltorganisation Global 2000. Dort verantwortete sie Kampagnen gegen die Handelsabkommen TTIP und CETA, für den Kohle-Ausstieg Österreichs und gegen den Bau der dritten Flughafen-Piste in Wien-Schwechat.

"Superministerin"

Selbstbewusstsein tankte sie davor (von 2008 bis 2014) bei der Green European Foundation in Brüssel, einer vom Europaparlament finanzierten politischen Stiftung mit enger Verbindung zu den europäischen Grünen. Davor war sie Büroleiterin der Bezirksvorstehung in Wien-Neubau, einem grünen Kerngebiet, in dem die Ökopartei seit 2001 den Bezirksvorsteher stellt. Grünes Aushängeschild war dort Thomas Blimlinger, dessen Schwester Eva derzeit ebenfalls als potenzielle grüne Ministerin gehandelt wird.

© APA/HERBERT NEUBAUER

Von Anfang an bekam Gewessler - die sich in der Vergangenheit öfters mit ihrem Gegenüber bei der ÖVP, der früheren Umweltministerin Elisabeth Köstinger gematcht hatte - einen Platz in der ersten Reihe der Grünen; wohl auch, um dem von Kogler gewählten Etikett als "Bündnispartei" Genüge zu tun. Die künftige Ministerin übererfüllte aber auch die in sie gesetzten Erwartungen, zeigte sich mit allen politischen Wassern gewaschen und war in den Koalitionsverhandlungen eine der wichtigsten Akteurinnen der Grünen.

Kommentare