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So ticken unsere ersten EM-Gegner

Portugal, Island und Ungarn: Österreichs Rivalen der Gruppe F im Überblick

Fakten - So ticken unsere ersten EM-Gegner © Bild: APA/EPA

Zum ersten Mal schafft es unser Fußball-Nationalteam aus eigener Kraft in die Endrunde einer Europameisterschaft und dann dieses Los: In der Gruppe F warten Portugal, Island und Ungarn als erste Gegner auf Österreich. Sicherlich kein Spaziergang, aber eine durchaus lösbare Aufgabe, wenn man einen genaueren Blick auf die Rivalen wirft.

Portugal - Sucht nach Ronaldo

Kaum ein Fußball-Nationalteam lebt so sehr von einem Spieler wie das portugiesische. 55 Tore hat Superstar Cristiano Ronaldo bereits für sein Land erzielt. Der 30-Jährige ist das Um und Auf der Mannschaft. Bei der jüngsten EM 2012 in Polen und der Ukraine führte Ronaldo die Portugiesen ins Halbfinale. Bei der WM 2014 kam für Österreichs EM-Gruppengegner aber bereits in der Vorrunde das Aus.

Portugal hat bisher noch keinen großen Titel gewonnen. Am Nächsten dran war man bei der Heim-EM 2004, als man sich erst im Endspiel Überraschungssieger Griechenland hatte beugen müssen (0:1). Beim Turnier war auch der Stern des damals 19-jährigen Ronaldo aufgegangen. Der Real-Stürmer hat mittlerweile 123 Länderspiele absolviert.

© APA/EPA Team Portugal

Ronaldo war zuletzt auch in der EM-Qualifikation Portugals Lebensversicherung. Ohne ihren Kapitän verloren die "Lusos" zum Auftakt gegen Albanien (0:1). Mit ihm feierten sie in weiterer Folge aber sieben Siege in sieben Spielen und schlossen die Gruppe I noch als souveräner Sieger ab. In der FIFA-Weltrangliste liegen die Portugiesen derzeit drei Ränge vor Österreich auf Rang sieben.

Abhängig sind die Portugiesen von ihrem Superstar Ronaldo allemal. Über Spieler von Weltformat verfügen sie sonst nicht in großer Dichte. Ronaldo kommt im Team nicht immer als Mittelstürmer, sondern mitunter auch als Flügel zum Einsatz. Große Hoffnungen setzen die Portugiesen auch in Spielmacher Joao Moutinho (29) von AS Monaco sowie Jungstar William Carvalho (23) von Sporting Lissabon.

Island - Nordische Erfolgsgeschichte

Island hat sich noch vor Fußball-Weltmeister Deutschland, Titelverteidiger Spanien oder Italien für die EURO 2016 in Frankreich qualifiziert. Es ist mit Abstand das kleinste Land, das jemals bei einer EM- oder WM-Endrunde mitmischen wird. Die Kicker von der Insel lösten damit die bei Olympia 2008 in Peking mit Silber dekorierten Handballer als Nationalhelden ab.

Der Aufstieg des nur 330.000 Einwohner zählenden Landes im weltweit beliebtesten Sport ist aber keine Sensation, sondern das Produkt langfristiger Planung. Dabei sind lediglich 20.000 Fußball-Spieler beim nationalen Verband KSI registriert. Und doch meisterten die Isländer die EM-Quali in der Gruppe A hinter Tschechien, aber noch vor der Türkei und dem WM-Dritten Niederlande souverän.

© APA/EPA Team Island

Diese Erfolge kommen nicht von ungefähr und sind auch nicht einem einzelnen Superstar, der den Rest des Teams mitzieht, zu verdanken. Das abgelegene Island profitiert auch nicht von einer Einwanderer-Generation wie momentan Österreich. Seit einigen Jahren investiert der Verband aber konsequent und zielorientiert in die Nachwuchsförderung.

Trainer Lars Lagerbäck, der vor der Ära von Marcel Koller auch beim Österreichischen Fußball-Bund (ÖFB) als Trainerkandidat im Gespräch gewesen war, sorgte für eine klare Organisation der Mannschaft. Unter dem ehemaligen schwedischen Teamchef (2000 bis 2009) kletterte Island in der FIFA-Weltrangliste von Platz 112 bis auf 23. Aktuell ist sind die Mannen vom nördlichen Polarkreis Weltranglisten-36..

Ungarn - Der ÖFB-Erzrivale

Ungarns Fußball-Nationalmannschaft befindet sich nach einer langen Talsohle wieder auf dem Weg nach oben. Österreichs Gruppengegner bei der EURO 2016 in Frankreich löste durch ein Gesamt-3:1 im Play-off über Norwegen das Ticket für die kontinentale Endrunde und qualifizierte sich damit erstmals seit 30 Jahren wieder für ein großes Turnier.

In den vergangenen Jahrzehnten war Ungarn im fußballerischen Niemandsland versunken, dabei zählten die Magyaren einst zu den stärksten Nationen der Welt. 1952, 1964 und 1968 holten sie Olympia-Gold und schafften es 1938 ebenso bis ins WM-Finale wie 1954. Das damalige Team rund um Ferenc Puskas wird in Ungarn noch heute als "Aranycsapat" ("Goldene Elf") verehrt und gilt als eine der stärksten Mannschaften der Geschichte, obwohl das Endspiel gegen Deutschland äußerst unglücklich verloren ging.

© APA/EPA Team Ungarn

In diesen Zeiten war auch noch die Rivalität zu Österreich stark ausgeprägt, Duelle zwischen den beiden Nationen waren stets Garant für Massenbesuch. Damit ist es schon länger vorbei, die Häufigkeit der Testspiele gegen die Magyaren ging deutlich zurück. Zuletzt kam es am 16. August 2006 in Graz zu einem freundschaftlichen Kräftemessen, das mit 2:1 an Ungarn ging. Damals mit von der Partie war unter anderen der aktuelle ÖFB-Teamspieler Zlatko Junuzovic - und Kiraly, der einen Elfmeter von Sanel Kuljic parierte.

Gegen kein anderes Land hat Österreich auch nur annähern so viele Länderspiele ausgetragen wie gegen Ungarn. Die Bilanz aus österreichischer Sicht steht in 136 Partien bei 40 Siegen 30 Remis und 66 Niederlagen.

Die Teams aus Gruppe F im Kurzüberblick

© APA/Hirsch

Spielplan Gruppe F

Die erste ÖFB-Partie steigt am 14. Juni (18.00 Uhr) in Bordeaux gegen Ungarn. Am 18. Juni (21.00 Uhr) kommt es im Pariser Prinzenpark-Stadion zum Duell mit Cristiano Ronaldo und Co. und am 22. Juni (18.00) geht es im Stade de France in St. Denis bei Paris, dem Finalschauplatz, gegen EM-Neuling Island.

Dienstag, 14. Juni 2016:
Österreich - Ungarn (18:00 in Bordeaux)
Portugal - Island (21:00 in St. Etienne)
Samstag, 18. Juni 2016:
Island - Ungarn (18:00 in Marseille)
Portugal - Österreich (21:00 in Paris)
Mittwoch, 22. Juni 2016:
Ungarn - Portugal (18:00 in Lyon)
Island - Österreich (18:00 in Paris/St. Denis)

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