EU-Wahl von

ORF-Debatte ohne Ehrenhauser

Taten statt Worte: "Europa anders"-Spitzenkandidat verlässt Diskussionsrunde

ORF-Debatte zur EU-Wahl © Bild: APA/EXPA/Michael Gruber

Mit einem Eklat hat am Sonntag die ORF-Debatte der vier zur EU-Wahl antretenden Kleinparteien begonnen. Martin Ehrenhauser von der Wahlplattform "Europa anders" verließ nach einem Protestmonolog über "Überwachungswahn" und Bankenrettung das TV-Studio. Er habe damit ein "Zeichen setzen" und die Menschen wachrütteln wollen, sagte Ehrenhauser im Anschluss. Die Debatte ging ohne ihn weiter.

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"Es ist ein fundamentales Verbrechen, dass die Regierungen fundamental die Grundrechte brechen", hatte Ehrenhauser zuvor gegen die Überwachung des Internet durch die Geheimdienste protestiert. Bei der Hypo Alpe Adria werde die direkte Demokratie ignoriert. "Ich werde aufstehen, ich werde mich auf den Ballhausplatz setzen und werde nicht mehr weggehen", kündigte Ehrenhauser an.

Angetreten waren am Termin der Sonntäglichen "Pressestunde" die Spitzenkandidaten der vier zur EU-Wahl antretenden Kleinparteien - also Ewald Stadler von den christlich-konservativen REKOS, Angelika Werthmann vom BZÖ, Robert Marschall von der Liste EU-STOP sowie Ehrenhauser.

ORF-Debatte zur EU-Wahl
© APA/EXPA/Michael Gruber

Diskussion ohne Ehrenhauser

Diskutiert wurde aber letztlich ohne Ehrenhauser. Denn der setzte, anstatt zu Beginn der Sendung eine Frage zu seinen häufigen politischen Positionswechseln - von Liberalen und ÖVP zu Hans-Peter Martin und "Europa anders" - zu beantworten, zu einem minutenlangen Dialog über "Überwachungswahn" und Bankenrettung an. Anfangs mit ruhiger Stimme vorgetragen, gipfelte der immer wieder von ORF-Diskussionleiter Wolfgang Geier unterbrochene Vortrag in der emotionalen Ankündigung, den Menschen zeigen zu wollen, "dass man einfach aufstehen kann." "Ich werde einfach aufstehen, ich werde auf den Ballhausplatz gehen, ich werde mich dort hinsetzen und ich gehe dort nicht mehr weg", verkündete Ehrenhauser nach knapp sieben Minuten Sendezeit und verließ das Studio.

Zurück blieben ein sichtlich überraschter Moderator ("alles erlebt man zum ersten Mal") und die drei anderen Spitzenkandidaten, die sich eine weitgehend disziplinierte Debatte lieferten. Inhaltlich dominierte das Thema Bankenhilfe, wobei sowohl Stadler als auch Marschall die EU für die Krise mitverantwortlich machten. Werthmann beklagte, dass die Bankenhilfen nicht bei den Bürgern ankommen würden. "Die Bürger leiden nach wie vor", kritisierte sie mit Verweis auf Griechenland.

Überraschendes Bekenntnis

Ein wenig überraschend kam allenfalls das Bekenntnis des EU-Austritts-Befürworters Marschall, bei der Volksabstimmung 1994 für den Beitritt gestimmt zu haben. Aktuell würde er die Europa-Fahne auf Kanzleramt und Präsidentschaftskanzlei aber gerne eingeholt sehen, wie er sagte. Kritik an seinem früheren FPÖ-Weggefährdeten Andreas Mölzer übte Stadler: Mölzers Verteidigungsstrategie, den Sager "Negerkonglomerat" anfangs zu leugnen, und sich erst nach Auftauchen eines Tonbandmitschnitts zu entschuldigen, wertete Stadler als "peinlich". Er selbst würde den Begriff "Neger" nicht verwenden, das sei eine Frage des guten Benehmens.

Ehrenhauser machte sich indessen zu Fuß auf den Weg zum Ballhausplatz, wo er bis auf Weiteres auch bleiben möchte, wie er gegenüber der APA betonte: "Ich werde da jetzt einmal nicht weggehen." Via twitter forderte Ehrenhauser einen Schlafsack an: "Die Nacht wird kalt." Beim ORF-Moderator entschuldigte er sich für die "unvorhergesehene Situation".

Kommentare

Aaah, endlich wieder einmal eine Wahl, wo ich nicht hingehen werde!

Warum wohl sind ein staatlichen "Rotfunk" (das erkennt man am Firmenemblem) nur Parteigünstlinge von SPÖ+ÖVP ausreichend qualifiziert? So wie in China, Nordkorea & Co verhalten sich diese Moderatoren danach völlig "unabhängig".

Aha - und dann sitzt er halt auf dem Ballhausplatz! Und wen stört das? Soll er doch sitzen!

Robert Cvrkal

FLUCHT !!!

Statt sich mit dem Problem auseinanderzusetzen und Ideen, Konzepte, Lösungsansätze zu präsentieren flüchtet Martin Ehrenhauser.

Wer kämpft kann verlieren, wer flüchtet ohne dass sein Leben in Gefahr ist hat schon verloren.

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* Etwa die Hälfte der Bevölkerung hat keine Zukunftsperspektiven.
* Etwa die Hälfte der Bevölkerung lebt von einem Monat auf den anderen ohne Hoffnung die Situation verbessern zu können.
* Etwa die Hälfte der Bevölkerung geht nicht mehr wählen, weil die Missachtung ihrer Probleme durch alle Parteien und Politiker unerträglich geworden ist.

Wo war da etwas für diese Hälfte der Bevölkerung?

christian95 melden

Mind. die Hälfte der Bevölkerung ist mit dieser Situation zufrieden und wählt weiterhin SPÖ+ÖVP. Daher wird sich weiterhin nichts ändern. Nur wer Veränderung wählt kann auch Veränderungen erwarten!

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