Innere Unruhe: Ab wann wird es ungesund?

Man kennt es: Das Gefühl der inneren Unruhe und Nervosität. Oftmals ist die Ursache natürlich ein wichtiger Termin oder eine Prüfung. Das ist normal. Doch was tun, wenn die innere Unruhe im Körper zum Dauerzustand wird? Welche Ursachen kann das haben und ab wann beeinträchtigt es die Gesundheit?

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Innere Unruhe Nervosität © Bild: iStockphoto

Inhaltsverzeichnis:

Wie macht sich innere Unruhe bemerkbar?

Das Gefühl einer inneren Anspannung und Unruhe kennt wahrscheinlich jeder. Schon in der Kindheit und Jugend sind wir vor wichtigen Prüfungen und Schularbeiten mit diesem unangenehmen Gefühl in der Magengegend konfrontiert. Ein Zustand, der sich über viele Tage hinweg regelrecht manifestieren kann und jedes Mal wieder besonders stark zu spüren ist, wenn die eigenen Gedanken in Richtung dieses gefürchteten Ereignisses gehen.

Solange das Gefühl dann nach dem unangenehmen Termin wieder weg geht ist aber auch alles in Ordnung. Ein bisschen eine innere Unruhe gehört schon dazu, um wichtige Aufgabe, oder Ereignisse dementsprechend vorzubereiten und ernst zu nehmen. Ebenso wie vor „Auftritten“ wie einer Präsentation, oder einem Vortrag, bei den meisten Erwachsenen das berühmte Lampenfieber dazugehört. Das sind alles Gefühle, die einen zugleich auch motivieren Dinge gut zu machen. Weil man dadurch im eigenen „innen“ spürt, dass einem diese Aufgaben wichtig sind und man sich dementsprechend anstrengt.

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Wenn innere Unruhe zum Dauerzustand wird

Wenn das Gefühl der Angespanntheit und Unruhe jedoch zum Dauerzustand wird und sich langfristig manifestiert ist höchste Vorsicht geboten, da dies massive Auswirkungen auf die gesamte psychische Gesundheit haben kann. Ein permanentes Gefühl von Nervosität und gesteigerter Besorgnis kann nämlich immer auch zu körperlichen Folgeerscheinungen führen.

Symptome

In Stresssituationen, in welchen sich ein Mensch bei anhaltender Unruhe physisch und psychisch befindet, weiten sich beispielsweise die Bronchien aus, um so mehr Sauerstoff aufnehmen zu können. Der vom Körper wahrgenommene Stress signalisiert dann dem Gehirn, dass aktuell eine Gefahr besteht. Etwas ist in Dysbalance und er Körper reagiert sofort vegetativ darauf. Durch die Ausweitung der Bronchien wird im nächsten Schritt die Atmung schnell und flach. Zudem schlägt das Herz schneller und stärker, wodurch nun auch der Blutdruck steigt und sich die Blutgefäße verengen sich. Auch die Muskeln werden jetzt besser durchblutet und spannen sich stärker an. Diese Reaktion kann man selbst sehr gut lernen wahrzunehmen, indem man darauf achtet sich aktiv zu beobachten. Den Körper wahrzunehmen. Sobald jemand innerlich angespannt ist hat das immer auch direkte Auswirkungen auf den gesamten Muskeltonus. Was sich bei den meisten Menschen vordergründig in der angespannten, häufig bereits verhärteten, Rückenmuskulatur zeigt.

Erste Hilfe bei innerer Unruhe

Wichtig ist es, hier selbstfürsorglich auf die inneren Signale zu hören und sich zudem öfter die Frage zu stellen „Wie fühle ich mich jetzt in diesem Moment?“ Eine Frage die zwar vielleicht banal klingen mag, jedoch von größter Bedeutung für das eigene innere Wohlbefinden ist. In Stresssituationen neigt der menschliche Körper dazu „nur“ noch zu funktionieren. Ohne darüber nachzudenken. Wobei schon kurze Pausen eine absolute Entlastung für Ihre innere Balance und Ruhe bewirken könnten. Wenn Sie sich auf die oben gestellte Frage selbst eine Antwort geben wie beispielsweise „angespannt, unruhig, oder überfordert“ können Sie dadurch nun sofort kleine erste Hilfe Maßnahmen setzen - indem Sie jetzt erst einmal ganz tief und bewusst ein- und ausatmen. So entlasten Sie schon einmal ihre Bronchien, sowie den Blutdruck und die Blutgefäße. Weil Sie alleine durch das tiefe und bewusste atmen die innere Balance wiederherstellen. Ihr Körper wird sofort positiv darauf reagieren und etwas ruhiger werden.

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Welche Ursachen hat innere Unruhe?

Die Gründe für innere Unruhe und Angespanntheit können sehr verschieden sein. Auch die individuelle Typologie spielt hier eine große Rolle. Es gibt Menschen für die ist eine Prüfung, oder eine wichtige Präsentation zwar aufregend, aber dennoch auch verbunden mit einem positiven Kick. Für andere wiederum ist es ein fast „lebensbedrohlicher“ psychischer Ausnahmezustand.

Zudem gibt es natürlich auch Situationen die für jeden Menschen eine emotionale Herausforderung darstellen wie etwa:

  • das Führen unangenehmer Gespräche
  • Streitereien und Konflikte in der Partnerschaft / im Beruf
  • Sorgen
  • Ungewissheit, wie es weitergeht
  • das Treffen weitreichender Entscheidungen
  • Sorgen mit den eigenen Kindern, oder Lebenspartner:innen
  • Verluste
  • Krankheiten

Um nur einige Faktoren zu nennen, die ob der Tragweite und damit verbundenen Fremdbestimmheit zu psychischen Dysbalancen führen können.
In diesen Fällen ist es jedoch von großer Bedeutung, die eigenen Ängste auch wirklich zuzulassen, da ein „wegdrücken“ und überspielen langfristig betrachtet das genau Gegenteil bewirken würde. Zu einer ausgewogenen psychischen Gesundheit gehört immer auch die Auseinandersetzung mit den individuellen Sorgen. Wichtig ist es hier dann jedoch sich darin nicht zu verlieren, sondern sich gezielt und lösungsorientiert damit auseinanderzusetzen.

Gesundheitliche Gründe für chronische Unruhe

Wichtig ist hier zu betonen, dass in den meisten Fällen eine ganz harmlose Ursache hinter chronischer Unruhe steckt. Es gibt allerdings auch Krankheitsbilder und organische Ursache, die eine innere Unruhe hervorrufen können. Sollten Sie bei sich selbst wahrnehmen, dass die Unruhe über einen längeren Zeitraum konstant anhält, oder Sie körperliche Begleitsymptome oder seelische Belastungen bemerken, ist es jedoch in jedem Fall ratsam eine professionelle Hilfe aufzusuchen. Nur so kann tatsächlich ausgeschlossen werden, dass möglicherweise auch eine körperliche Ursache Teil Ihrer Unruhe ist. Hierfür kommen zum Beispiel Ursachen wie

  • Unterzuckerung
  • zu niedriger Blutdruck
  • Schilddrüsenfehlfunktionen
  • Herzneurose
  • Wechseljahre

in Frage.

Wobei auch zu viel Koffein, Alkohol, Nikotin oder eine anhaltend ungesunde Ernährung zu innerer Unruhe führen können.

Ab wann wird innere Unruhe ungesund und führt zu Krankheiten?

Wenn Sie selbst bemerken, dass Sie unter zunehmenden Schlafstörungen leiden, Sie den Spaß an Dingen verlieren, die Ihnen früher Freude gemacht haben, Sie immer ungeduldiger und vielleicht sogar zynischer werden, Ihnen Ihr gesunder Appetit verloren geht, oder Sie Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen bei sich wahrnehmen, dann sollte man sich professionelle Hilfe holen, da dauerhafter psychischer und physischer Stress sich ansonsten chronifizieren kann und als „Nährboden“ für Krankheiten wie beispielsweise eine Depression dienen könnte.

Leider ist es in unserer Zeit oft üblich zu denken, dass Stress und innere Unruhe „einfach“ dazugehören und es anderen auch nicht besser geht. Das stimmt so jedoch nicht! Darum gilt es, nie zu verlernen, auf die Zeichen (und Warnzeichen) des eigenen Körpers und der eigenen Psyche zu hören!

Was tun? Wie kann man sich selbst helfen?

Gegen innere Unruhe Angespanntheit und Nervosität helfen etwa Entspannungstechniken wie Yoga oder auch Meditation.

Körperliche Bewegung wirkt zudem immer ausgleichend. Regelmäßige Spaziergänge in der Natur, ein Radausflug, eine Wanderung. All das sind Dinge, die Körper und Seele gut tun und wovon man in der Regel einen gewissen Zeitraum zehren kann. Wobei ein „Grundbewegungs-Pensum“ von 15 bis 30 Minuten pro Tag schon sehr empfohlen werden kann. Dadurch profitiert man in jeder Hinsicht. Es muss auch nicht wirklich Sport sein. 15 Minuten Yoga und ein kleiner Spaziergang und man fühlt sich bereits anders und lernt sukzessive wieder, zu mehr innerer Ruhe zu gelangen. Auch eine ausgewogene gesunde Ernährung tut gut und stärkt innerlich.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Sollten Entspannungsübungen, gesunde Ernährung und regelmäßige moderate Bewegung nicht helfen, sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden. Ebenso, wenn man sich durch die eigene innere Unruhe so belastet fühlt, dass man sich eine medikamentöse Unterstützung bzw. Entlastung wünscht. Dann nämlich ist die Unruhe meist schon so weit chronifiziert, dass eine professionelle Hilfe am besten helfen kann, wieder zu Ihrer inneren Balance zurückzufinden.