Sehr geehrter Herr Sichrovsky,
ich habe eine Sendung mit Trump gesehen, wie er die Länder Europas auseinander dividieren will. Warum macht Europa nicht das gleiche mit Amerika. Es gibt genug Gouverneure von US Staaten, die mit der Politik von Trump nicht einverstanden sind. Könnte man diese, hpts. Demokraten, nicht zum Opernball einladen. Die frankophilen, z.B. New Orlean, zum französischen Nationalfeiertag. Auch andere schöne Länder in Europa können Gäste amerikanischer Politiker werden. Das könnte Trump nicht gefallen. Europa könnte so Amerika näher rücken. Wozu zahlen wir die Diplomaten in aller Welt und besonders in den USA.
Mit freundlichen Grüßen
Karl Hawlik
Lieber Herr Sichrovsky,
betr. Fotos der Woche: Trump und der Friede
In genanntem, köstlichem Kurzkommentar glaube ich Ihre (h)einzigartige Handschrift zu erkennen. So witzig geschrieben, so bedenklich der Hintergrund. Inhaltlich muss ich widersprechen. Lösten die Polizistenleben-Kauffantasien unseres mittlerweile Rekordtorschützen Marko A. vor Jahren noch ein Lächeln aus, gefriert einem selbiges beim Gedanken der Einkaufsstrategie von Super-Donald und nicht nur wegen der tiefen Temperaturen im begehrten Kaufobjekt Grönland. Mein Tipp ist, dass Norwegen (nach Kanada und Grönland) der 53. Bundesstaat der USA wird und der Friedensnobelpreis somit eine nationale Angelegenheit ;-) Die Außerlandesbringung ( großartiges Wort!) des ehrenwerten Königs wäre aber natürlich die weniger schlechte Lösung und so wünsche ich mir und Ihnen, dass Sie Recht behalten ;-)
Liebe Grüße, schönes Wochenende
Wolf Kapfer
Heinz Sichrovsky verteidigt Kunst und Kultur: Rettet die Bildung – und was Günter Tolar dazu meint (30.01.26)
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Lieber Mitstreiter,
ich war heute bei der Österreich-GV der SPÖ-Bildung (als Delegierter des Arbeitersängerbundes) in Innsbruck, da wurde viel gequatscht, aber auch Gutes geredet. Latein kam zwar nicht zur Sprache (die Möglichkeiten, sich zu Wort zu melden, waren sehr gering), aber daß ein historisches Bewußtsein (!) auch eine Stärkung des Demokratie-Verständnisses mit sich bringt, war doch von überraschender Übereinstimmung.
Und jetzt eine „Weiterspinnung“ von mir. Demokratie muß auch „emotional“ gestärkt bzw. historisch verortet werden. „Frontaler“ Demokratie-Unterricht bringt nichts. Es gibt dafür nichts besseres als
a) die Apologie des Sokrates, der „Staat“ Platons oder die Gerichtsreden des Cicero„
b) Literatur wie „Zu ebener Erde und 1. Stock“ (besser als jedes Parteiprogramm der SPÖ) oder „Der arme Spielmann“ von Grillparzer oder Goethes „Götz“, Schillers „Don Carlos“ etc. etc.
c) (antirassistisch): Shakespeares „Der Mohr von Venedig“
etc. etc. (statt „Textsorten“ zu verfassen wie Beschwerdebriefe, die schon jetzt KI viel besser macht)
kann ein solcher Hinweis noch (ganz kurz) in die Petition hinein ?
Ich unterschreibe sie aber auch so.
Liebe Grüße
Hartmut Krones
Sehr geehrter Herr Sichrovsky,
ich habe neulich im Standard unter den Kommentaren der anderen den Beitrag von Christoph Wiederkehr gelesen. In diesem behauptet er: weniger Latein bedeutet mehr Humanismus an Schulen. Dieses amüsante Statement hat mich dazu gebracht noch einen Leserbrief zu dem Thema zu schreiben. Ich habe die Verbindung von Humanismus und Neoliberalismus thematisiert, und herausgearbeitet, wieso die Schulreform mehr einen Kulturkampf darstellt, als eine nachhaltige Reform. Dies rückt wichtigere Themen in den Hintergrund.
Mein Beitrag befindet sich im Attachment. Hier geht es zum Beitrag
Ich danke Ihnen, dass sie meinen letzten Beitrag gepostet haben. Ich habe natürlich Verständnis, falls sie andere Themen nun berichten. Die Welt dreht sich ja schnell.
LG Simon Linke
Sehr geehrter Herr Sichrovsky,
der Fisch beginnt wie immer am Kopf zu stinken, in unserem Fall bei
einem Bildungsminister, der bis heute davon traumatisiert ist, daß er in
der Schule die wichtigsten europäischen Flüsse lernen mußte. Aber wenn
man schon Platz braucht für zwei neue Fächer, KI sowie Medien und
Demokratie, dann hätte ich einen anderen Vorschlag, welches Fach man in
der Oberstufe abschaffen könnte, weil der Stoff für das weitere Leben
absolut unnötig ist: Mathematik. Die einzigen Bereiche aus der
Mathematik, die man im Alltagsleben braucht, lernt man bereits in der
Volksschule und in der Unterstufe: die Grundrechnungsarten,
Schlußrechnungen, Rechnen mit Maßen und Gewichten, Prozentrechnen,
Bruchrechnen. Punkt. Mehr braucht man aus der Mathematik nicht. Glauben
Sie, daß der Minister auf meinen Vorschlag einsteigen wird? Schlechter
als die Demolierung des Latein-, Altgriechisch- und Literaturunterrichts
kann er auch nicht sein. In meiner Schulzeit hätte ich darob gejubelt
wie die heutigen Schüler über die Abschaffung des Lateinunterrichts.
Die projektierten Lehrplanänderungen bergen aber auch einen Widerspruch
in sich, den ich bisher noch nirgends erwähnt gefunden habe: Einerseits
war in letzter Zeit immer wieder die Rede davon, daß Bildung "vererbt"
würde, also Kinder aus bildungsferneren Elternhäusern geringere
Bildungschancen hätten als Kinder gebildeter Eltern. Andererseits wird
dieses Phänomen durch eben die Lehrplanänderungen weg von der
Allgemeinbildung hin zu technologischen Fächern erst recht befeuert,
denn die gebildeten Eltern werden die Vermittlung der Allgemeinbildung
an ihre Kinder selbst in die Hand nehmen, indem sie ihnen die
entsprechende Literatur zur Verfügung stellen und mit ihnen kulturelle
Veranstaltungen, Museen und Ausstellungen besuchen oder Reisen an
geschichtsträchtige Orte unternehmen. Die Kinder bildungsferner Eltern
bleiben hingegen erst recht zurück.
Weiters stellt sich die Frage, wer in einigen Generationen die KI mit
Inhalten "füttert", wenn die Zahl der Menschen, die über entsprechende
Allgemeinbildung verfügen, dann immer weiter zurückgeht. Denn auch wenn
die KI, wie von Ihnen aufgezeigt, katastrophalen Unsinn produziert wie
fiktive Literaturnobelpreisträger, so muß es doch einen Menschen geben,
der der KI sagt, daß es überhaupt einen Literaturnobelpreis gibt. Das
weiß die KI nämlich nicht. Und was passiert dann, wenn man kein Wissen
mehr, nicht einmal fehlerhaftes, von der KI abfragen kann? Geht dann die
Entwicklung der Menschheit, wie in Erich Kästners gleichnamigem Gedicht
geschildert, den umgekehrten Weg, aus den "zentralgeheizten Räumen"
zurück auf die Bäume? Bin ich froh, daß ich es nicht mehr erleben werde.
Mit freundlichen Grüßen
Regina Paril-Fellner
Sehr geehrter Herr Sichrovsky!
Anbei ein kleiner satirischer Beitrag eines "Lecturers", der an der Universität Wien an der Lehrer*innen-Ausbildung im Bereich Latein beteiligt ist, auch ein wenig Philosophie unterrichtet und an Schulen als Lateinlehrer tätig war.
Mit hochachtungsvollen Grüßen
Alfred Dunshirn
Sehr geehrter Herr Sichrovsky,
in meiner Funktion als Mediensprecherin der Sodalitas, der Bundesarbeitsgemeinschaft klassischer Philolog:innen und Altertumswissenschafter:innen Österreichs, darf ich Ihnen den Offenen Brief der klassisch-philologischen Institute der Universitäten Graz, Innsbruck, Salzburg und Wien zu Ihrer Kenntnisnahme und Information weiterleiten. Die Autor:innen selbst haben diesen bereits an BM Wiederkehr gesendet.
Ich möchte mich bei der Gelegenheit sehr herzlich für Ihren Einsatz zugunsten unserer Lieblingsfächer Latein und Griechisch bedanken.
Für Rückfragen jedweder Art stehe ich gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Clara Ledermann
Sehr geehrter Herr Sichrovsky,
unterhalb finden Sie einen Leserbrief zum Thema Demokratie bzw. KI statt Latein. Über eine Veröffentlichung würde ich mich sehr freuen.
Herzlichen Dank! Mit freundlichen Grüßen,
Gudrun Schandl (Wien)
„Demokratie statt Latein“ – so lautet der plakative Titel der jüngst vorgeschlagenen Kürzungen, übrigens nicht nur des Lateinunterrichts in der Oberstufe, betroffen sind auch die übrigen, sogenannten lebenden Fremdsprachen. Man wolle neue Fächer einführen, wofür Altes eben zu weichen habe. Sowohl dem Gedanken als auch der Argumentation muss einiges entgegengesetzt werden:
Immer wieder wurde die Aufteilung in Fächer, die Aufsplittung des Unterrichts in 50-Minuten-Häppchen, kritisiert und als retro bezeichnet. Und jetzt sollen es neue Fächer mit Beurteilungen richten. Sieht ein tragfähiges Konzept für die Zukunft wirklich so aus? Keine Rede war von möglichen Alternativen wie etwa beispielsweise Workshops, die etwa eine Woche in jedem Schuljahr stattfinden und nebenbei nicht einer einzigen Fachgruppe ein Drittel der gesamten Unterrichtszeit der Oberstufe „abknabbern“, sondern jedem Fach einen vergleichsweise kleinen Teil. Man darf sich ein wenig mehr Denken über den Tellerrand hinaus erwarten.
Stichwort Demokratie: Meiner Interpretation nach lebt Demokratie davon, dass sie eben gelebt wird. Ohne dass Strukturen und das Alltagsleben in der Schule demokratischer gestaltet werden und Demokratie in all ihren Implikationen erfahrbarer gemacht wird, nützt der beste Unterricht nur wenig. Vor diesem Hintergrund darf auch die Vorgangsweise des Ministers hinterfragt werden: Kann eine so weitreichende Entscheidung einfach so „von oben“ bestimmt und implementiert werden? Rücksprache mit Betroffenen – Lehrer:innen, Schüler:innen, Eltern – hat es keine gegeben. Und nein: Die kürzlich veranstaltete Umfrage kann nicht als solche gewertet werden, waren die Sprachen in dieser doch von vornherein marginalisiert. Die geplanten Bürgerforen wiederum finden erst nach der Bekanntgabe der Kürzungen in den Medien statt. Ein Ernstnehmen der Demokratie sieht anders aus.
Vielleicht wäre es in diesem Zusammenhang gut zu wissen, dass Demokratie und Medienbildung spätestens in den frisch erarbeiteten neuen Lehrplänen für die Oberstufe in allen (!) Fächern unterrichtet werden müssen, dass Medienbildung auch ein Teilbereich des Ethikunterrichts ist – by the way: Wann wird dieser eigentlich auch in der Unterstufe implementiert?
Es besteht somit der Verdacht, dass für die zukunftsträchtigen Kürzungen eine Fächergruppe herausgepickt wurde, deren Lobby überschaubar und nicht prominent in der Wirtschaft verankert ist. Diese Fachgruppe besteht neben Latein ja auch aus anderen Sprachen wie Französisch, Italienisch, Spanisch und weiteren. Dass der Herr Minister im ZIB2-Interview vom 29. Jänner diesen Aspekt neben Details zu den Implikationen in anderen Zweigen wie RG und ORG unter den Tisch fallen lassen wollte, lässt entweder auf mangelndes Wissen oder absichtliches Verschweigen seinerseits schließen – beides steht einem Minister schlecht an. Ist ihm klar, dass er gerade die Fächer beschneiden will, in denen präzises Lesen und Formulieren, auch das kritische Hinterfragen von fremden wie eigenen Texten – übrigens auch Grundvoraussetzungen im Umgang mit Medien sowie auch mit der KI, Stichwort: Prompten – zu wesentlichen Unterrichtsbestandteilen zählen? Dass gerade Latein ein ganzes Lektüremodul dem Thema Rhetorik, Politik und Propaganda widmet? Dass der Sprachunterricht einen wesentlichen Beitrag zu Allgemeinbildung und dem interkulturellen Verständnis beiträgt?
Sprachen, um Dimitré Dinev zu zitieren, bilden die Brücke zum Anderen. Wollen wir diese Brücke wirklich schwächen?
Sehr geehrter Herr Sichrovsky
Ich habe einen kleinen Leserbrief zum Thema "KI statt Latein" verfasst. Ich selbst bin seit 3,5 Jahren Lateinlehrer und habe eine sehr persönliche Stellungname verfasst.
Zusammengefasst handelt mein Leserbrief davon, das mein Fach für etwas gekürzt wird, für das es kein Konzept gibt. Es handelt sich nicht um eine Lobhymne an Latein, sondern um das Gefühl, wenn das eigene Unterrichtsfach für ein leeres Konzept gekürzt wird.
Ich hoffe es gefällt Ihnen mein Beitrag.
Mit freundlichen Grüßen
Simon Linke
Den Ausführungen Günter Tolars ist nichts hinzuzufügen!
Sehr geehrter Herr Sichrovsky,
ich bin Lateinlehrerin an einem Wiener Gymnasium und meine SuS haben sich heute in öffentlichen Briefen per Email an den Herrn Minister gewandt. Ich darf ihnen im Namen meiner SuS ihre selbstständig verfassten Briefe zukommen lassen.
Die drei Leserbriefe befinden sich jeweils in den angehängten PDF-Datein.
Für eine breitenwirksame Veröffentlichung oder Bearbeitung wären meine SuS und all jene Menschen, denen Bildung und das Durchschauen von Demagogie und Populismus am Herzen liegt, sehr dankbar.
Hochachtungsvoll
Mag. Julia Leitner (AHS Lehrerin für die Fächer Latein, Italienisch, sowie Deutsch als Zweitsprache)
Hier geht es zu den Briefen:
Lieber Heinz Sichrovsky,
Ich lese Deine Kommentare nunmehr schon längere Zeit mit meist großer Zustimmung. Auch bezüglich des Aufrufes zum Widerstand gegen die Pläne des Ministers f (Un)Bildung bin ich da völlig Deiner empörten Meinungsäußerung.
Ich zwar selbst eigentlich ein sehr schlechtes Beispiel für den Segen des Lehrplanes mit Latein. Ich habe ja nach 4 Jahren Hauptschule (das war bei mir vor allem vom Herkommen sozial bedingt) 5 Jahre Handelsakademie am Karlsplatz absolviert. Da war selbstverständlich wegen der sehr kommerziellen Ausrichtung kein Latein vorgesehen, aber zumindest Französisch, dessen komplexe Grammatik gewisse Latein-Paralellen aufweist (zB subjonktif). Da Latein als Freifach wegen zuwenig Teilnehmern nicht stattfand mußte ich dann das als Externisten-Matura für Jus nachmachen. Ich war dann aber so davon überzeugt, dass dies mein ganzes Sprachbewußtsein so in die Höhe gebracht hat, dass ich ohne Notwendigkeit f eine Studiumzulassung dann noch fast 2 Jahre einen Kurs in Alt-Griechisch auf der Uni besuchte (da brachte man es immerhin zum Lesen von längeren Bibelstellen und Auszügen aus griechischen Tragödien im Original).
Wenn ich dann so die Argumente von diversen Alte-Sprachen-Gegnern lese, dann meine ich, dass jenen die Einsicht in das Wesen jeder "Bildung" fehlt bzw durch diverse Zeitgeist-Stürme abhanden gekommen ist. Bildung ist mE meist per se keine Sache, die einen unmittelbaren Anwendungsbereich im banalen täglichen (Wirtschafts)Leben hat. Bitte wo ist der Nutzen für das Erwerbsleben (ausgenommen Musiker u Musikmanager) wenn man sich mit Mozart, Beethoven, Schubert, Bruckner oder Mahler intensiv beschäftigt.....gleiches gilt wohl für Literatur, Philosophie, bildende Kunst.
Es ist vielmehr wohl so, dass die Sachen der "Bildung" einerseits einen gewissen Luxus, eine gewisse Sphäre des höheren Lebens darstellen und anderseits mE sicher geeignet sind Persönlichkeiten zu formen, sie zur Einsicht in die Geschichte der Menschheit, die Entwicklung des Menschseins und auch Probleme und Abgründe die damit äußerlich und seelisch entstanden sind bzw noch immer entstehen zu bewegen.
Wer nur für den Erwerb von materiellen Gütern und dem damit verbundenen "Wohlleben" lebt erhebt sich mE nur sehr unwesentlich über den Status eines Tieres (Futter, Fortpflanzung, Stoffwechsel.....beim Menschen dann noch wohl Gaudi und Rausch als Draufgabe, ist das alles?).
Und ich meine auch als Nichtabsolvent einer klassischen Mittelschule mit Latein, dass dieses für die Bildung einen ganz wesentlichen Pfeiler darstellt. Mir ist da - insbes dann in Verbindung mit Altgriechisch - quasi ein Kronleuchter über die Frage der Entwicklung und Verwandtschaft von Sprachen aufgegangen. Und die Notwendigkeit diese schwierigen Texte dann akribisch versuchen zu übersetzen hat mein Bewusstsein über Fragen der konkreten Wortwahl und der Bedeutung von Textaufbau fast raketenartig befördert (was zB für das Jus-Studium eigentlich durch nix zu ersetzen war).
Und ich frage mich auch zu Gunsten welcher Fächer und Kenntnisse der Minister jetzt Latein einschränken will? Bitte was soll man den eigentlich bei KI lernen (zum Programmieren sind die Schüler wohl noch nicht ganz geeignet. Bloße Kenntnis mit der Handhabung von solchen Instrumenten eignen sich sicher die Halbwüchsigen auch ohne Schule an. Und überhaupt sind doch alle Kenntnis im Bereich der Computertechnologie mit einer Halbwertszeit einigen Jährchen behaftet. Wir hatten damals in der Handelsakademie ein von fast allen gewähltest Wahlfach EDV. Die dort (sehr oberflächlich) gelehrte Handhabung von Lochkarten und Magnetbändern plus das mühselige Lernen von nun lange vergessenen Programmiersprachen (Kobol habe ich in Erinnerung) ist für mein Verständnis der heutigen Computerwelt sicher zu 95% ohne irgendeine Bedeutung. Latein ist aber noch immer gleich und noch immer gleich in allen Wurzeln der Kultur vorhanden.
Als Vater v 2 Kinder, die vor noch nicht allzu langer Zeit mühsam die Schule hinter sich gebracht haben würde ich aber schon einen sehr dringenden Reformbedarf in den Lehrplänen und in der Schulaufsicht sehen!
Denke ich, dass die Ideologie, dass die sogenannten humanistischen Fächer nicht so wichtig seien, und diese zugunsten der sogenannten naturwissenschaftlichen oder formalen Fächer eingeschränkt werden sollen, kurzsichtig ist. Auch ich habe Chemie, Physik und Mathematik gelernt, aber ich frage mich ob eine Forcierung dieser Fächer wirklich bleibende Kenntnisse im Hirn der Schüler zurücklässt. Die Erfahrung lehrt ja eher, dass dies innerhalb kürzester Zeit zum Großteil völlig vergessen ist. Wie formulierte es der Bildungsprecher der ÖVP so treffend: "Lernen um zu vergessen". Das erscheint mir aber bei den Fächern Deutsch (im Sinne von Literatur), Geschichte und Musik (im Sinne von guter Kenntnis und vielleicht auch Ausüben) nicht im gleichen katastrophalen Ausmaß gegeben. Auch wenn da vieles nicht wirklich sitzt bleibt da ein Untergrund eines Bewußtseins der oft ein Weiterbetreiben nach der Schule (auch wenn man es beruflich nicht braucht) initiiert.
Es müßte von einem wirklich selbst gebildeten Unterrichtsminister einmal eine Generalrevision der von fragwürdigen Inhalten der Schulbücher und auch der konkreten Lehrpläne und Inhalte auch der humanistischen Fächer vorgenommen werden. Damit meine ich keine ideologisch-politische Durchstöberung. Meine Erfahrung mit den Schulbüchern meiner Kinder war leider so, dass da teilweise falsche Sachen drinnen stehen um die sich niemand kümmert (Musikbuch viel Blödsinn). Teilweise sind auch die Lehrinhalte die nunmehr modisch oder aus anderen seltsamen Erwägungen ausgewählt wurden mE völlig unzweckmäßig. ZB gerade Latein! Auswahl aus den metamorphosen d Ovid, wo der sich mit langatmigen Beschreibungen von baulichen Gegebenheiten oder Kleidung beschäftigt.....bitte warum nicht wie in früheren Zeiten einfach Cesar Gallischer Krieg.....action zieht bei Jugendlichen sicher mehr. Und wie es möglich war, dass mein Sohn im Rahmen des Deutsch-Unterrichts sehr viele fremdsprachige Literatur (Isabel Allende, Hemingway etc) in dt Übersetzung zum lesen bekam aber von Grillparzer, Kleist, Büchner, Schnitzler, Hofmannsthal, Musil nie etwas gehört hat ist mir nicht erklärlich.
Und leider schaut die Lage nicht gut aus für Latein und auch die Bildung allgemein....symptomatisch, dass sich die Kronen-Zeitung da zugunsten der Ministerpläne voll ins Zeug legt (siehe unten)
Ich bin aber leider nach wie vor der Meinung, dass ein Gutteil des Phänomens etwa Wien um 1900 und die Nachwirkungen hier in Wien bis Ende der 30er dem zwar manchmal ungut tyrannischen aber sehr effektiven Bildungs-Schulsystem der k.u.k. Monarchie geschuldet sind und das Nachgeben dieses Systems zugunsten von wirtschaftlicher Verwertbarkeit und Zeitgeisttendenzen eine ganze Generation von bloß Halb- oder Gar-nicht -Gebildeten produziert hat.
LG Friedrich G. Hoermann
Lieber Herr Sichrovsky …. Ich verstehe das ganze Geheule „ alles wird immer schlechter“ als sich seit Jahrzehnten dauernde wiederholende Angst vor Veränderung und der ständigen Sehnsucht nach der „ guten alten Zeit“ ….. und Veränderung mag der Oesterreicher einfach nicht! Ich halte Latein auch für einen wesentlichen Teil der humanistischen Grundbildung …. aber die Schüler sollte unsere Kinder AUCH fit machen für ein Leben heute & morgen. Gruß …. Otto Schwarz
Lieber Herr Sichrovsky,
danke für die ehrenvolle Erwähnung und Zitierung (gibt es das Wort überhaupt?).
Es wird halt alles angelegt, brauchbare Menschen zu erzeugen, wie Maschinen-Ersatzteile.
Gescheite Menschen, die in jede Richtung entwicklungsfähig wären? Wozu? Wir brauchen Fach-Kräfte. G*scheit ist kein Fach.
Der Minister meint es sicher gut. Aber was „Gut gemeint“ bedeutet, weiß sogar der Volksmund.
Herzliche Grüße
Ihr
Günter Tolar
Sehr geehrter Herr Sichrovsky,
Habe erst heute von der destruktiven Initiative gehört, den Lateinunterricht an österreichischen Schulen zu reduzieren. Ich bin sehr dagegen, bin aber US-Staatsbürgerin . . .
Es könnte Sie interessieren, dass meine Postdoktoranden jeden Freitagabend um 20:00 Uhr auf Zoom internationalen Mediävisten Latein beibringen.
Bei Latein geht es nicht nur darum, was man lernt, sondern auch darum, wie man lernt. Es ist eine gute logische Schulung für alle jungen Menschen und ein guter Einstieg in die alte europäische Kultur.
Ich würde gerne jede Petition für Latein unterschreiben.
Fliege morgen nach Chicago und bin erst ab dem 3, März wieder in Wien.
mfG,
Danuta Shanzer
Univ.-Prof. i. R. für Lateinische Philologie der Spätantike und des Mittelalters
Institut für Klassische Philologie, Mittel- und Neulatein
Universität Wien
Fellow, The Medieval Academy of America
Wirkliches Mitglied der Österreichische Akademie der Wissenschaften
Member of the Academia Europaea
Socia SISMEL
Editor, The Dumbarton Oaks Medieval Library, Latin Series
Editor (Harvard UP)
Editor: Society, Culture, and Text in Late Antiquity (Palgrave Macmillan)
Corresponding Editor, Early Medieval Europe
Fachgebiet Editor, Wiener Studien
Advisory Editor, The Journal of Late Antiquity
Advisory Editor. The Journal of Medieval Latin
Spitzentöne: Theaterpreise ohne Wert (28.01.26)
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 05/26 erschienen.
Herrlich die Spitzentöne, Danke. Rudolf Gindlhumer
Guten Morgen Herr Sichrovsky,
von Ihnen beschriebene Umstände nehmen ja auch im Musiktheater immer größeren Umfang. Gestern beschrieb ich es in einem Beitrag zu Brüggemann.
... in drolliger verallgemeinender Behauptungsjournaille, wo wenig stimmt, jegliche Nachweise fehlen – halt ein Brüggemann Kosmos, den keiner will, als üble revolvierende Autogamie!
„Revolvierende Autogamie“ , metaphorischer Ausdruck für strukturelle Defizite im deutschsprachigen Musiktheater- und Kulturbetrieb. Er bezeichnet ein geschlossenes, sich selbst reproduzierendes System, in dem Akteure – von Politikern über Theaterintendanten bis hin zu Regisseuren und Medienvertretern – sich gegenseitig bestätigen, ohne externe Kritik oder künstlerische Innovation zuzulassen, vulgo: „da lügt einer dem anderen in die Tasche“. Dieses System führt zu intellektueller Isolation, Abkoppelung vom Publikum und sinkenden künstlerischen Standards.
Dabei eine renommierte, etablierte Kulturjournalistin, die über Jahrzehnte konstant auf dem Niveau eines Joachim Kaiser wirkte, mit besserwisserischen beleidigenden substanzlosen Behauptungen zu überziehen, will wohl seine eigene „spindeldürre“ Vita kompensieren. Weder in Welt am Sonntag, Frankfurter Allgemeine usw., zuletzt Crescendo und viele andere konnten Brüggemann konstantes Wirken nachweisen. Da schafft durchaus eloquentes Auftreten sicher Eintritt, aber nur in Drehtüren.
Alles Gute - les gern und regelmäßig Ihre Texte
Tim Theo Tinn
Punktgenau ! VIELEN DANK!
♥lichst
Schönen Tag
Gunnar Grässl
der gerade PARSIFAL – Bayreuth 1956 –KNA – Hotter, Windgassen, Adam, Mödl, Neidlinger, Greindl hört
Lieber Heinz Sichrovsky,
Ihre vernichtende Kritik am Berliner Theatertreffen und am Nestroypreis ist mit Sicherheit berechtigt. Ebenso Ihre Kritik an der Schutzmantelmadonna des postdramatischen Theaters, sprich der Wiener Kulturstadträtin. Erst am letzten Wochenende bewies sie in einem Bericht über Ihre Sparpläne Ihre ganze Überheblichkeit gegenüber jeglicher Kritik an ihrem Vorgehen in der Wiener Kulturpolitik. Dass ich mir schon lange ihren Rücktritt wünsche, ist kein Geheimnis.
Wenn ich aber höchst pragmatisch an das Problem Theaterpreise herangehe, komme ich zu folgender Schlussfolgerung. Dem Wiener Theaterpublikum ist das Berliner Theatertreffen wahrscheinlich ziemlich wurscht. Es möchte fesselnde Aufführungen sehen, in denen großartige Schauspieler brillieren, es möchte zuweilen einen Wiener Theaterton hören und Publikumslieblinge sehen, genauso wie neu Talente. Und es möchte nicht durch völlig verfehlte Inszenierungen die Freude am Theater verlieren und im schlimmsten Fall sein Abo kündigen.
Lehrgespielt sind die Theater relativ schnell, die Umkehr zum Erfolg ist bekanntlich deutlich schwieriger.
Darf ich zum Abschluss noch eine kurze Anmerkung machen, die mit Ihren Spitzentönen nichts zu tun hat? Gestern gab es in "kultur heute" auf ORF III eine völlig überraschende" erlesen spezial" Folge, die ich zum Glück nicht versäumt habe. Das hätte leicht sein können, denn Ankündigungen oder gar Werbung dafür gab es meines Wissens keine. Das ist sehr schade, denn Ihr Gespräch mit Julya Rabinowich war in jeder Hinsicht bereichernd, sehens-und hörenswert und kurz gesagt wunderschön.
Ich grüße Sie wie immer herzlich, kommen Sie gut durch den verregneten Tag, alles Liebe Riki Pacik
Heinz Sichrovsky verteidigt Kunst und Kultur: Zeit für Friedensmärsche? (23.01.26)
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Lieber Heinz Sichrovsky,
wieder einmal kann ich Ihren Worten nur zustimmen. Aber ich fürchte, die allgemeine Aufrüstungseuphorie spricht gegen uns. Wie soll sich der arme Babler in dieser Frage durchsetzen? Das Thema Frauen zur Stellung ist für mich besonders abwegig. Da bin ich ausnahmsweise einer Meinung mit Claudia Tanner. Es gibt aber eine namhafte österreichische Journalistin - und ich gehe davon aus, dass sie nicht die einzige ist, die das so sieht - die in einer Fernsehdiskussion auf einem Privatsender gestern meinte, Frauen zum Heer zu verpflichten, wäre ein emanzipatorischer Akt. Na bravo, vielen Dank! Und nebenbei bemerkt: auch den Zivildienst für Frauen lehne ich ab. Frauen leisten in ihrem Leben Zivildienst genug.
Zum Thema Unwort "feldverwendungsfähig" fällt mir nur Folgendes ein:
Wer feldverwendungsfähig ist, kann im Ernstfall auch schnell unter der Erde sein.
Bedrückende Zeiten, trotzdem hoffnungsvolle Grüße an Sie, Riki Pacik
Sehr geehrter Herr Sichrovsky …. Ihre heutige Kolumne regt zur Reaktion an: Wir leben in einer dramatischen Zeitenwende und niemand weiß wohin sich die Welt wenden wird –
nur die regelbasierende auf das Recht achtende Welt geht wahrscheinlich zu Ende und das Recht der Macht und Stärke wird wieder in imperialistischen und
nationalistischen Ambitionen regieren.
Keine hat geglaubt, daß Putin die Ukraine angreift. Amerika (auch ohne Trump) ist keine atomarer Sicherheitsgarant (vor allem wenn Vance die nächste Wahl gewinnt) mehr für Europa –
Ja, England und Frankreich hat Atomwaffen – aber die sind nur zur gegenseitigen Vernichtung einsetzbar – somit in 99.9. der Fälle keine Option. Und das Putin die lettischen Staaten,
nicht angreifen wird, weiß man heute einfach nicht – vor allen weil ich glaube, dass er in der Ukraine letztlich das bekommt was er will.
Europe hat 30 Jahre die Friedensdividende kassiert und seine Verteidigungsfähigkeit völlig verloren. Europe muss aufrüsten …. So tragisch das ist – aber auf Putin vertrauen … das ist schon
Post Krim schief gelaufen.
….und Österreich ist verpflichtet seine Neutralität (sofern sie wirklich noch sinnvoll ist) zu verteidigen – das geht ohne Soldaten nicht….. und eine gewissen Dienst am Staat, an der
Gemeinschaft kann man schon verlangen …. Hat es ja früher auch gegeben und meine Generation hat sich trotzdem eine Leben aufbauen können.
Man muss manchmal seine Ideologie revidieren – sonst geht man ideologisch – mit fliegenden Fahnen vielleicht – aber trotzdem unter.
Mit freundlichen Grüßen …. Dr. Otto Schwarz
Sehr geehrter Herr Sichrovsky,
Sie haben völlig recht! Nur Friedensmärsche wären schon lange angesagt gewesen. Wer könnte das organisieren, damit möglichst viele mitmachen? Ich wäre sofort dabei! herzlichen Gruß Andrea Rest
S.g. Herr Sichrovsky,
ein uneingeschränktes Ja und Bravo zu Ihrem Text zu den unsäglichen Militärplänen, die als Realität drohen.
Dr. Helmuth Hartmeyer
Spitzentöne: Der Blechtrottel als Literaturkritiker (21.01.26)
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 04/26 erschienen.
Lieber Heinz Sichrovsky !
Habe ganz vergessen zu schreiben daß mir die Spitzentöne mit CZLOWIEK herrlich gefallen haben ( Obwohl viel Kohle würde Thomas Mann leider in der heutigen Zeit der kulturlosen IT-ler , die der Worte nicht mächtig sind – meine Buchhandelserfahrung – auch nicht machen….)
♥lichst
Schönen Tag
Gunnar Grässl
der gerade BALLO – München 1.11.1984 – Patane – Zampieri, Lima, Zancanaro ( ! ) hört
Entschuldigung, dass ich Ihnen schon wieder schreibe. Der Grund ist der Aufmacher der Kronenzeitung und die Meinung von Klaus Herrmann auf Seite 2. ! Aus langjähriger Erfahrung weiß ich, dass es zuallererst an kompetentem Lehrpersonal fehlen wird für die neuen Gegenstände „Informatik und Künstliche Intelligenz“ und „Medien und Demokratie“. Wie werden wohl die Lehrpläne dafür ausschauen? Wie die Aubildung der Lehrer? Herauskommen wird ein Wischi Waschi- Unterricht, bei dem die Schüler mitunter mehr wissen als die Lehrer. Auf Kosten von Latein, über Griechisch redet man schon gar nicht mehr. In der AHS-Oberstufe soll es statt 12 Wochenstunden Latein über 4 Jahre nur mehr 8 sein. Die Krone scheint von dem Vorhaben ganz begeistert zu sein, das ist kein gutes Zeichen. Ich frag mich gerade, ob ich wirklich schon so von Gestern bin, dass ich das alles nicht gut heißen kann.
Riki Pacik
Qualifizierte Hoffnungen? Die mache ich mir nicht, wir sind aber Auslaufmodelle, leider!
LG Johanna Kraft
(tröstlich ist heutzutage für mich eigentlich nur die Musik, auch die Weltlage wird ja täglich grausamer und blöder)
Lieber Herr Sichrovsky!
Um Ihre Frage nach qualifizierten Kulturpoltikern zu beantworten:
Ich glaube nicht.
Wir leben in einer Zeit, in der schon die dritte Generation unserer Mitbürger zu einem großen Teil im Bildungsabbau aufgewachsen ist. Einfache, auf Sammelworte reduzierte Sprache, simplifizierende Amerikanismen wo man hinschaut, Autoren, die sich immer mehr (manchmal sogar qualitätsvoll) der simplifizierten Sprache bedienen, Lehrpläne, die nach dem Motto „Brauch’ ma des?“ erstellt werden, alle kulturell wichtigen Schulfächer sind bis unter die Wahrnehmungsschwelle reduziert, dazu eine Kulturpolitik, die von Politikern verwaltet wird, die nicht einmal mit der Politik, die ihnen ihre (auch kaum mehr vorhandene) Ideologie vorschreibt, fertig werden.
Ich weiß schon, es gibt viele Kulturschaffende, die dagegen halten. Aber heute? Kreisky hat immerhin noch Robert Musil gelesen.
Ich fasse zusammen: Wir leben in einer Zeit des Niedergangs, die allerdings schon so lange anhält, dass eine neue Normalität entstanden ist, die sich bald zur Tradition entwickeln wird.
Und Traditionen sind bekanntlich heilig.
Herzliche Grüße
Ihr
Günter Tolar
Lieber Heinz Sichrovsky,
Sie haben der KI ja mit einem ziemlich gemeinen Trick eine Falle gestellt. Und sie ist offensichtlich hineingetappt. Hätte sie nicht, wenn sie tatsächlich Konkurrenz zur menschlichen Intelligenz wäre, Ihre Thomas Mann -Zauberberg -Posse durchschauen und sie daher als Plagiat entlarven müssen? Gut, jetzt bin ich wieder naiv. Aber waren und sind das nicht alle, die sich durch die KI eine Erlösung erwartet haben? Hat nicht so mancher gehofft, dass der manchmal mangelhaft ausgestatteten natürlichen Intelligenz mit KI auf die Sprünge geholfen werden könnte?
Das konnte nur schiefgehen.
Genauso, wie sämtliche Bildungsreformen der letzten - mindestens - zwei Jahrzehnte. Sie schreiben , die Sprache sei bürokratisiert und entwertet worden. Stimmt, sie ist aber geradezu stranguliert worden, wie alle musischen Fächer auch. Und von den Bestrebungen, die "veralteten, unnützen" Sprachen nicht mehr im nötigen Ausmaß zu lehren, will ich gar nicht reden. Auch der Philosophie wird es in den Schulen weiterhin massiv an den Kragen gehen. Was muss die jungen Leute heute noch das Geschwätz irgendwelcher alter Philosophen interessieren? Abgesehen davon, alles alte, weiße Männer. Wo bringt man da die Gendergerechtigkeit unter?
Um auf den letzten Absatz ihrer Spitzentöne zu kommen. Woher soll dieser Bildungspolitiker, der den Wiederaufbau verwüsteten Kulturguts als Vision begreift, herkommen? Die Generation, die langsam in der Politik nachwächst, ist ja zu einem großen Teil schon mit diesem Kahlschlag groß geworden. Meine Antwort auf Ihre letzte Frage gebe ich Ihnen gern. Nein, ich mache mir diesbezüglich keine qualifizierten Hoffnungen. Aber ich erlaube mir in Zeiten wie diesen ganz generell den Luxus, noch an Wunder zu glauben.
Ich grüße Sie wie immer herzlich, alle Liebe Riki Pacik
Heinz Sichrovsky: Herbert Föttinger: 20 Jahre Leidenschaft (19.01.26)
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 03/26 erschienen.
Danke für den Föttinger Bericht.
Lg RG
Spitzentöne: Identitätsprobleme eines Linken (16.01.26)
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 03/26 erschienen.
Sehr geehrter Herr Sichrovsky,
mit großem Vergnügen lese ich Ihre allwöchentlichen Spitzentöne. Herrlich fand ich Ihren Beitrag von vor zwei Wochen über sich selbst als „unbeirrten Linken, der nicht mehr weiß, was das ist“. Unweigerlich musste ich dabei an den revoltierenden Sozialisten und Künstler Gustave Courbet denken, den ich demnächst umfassend in Österreich präsentieren werde.
Courbet meinte einst: „Ich bin nicht nur Sozialist, sondern auch Demokrat und Republikaner, mit einem Wort, Partisan der gesamten Revolution und vor allem Realist. Realismus heißt aufrichtige Liebe zur wirklichen Wahrheit.“
Sehr gerne würde ich Sie in einem persönlichen Gespräch über dieses große Ausstellungsprojekt informieren, das am 18. Februar im Leopold Museum eröffnet (s .anbei) und zugleich das 25-jährige Jubiläum des Hauses einleitet.
In der Hoffnung auf einen anregenden Gedankenaustausch verbleibe ich
mit herzlichen Grüßen,
Hans-Peter Wipplinger
Sehr geehrter Herr Sichrovsky,
ich habe eine Sendung mit Trump gesehen, wie er die Länder Europas auseinander dividieren will. Warum macht Europa nicht das gleiche mit Amerika. Es gibt genug Gouverneure von US Staaten, die mit der Politik von Trump nicht einverstanden sind. Könnte man diese, hpts. Demokraten, nicht zum Opernball einladen. Die frankophilen, z.B. New Orlean, zum französischen Nationalfeiertag. Auch andere schöne Länder in Europa können Gäste amerikanischer Politiker werden. Das könnte Trump nicht gefallen. Europa könnte so Amerika näher rücken. Wozu zahlen wir die Diplomaten in aller Welt und besonders in den USA.
Mit freundlichen Grüßen
Karl Hawlik
Sehr geehrter Herr Sichrovsky,
ich musste ihren Artikel 2 mal lesen, um ihn einigermaßen zu verstehen. "Links" zu sein ist eine Lebenseinstellung, die nicht alle Menschen glücklich macht.
Oder aber - von der Familie vorgegeben wird, ja sogar anerzogen wird. Muss ich, als Sohn sozialistischer Eltern, auch deswegen der sozialdemokratischen Gesellschaft angehören? Nein, sage ich. Ich war immer schon Gegner der Verallgemeinerung, von einem, wie man heute sagt, "mainstream"....
Nun ja, bei ihnen bröckelt auch die Einstellung zu links...das wundert mich deswegen nicht, weil die heutige Sozialdemokratie bei weitem nicht mehr mit der vor 30 Jahren vergleichbar ist.
Zu Babler: Babler ist links. Das wissen wir. Ein Marxist. Aber ohne Charisma. Ein Emporkömmling, der wenig bis keine politische Ausbildung hat, und sich somit in der heutigen Politik mit den anderen "Kollegen" schwer tut. Ja, reden kann er ...vielleicht, aber das ist auch schon alles. Seine politische Einstellung und die damit verbundenen Handlungen sind nicht für alle nachvollziehbar, geschweige denn verständlich. Babler muss man mögen, oder auch nicht ...Ich mag ihn nicht. Warum? Er schießt gegen alles und jeden, der sich im Leben etwas geschaffen hat. Das Glück hatte etwas geerbt zu haben. Viel oder wenig, das ist hier sekundär. Geschaffen mit Freude, Einsatz, Glück und Wissen, aber auch mit etwas Bauernschläue. Babler hätte am liebsten, wenn alle gleich viel, oder gleich wenig hätten. Reichensteuer? Was ist das? In seinen Augen wohl ein gewisser Ausgleich für Menschen, die zeitlebens in der sozialen Hängematte leben (wollen). Und seine Sympathie für Menschen, die bei uns ein ruhiges Leben erwarten - aber nach ihren Vorstellungen und Riten. Er war ja jahrelang Bürgermeister in einem Ort in Niederösterreich, wo Flüchtlinge leben oder lebten, die sich erwarteten, dass die Menschen bei uns sie mit offenen Armen empfangen würden, und dann...nach ihren Regeln leben sollten. Also, lieber Herr Sichrovsky, sie mögen den Babler? Das wundert mich schon, aber bitte, irgendwann werden sie sehen und akzeptieren (müssen), dass Babler nicht mehr in der Regierung sein werden.
Doskozil ist sicher nicht das Gelbe vom Ei, aber um Eckhäuser besser als ein erklärter Marxist.
Die Wirtschaftskompetenz vieler Linker lässt sehr zu wünschen übrig und da wundert es mich nicht, dass Österreich so dasteht, wie es sich aktuell zeigt.
Es passiert immer wieder, dass unqualifizierte Menschen an die Spitze eines Unternehmens (Stichwort: Bundestheater) gehievt werden. Das ist eben Österreich, aber nicht nur hier. Und warum? Weil sie besser manipulierbar sind - wie Marionetten....das will die Politik ja...
Das Zuverdienst Verbot für Künstler ist eine fatale Fehlentscheidung, die ihresgleichen sucht. Keine Minute nachgedacht. Und das ist sozial? Ja, da sieht man die Kompetenz eines Marxisten. Künstler sind für Babler Schmarotzer. Genug über Babler. Der ist (hoffentlich) eh bald Geschichte. Ob er nun flammende Reden halten kann, oder nicht.
Über den Iran, oder früher Persien, kann ich nur bedingt urteilen, obwohl wir einige Freunde aus diesem Land haben. Vom Regen in die Traufe. Die Perser haben den Schah mit dem nassen Handtuch aus dem Land geprügelt. Heute wären sie froh, wenn er noch als Herrscher bei ihnen wäre. Die Mullahs sind religiöse Fanatiker, die unberechenbar sind und wahllos Menschen erschießen, die nicht nach ihrer Pfeife tanzen.
Und zum Schluss: Der Antisemitismus in Österreich ist leider in den letzten Jahren enorm gewachsen, was mir echt Sorgen macht. Nicht zuletzt durch Aussagen eines mittel begabten Möchtegern-Sängers, der allen Ernstes ein Verbot Israels an einem letztklassigem Event, namens Eurovision-Contest, fordert.
Ja, Israel und Netanyahu haben überzogen und für den unmenschlichen Überfall vernichtende Rache geübt. Für knapp 2000 Israelis die grauenvoll ermordet wurden, mussten 30.000 Palästinenser sterben. Da wurde viel Blut vergossen und hat wenig zur (wahrscheinlich unmöglichen) Aussöhnung beigetragen, aber jetzt sollte es genug sein. Ein J.J., der einen Songcontest, der sowieso kaum jemanden wirklich beeindruckt, gewonnen hat, hat nicht das Recht, diese Äusserungen zu tätigen.
Ich mag den Trump auch nicht. Aber jetzt ist er nun mal im Amt und wir müssen damit leben - leider. Auch wenn wir noch so viel kritisieren, wird er noch 3 Jahre im Amt bleiben und Europa muss sich arrangieren.
Sie fragen sich: Ist dieser Autor jetzt ein Rechter, mag er Kickl? Ich sage ihnen: Nein. Ich bin jahrelang beim Wirtschaftsbund tätig gewesen und habe immer ÖVP gewählt, aber in letzter Zeit habe ich berechtigte Zweifel, ob alles richtig ist, was die ÖVP so unternimmt. Mein letzter Stimmzettel hatte ein Kreuz bei den NEOS, die aber leider auch nur Trittbrettfahrer wurden.
In diesem Sinne, nichts für ungut und ich hoffe, dass sie mich verstehen, oder versuchen, mich zu verstehen.
Liebe Grüsse aus dem dritten Bezirk.
Hannes-Leo Wagner-Farber
Werter Herr Sichrovsky,
Das mit der Seitenbestimmung ist wahrlich ein Problem, wurden die Linken in der UdSSR doch zu Rotfaschisten, die angeblich wiederum die Antfaschisten im Westen finanziell unterstützten. Und heut gibt es Linke, die, gemildert beschrieben, genozidales Verhalten von Rechten nicht in Frage stellen.
Helfen könnte da, falls der Humanismus einem nicht reicht, weil man doch schon eines göttlichen Drahts bedarf, der Pastafarismus. Sich mit dem Fliegenden Spaghettimonster nicht nur um das Wohl der Reichen zu sorgen, könnte fast da einstige Links ersetzen, wenn man nicht meinte, ohne eine auch den Armen Unheil bringende Revolution wäre alles nichts.
Uwe Ladwig
Sehr geehrter Heinz Sichrovsky,
ich habe gerade ihre SPITZENTÖNE gelesen ...
Obwohl ich in einem "anderen politischen" Lager (dem bürgerlichen :-) sozialisiert wurde, schätze ich AUCH Ihre politischen - klaren und ehrlichen - Kommentare sehr!
Sie haben für mich die wunderbare Gabe, mich nicht nur in Ihrem autistischen Ressort zu fordern, zu inspirieren, zu ärgern, zu erfreuen, ZUM NACHDENKEN ANZUREGEN, sondern eben auch "außerhalb"! Dafür bin ich Ihnen - ganz persönlich - sehr dankbar. SIE sind der Hauptgrund, dass ich mich jede Woche auf das neue NEWS freue.
Herzliche Grüße aus Innsbruck
Reinhold Sigl
PS: Ich kenne mich, trotz meines großen Bemühens und Interesses bezüglich Trump auch nicht mehr aus ... eine Verhaftung dieses Menschen ist aber längst überfällig. Ich hoffe ehrlich, diese noch erleben zu dürfen ... natürlich in der Hoffnung, dass "danach" nicht noch was "Schlimmeres folgt".
Heinz Sichrovsky verteidigt Kunst und Kultur: Nochmals Griechisch – ein Wagner-Wunder (16.01.26)
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Sehr geehrter Herr Sichrovsky !
Seit vielen Jahren lese ich Ihren Artikel "Spitzentöne" in der Zeitung News und habe heute früh gelesen, dass die klassischen Sprachen Latein und Altgriechisch nicht mehr unterrichtet werden sollen. Ich bin eine große Bewunderin der griechischen Antike und habe daher über diese unter meinem Mädchennamen Ellen Braunger jetzt mein drittes Buch "Griechische Antike für alle", erschienen im Vindobona-Verlag jetzt im Jänner 2026, geschrieben. Es war mein letzter Versuch, den Verfall und die Auflösung unserer Werte aufzuhalten oder auch nur ein wenig zu mildern. Der Verlust des Schönen und Guten lässt eine graue Welt zurück und es blutet das Herz.
Mit freundlichen Grüßen
Ellen Pecenka
Lieber Heiz Sichrovsky !
Maximas tibi gratias ago ! Epaino !!
Danke für den Einsatz zur Rettung der klassischen Sprachen ! Werde das gerne unterschreiben und weiterleiten !
Ich freue mich schon auf Lise und Ersan ( Toto großartig und auch von Happel sehr sehr stark gespielt – brauchte ein paar Minuten am Anfang – aber dann…zuletzt zu Tränen gerührt !
♥lichst
Gunnar Grässl
Der gerade den alten Taddei 1983 Graz in Simone hört……
Lieber Herr Sichrovsky!
Zu den alten Sprachen:
Ich bin selbst Absolvent des Humanistischen Gymnasiums Linz, mit Latein ab der 1. und Griechisch ab der 3. Klasse. Das Englisch, das wir ab der 5. Klasse lernten, war unbrauchbar.
Aber Latein und Griechisch? Abgesehen davon, dass das „humanistisch geprägte Denken“ heute wichtiger denn je wäre, war das Lernen der beiden Sprachen ein unfassbar umfasssendes Training für das Hirn. Die zwei Sprachen mit ihren Ähnlichkeiten einerseits und den Unterschieden andrerseits in der Grammatik (und in der Schrift) begreifen zu müssen bereitet das Gehirn auf lebenslang funktionierenden Gebrauch vor. Durch das Studium dieser Sprachen entstehen nicht nur gescheite, sondern auch im heutigen Sinn „brauchbare“ Menschen, versehen mit der humanistischen Komponente.
Zu der Davidsen: Es wäre schon schön, wenn sich die Linie Flagstad - Nilsson endlich fortsetzen würde. Ich habe einen der „Ringe“ in dieser Saison gebucht, da singt die Nylund.
Herzliche Grüße
Ihr
unbeugsamer Humanist
Günter Tolar
Heinz Sichrovsky verteidigt Kunst und Kultur: Das Vertrackte an Strauß – eine rettenswerte Bühne (09.01.26)
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Lieber Heinz Sichrovsky,
in Ihren Spitzentönen greifen Sie so viele Themen auf, man weiß gar nicht, wo man anfangen soll. Daher suche ich mir das für mich naheliegenste Thema aus, nämlich "die arme Bildung". Seid Claudia Schmied empfinde ich jede angesagte Bildungsreform als gefährliche Drohung. Und die Ergebnisse bisher haben mich noch nie diebezüglich enttäuscht. Jetzt also Christoph Wiederkehr. Ein ambitionierter Träumer, der schon in der Wiener Bildungspolitik gescheitert ist. Wie glücklich macht mich Ihre Formulierung vom "Blick auf das große Ganze, also die Grundausstattung für ein freies, humanistisch gefestigtes, gegen politische Vertreterschmähs immunes Denken". Wir kriegen es derzeit jeden Tag vorgezeigt, wie wichtig das wäre. Ich begrüße Ihre angekündigte Gegeninitiative aus ganzem Herzen.
Aber nun zu Ihrem Newsletter zum Neujahrskonzert. Gleich vorweg, mir hat es sehr gut gefallen. Diese Leichtigkeit und Freude in Zeiten wie diesen so zu vermitteln, wie es Yannick Nézet-Séguin tat, war schon ein beglückendes Erlebnis. Und irgendwie hatte ich das Gefühl, das Neujahrskonzert wäre gerade im 21. Jahrhundert angekommen. Das mit der DNA ist wahrscheinlich ein Thema, das mit unserer Generation zusammenhängt, wir sind mit Willi Boskovsky aufgewachsen und blicken auf so viel Jahre Neujahrskonzert zurück, da sieht man die Dinge aus einem anderen Blickwinkel. Was mich erfreute, war die Tatsache, dass man bei den Philharmonikern viele neue Gesichter sah, ein hoffnungsvoller Blick in die Zukunft,
Bezüglich der Programmauswahl muss ich Ihnen allerdings zustimmen. Nicht jeder Walzer, auch von Johann Strauss nicht, ist eine geniale Offenbarung. Immer Neues entdecken zu wollen oder zu müssen, hat somit seine Risken gediegener Langeweile. Dass es sich lohnte, die von Ihnen genannten Komponisten mehr ins Programm zu holen, ist unbestritten. Hat vielleicht auch etwas mit der DNA zu tun. In meiner DNA ist es , dass ich beim Neujahrskonzert seit einigen Jahren immer zu Tränen gerührt bin.
Ich grüße Sie wie immer herzlich und wünsche ein schönes, winterliches Wochenende, Riki Pacik
Lieber Herr Sichrovsky,
Danke für den „Nachschlagkommentar“ zum heurigen Neujahrskonzert. Ich gehöre vermutlich auch zu der altmodischen Minderheit, die sich beim Neujahrskonzert (und sonst auch) auf das Musikalische konzentriert. Ich kann Ihrer Beurteilung nur zustimmen.
Beste Grüße
Hans Loibner
Lieber Heinz Sichrovsky !
Danke für den Newsletter ! Punktgenau !
Freue mich schon auf Gernot Kranner !
♥lichst
Gunnar Grässl
Der gerade Fidelio – Salzburg 1950 – Furtwängler – Braun, Schöffler, Patzak, Flagstadt, Greindl, Schwarzkopf, Dermota hört
Lieber Herr Sichrovsky!
Zur Programmauswahl beim letzten Neujahrskonzert bin ich Ihrer Meinung. Nicht alles, was „noch nie gespielt wurde“ ist auch wert, „endlich“ gespielt zu werden.
Beim Dirigenten kann ich Ihnen nur teilweise recht geben. Er hat meiner Meinung nach nichts in die Musik hineingeheimnist und damit nicht der Musik, was andere gerne tun, „seinen Stempel aufgedrückt“. Keine überzogenen Rubati, keine manchmal nicht nachzuvollziehende Tempi. Er hat die Musik sehr entspannt gespielt, nicht interpretiert. Und die Späße? Mein Gott, ein Versuch halt, eine alte Tradition wieder aufleben zu lassen, bestenfalls unnötig.
Es ist mir übrigens eine Ehre, einmal nicht ganz Ihrer Meinung sein zu dürfen.
Herzliche Grüße
Ihr
Günter Tolar
Spitzentöne: Heinz Sichrovsky trotzt einem herausfordernden Jahr (07.01.26)
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 01+02/26 erschienen.
Sehr geehrter Herr Sichrovsky,
diesmal gebe ich Ihnen nicht bei allem recht, vor allem was Babler
anlangt. Nicht nur dass er kein Kunstverständnis aufweist, der hat
überhaupt kein Verständnis bzw. Verstehen für irgendetwas. Total
ungebildet und blabelt permanent Unverständliches. Der ist eine Schande
für dieses Land und ein Hemmschuh bei der Lösung wichtiger Probleme in
meinen Augen.
Und die KPÖ - auch wenn sie nur auf 2 Prozent kommen - unterscheidet
sich in nichts vom rechtsextremen Rand.
Leider ist die ÖVP derzeit auch zu vergessen. Es gibt überhaupt keine
Politiker mehr vom Schlag eines Kreisky oder Schüssel. Da kann ja nichts
weitergehen.
Und das Rote Wien - nein danke! Die können ja nur Schulden anhäufen und
Fremde statt die autochthone Bevölkerung unterstützen.
Weiters glaube ich, dass die so genannte Neutralität nicht mehr
zeitgemäß ist und uns letzten Endes bei diesen Verrückten im Osten und
im Westen nicht helfen wird.
Eine Gesamtschule hätte meiner Meinung nach die Vorteile, dass sich
jemand um die Kinder, die sonst allein gelassen werden, kümmert und die
Handyzeit reduziert wird, die verblöden ja sonst gänzlich.
Was Altgriechisch und Latein betrifft, bin ich ganz bei Ihnen. Der
Gedanke, dass keine dieser Sprachen mehr unterrichtet wird, ist
erschreckend!
Jedes diesbezügliche Wort in Ihrem Absatz unterstreiche ich hundert Mal.
Auch mir wird angst um den kulturellen Gesamtbefund. Aber - wie schon
oben ausgeführt - was will man von einem Babler und der Stadt Wien
bezüglich kompetentes Personal, Song Contest etc- zulasten der von Ihnen
angeführten kulturell wichtigen Einrichtungen. Dass ersterer für die
Sparte Kultur zuständig ist, ist ja der Witz des Jahrzehnts!
Wovor auch mir am meisten graut, ist eine blaue (Anti)Kulturpolitik. Ich
möchte gar nicht daran denken, was dann alles verloren ginge.
Ich hoffe, Sie verstehen auch meine Ansichten.
Mit bangen Grüßen
Susanne Neuer
Heinz Sichrovsky verteidigt Kunst und Kultur: Was Sie im Theater nicht versäumen sollten (02.01.26)
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Sehr geehrter Herr Sichrovsky,
Wäre schön, einmal auch aus den Bundesländern etwas zu hören!!!
Liebe Grüße
Christine Nemeth
Lieber Heinz Sichrovsky !
Guten neuen Jahresbeginn zu wünschen !
Haben Sie Dank für den Newsletter !
So viele Vorstellungen gesehen und teile Ihre Meinung punktgenau ! Josefstadt natürlich alles schon bis Spielzeitende gebucht ( teilweise mehrfach ) . Liliom an der Burg – herrlich – sehr interessant mit weiblichem Liliom – hätte mir das nicht so vorgestellt – aber die Reinsperger kann zur Zeit wohl fast alles spielen !
Was macht Habjan an der Staatsoper ? Simone ?
Wie hat Ihnen das Neujahrskonzert gefallen ?
♥lichst
Mit freundlichen Grüßen,
Gunnar Grässl
Sehr geehrter Herr Sichrovsky, auf diesem Weg die besten Wünsche, Gesundheit, für das neue Jahr !
Verbunden mit Dank für Ihre Nachrichten gedruckt NEWS und, soeben, via Mail. Immer Höhepunkte im Leben !
Rainer Künzel aus München
PS: ein paar Tage Vienna stehen an, und ich bin glücklich über Ihre Nachricht soeben.
Ein Besuch im Theater, neben Albertina & Co., muss sein ! Dank Ihrer Hinweise erübrigt sich die Suche, perfekt ! obwohl in der Josefstadt, wie auch am Akademietheater, nichts anbrennen kann (Richard lll ist überbucht, im Feuilleton bei uns nicht gerade mit Lob bedacht …).
Christkindl hat mir auf den Gabentisch Bruckner Nr.9 mit meinen Lieblingsdirigenten CT und den Wienern (Edition Salzburger FSpiele) gelegt. Da bleiben keine Wünsche offen ! d‘accord ? RK


