Salzburger Festspiele: Läppische Intrigen um Markus Hinterhäuser (04.02.2026)
Lieber Heinz Sichrovsky,
eigentlich wollte ich mir gerade etwas Schreibabstinenz verordnen. Da bot mir heute Morgen ein Presse - Artikel von Wilhelm Sinkovicz eine Information, die ich gerne im Zusammenhang mit ihrem Newslettter aufgreifen möchte.
Wilhelm Sinkovicz beschreibt einen nahezu absurden Zustand in Salzburg rund um Markus Hinterhäuser. Während er in Frankreich geehrt und gefeiert wird, mühen sich Salzburgs Bürgermeister und die Landeshauptfrau mit seltsamen Drohgebärden gegen den Intendanten ab. Zu Unrecht, denn es steht ihm laut Vertrag zu, den neuen Festspiel-Schauspielchef/ die neue Festspiel-Schauspielchefin zu engagieren. Gegen Karin Bergmann spricht laut Fachkreisen absolut nichts. Vielleicht liegt es ja daran: Zu Festspielzeiten ist Salzburg sozusagen der Nabel der Welt, was Kultur anbelangt. Da sonnen sich die Politiker in diesem Glanz und geben Weltoffenheit vor. Im Rest des Jahres ist Salzburg halt einfach Provinz.
Mit lieben Grüßen Riki Pacik
Heinz Sichrovskys Spitzentöne: Beste Köpfe für Latein, Trump als Opernkreatur (04.02.2026)
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 06/2026 erschienen.
Sag mir, wo die Bildung ist …
Wer heute über Defizite in Wissenschaft, Politik oder Medien klagt, meint oft fehlende Expertise oder mangelnde Professionalität. Doch das eigentliche Problem liegt womöglich tiefer. Der Philosoph Robert Spaemann erinnerte daran, dass Bildung nicht mit Ausbildung verwechselt werden darf. Ein gebildeter Mensch ist nicht einfach jemand mit viel Wissen oder beruflicher Qualifikation, sondern jemand, der Zusammenhänge versteht, selbstständig urteilen kann und sein Wissen in ein umfassenderes Verständnis von Welt und Mensch einordnet. Bildung ist Orientierung — nicht bloß Kompetenz.
Vor diesem Maßstab betrachtet, erhält die Diagnose besonderes Gewicht: In zentralen gesellschaftlichen Bereichen mangelt es weniger an Spezialisten als an gebildeten Persönlichkeiten. Dass viele Menschen heute kaum noch zwischen Bildung und Ausbildung oder zwischen Sprachkompetenz und Bildung unterscheiden, ist mehr als eine begriffliche Ungenauigkeit. Es ist ein Symptom. Fachwissen und funktionale Fähigkeiten sind verfügbar wie nie zuvor — doch die Fähigkeit zur Einordnung, zur Reflexion und zum verantwortlichen Urteil tritt dahinter zurück.
Gerade hier lohnt sich ein Blick auf unsere Region. Konstanz und die Bodenseeregion sind nicht nur Bildungsstandorte, sondern seit Jahrzehnten Orte, an denen über die Grundlagen von Sprache, Wissen und Erkenntnis nachgedacht wird — etwa in Traditionen der sprachbasierten Informatik oder der konstruktiven Wissenschaftstheorie. Solche Ansätze erinnern daran, dass Erkenntnis immer auch ein sprachlicher und reflexiver Prozess ist. Sie machen deutlich: Bildung beginnt nicht beim Anhäufen von Fakten, sondern beim bewussten Umgang mit Begriffen, Bedeutungen und Perspektiven.
Vor diesem Hintergrund erscheint auch die Debatte über generative künstliche Intelligenz in einem anderen Licht. Sie wird meist als Bedrohung oder als Effizienzwerkzeug diskutiert. Doch sie kann auch ein Instrument sein, Breitenbildung zu stärken — vorausgesetzt, sie wird klug eingesetzt. In Elternhaus, Kita oder Schule kann sie dialogisch genutzt werden, um Neugier zu strukturieren, Fragen zu vertiefen und Perspektivwechsel anzuregen. Gerade in einer Region mit wissenschaftlicher Tradition im Umgang mit Sprache und Erkenntnis liegt hier eine besondere Chance, solche Technologien bewusst bildungsorientiert zu gestalten.
Freilich: Bildung lässt sich nicht automatisieren. KI kann Informationen liefern, Denkanstöße geben und Gespräche begleiten — aber sie kann weder menschliche Erfahrung ersetzen noch moralische Urteilsfähigkeit hervorbringen. Bildung entsteht durch Begegnung, durch Vorbilder, durch pädagogische Beziehung und durch persönliche Auseinandersetzung mit der Welt. Wird KI jedoch als Werkzeug in diesen Prozess eingebettet, kann sie dazu beitragen, Voraussetzungen zu schaffen, auf denen Bildung im spaemann’schen Sinne wachsen kann.
Vielleicht liegt darin eine Perspektive: Wenn wir frühzeitig Räume eröffnen, in denen Fragen wichtiger sind als schnelle Antworten, könnten wir langfristig jene gebildeten Menschen fördern, die unsere Institutionen dringend brauchen. Die Frage „Sag mir, wo die Bildung ist …“ wäre dann nicht nur Klage — sondern Anstoß, neu darüber nachzudenken, wie wir sie entstehen lassen.
Prof. em. Dr. Erich Ortner
Sehr geehrter Herr Sichrovsky!
Danke für ihre Artikel. Wegen "Monster's Paradise" muss man ja direkt nach Graz fahren.
Die Petition zwecks Latein habe ich natürlich auch unterschrieben, und etliche Leute dazu bewogen es mir gleich zu tun.
Viele liebe Grüße!
Rudolf Gindlhumer
Heinz Sichrovsky verteidigt Kunst und Kultur: Unfug in Salzburg, die besten Köpfe für Latein (04.02.2026)
Lesen Sie den Newsletter zum ersten Mal? Melden Sie sich hier an. Sollten Sie meinen Newsletter ausreichend interessant finden, schicken Sie ihn gerne weiter. Vielen Dank!
Danke für die wunderbare Analyse einer weiteren wirklich unnötigen Erregung.
Herzlichst
Mag. Ingrid Zobl-M.
WRG/ORG der Franziskanerinnen in Wels
Ich bin ganz ihrer Meinung. Auch in anderen Berufen kommt es immer wieder vor, dass Jobs ohne Bewerbung angeboten und vertraglich fixiert werden. Das Intrigenspiel ist wirklich ärgerlich in Salzburg. Besonders wenn Markus Hinterhäuser ein so ausgezeichnetes Programm bietet.
Beste Grüße Ruth Kling
Lieber Heinz Sichrovsky,
am Morgen des dritten Tages - exakt um 9:22 - 30.429 Unterschriften, wie schön. Aus Ihrem Newsletter möchte ich einen Satz herausnehmen, weil er ein treffendes Bild vermittelt."Und jetzt steht Wiederkehr, der sich mit neoliberalem Populismus ein paar Umfragepunkte erhofft hat, plötzlich Aug in Aug mit der Bildung." Der Bildungsminister duelliert sich mit der Bildung, herrlich! Was daraus zu entstehen scheint, ist eine Debatte über Bildung, wie man sie sich wünscht. Weit entfernt von der mit Scheuklappen behafteten, parteipolitisch geprägten Bildungsdebatte der letzten Jahrzehnte. Allein wenn man die drei Beiträge von Ronald Pohl, Günter Traxler und Thomas Raab, die unterschiedlicher nicht sein könnten, im heutigen Standard liest, merkt man, dass sich durch die Anliegen der Petition etwas entwickelt, was zu einer echten Bildungsreform führen könnte. Wenn die Politik denn willens wäre zuzuhören. Man wird sehen, ob der Bildungsminister und die Bildung daran erstarken, wenn sie sich Aug in Aug gegenüberstehen.
Ob der Bildungsminister dazu genügend Zeit haben wird, ist möglicherweise fraglich. Sollten sich die Koaltionspartner weiterhin mit nicht abgesprochenen Volksbefragungsankündigungen etc. ärgern, könnte diese Koaltion mit ihrem Bildungsminister bald Geschichte sein. Und dann hätten wir wahrlich andere Sorgen. Nicht nur, was die Bildungspolitik angeht.
Ich grüße Sie wie immer herzlich Riki Pacik
Lieber Herr Sichrovsky,
danke für Ihre spitze Feder, sie ist jedesmal ein Genuss!
Leider sehe ich nicht so genau hinter die Kulissen des " Intrigantenstadls"(was sicher sehr aufschlussreich sein könnte!), aber etwas kann ich natürlich schon dazu sagen...
Ich glaube kaum, dass es im Moment jemand gibt, der Markus Hinterhäuser das Wasser reichen könnte, da braucht man sich nur mal das Programm der diesjährigen Salzburger Festspiele anzusehen. Wer da nicht bemerkt mit welcher gedanklichen Tiefe und künstlerischen Qualität hier gearbeitet wird, dem ist einfach nicht zu helfen, aber diese beiden Faktoren erzeugen natürlich in unserer heutigen, an Banalität so reichen Welt, im besten Fall Abwehr, im schlimmsten Fall Neid, Missgunst bis hin zu Verleumdung und Rufschädigung, man kennt das, auch was Teodor Currentzis anbelangt, seit Jahren.
Deshalb, lieber Herr Sichrovsky, freut es mich besonders, Ihre aufschlussreichen Artikel zu lesen, nochmals herzlichen Dank dafür!
Liebe Grüße aus Freiburg,
Annette Stiller
Betreff: was ich meine?
Voll daneben !!! (3 Rufzeichen)
Ein gescheiter Intendant fällt nicht auf eine Frage von Journalisten herein, sondern antwortet "diplomatisch" ("Derzeit keine Auskunft möglich.") UND/ODER wahrheitsgetreu ("Sie hat sich leider nicht beworben, offenbar gefällt es ihr in Gmunden sehr gut.")
Gesetzlich ist eine Ausschreibung (unverständlicherweise) nicht gefordert, doch das Kuratorium hat das Recht, diese zu fordern und muss ja auch das Geld bewilligen - ode auch nicht.......
Nicht irgendwelche "Branchenhalbtoten" (bitte Namen nennen!) sind aktiv geworden, sondern die Neuen: Landeshauptfrau und Bürgermeister, als neue "Besen", die bekanntermaßen gut kehren.
Handke und die unsägliche Frau mit den schlampig geschminkten Lippen generieren zwar Kritiker-Elaborate, aber inhaltlich gehören sie zu den wirklich "Branchenhalbtoten".
Was an dem Opernprogramm fulminant sein soll, erschließt sich mir als Opernfreak nicht: die übliche Übernahme aus den Pfingstfestspielen, ein zugekaufter Monteverdi, Carmen gabs erst 2012 (damals von den Osterfestspielen übernommen; diesmal als zweifelhaftes Starvehikel angesetzt), Ariadne ist auch noch nicht lange her (auch 2012), aufgewärmte Cosi, semikonzertant Lucio Silla; einzig der Messiaen mag Aufmrksamkeit verdienen.
Mit Verlaub: den neuen Jedermann hat der Intendant NICHT erfunden; er hat, nachdem er die zweite Sturminger-Pleite nicht verhindert hat, die Verlängerungsverträge (blind?) unterschrieben hatte, eine teure Notbremse gezogen und sich endlich auf den derzeit einzig die Ränge füllenden Hauptdarsteller besonnen. Das hätte jeder Anfänger längst 2 Jahre zuvor auf den Weg gebracht.
So schaut die Bilanz aus, wobei zahlreiche bekannt gewordene Verhaltensauffälligkeiten und Missgriffe in der Besetzung (Dirigenten, Sänger......) nicht weiter ausgeführt sind.
Besser, Sie lassen den Schreibstift von diesem Herrn, er ist angezählt und zwar mit voller Beechtigung.
W. Becker
Humanismus retten durch KI-Unterricht?
Minister Wiederkehr möchte also den „Humanismus retten“, und zwar durch Kürzung der zweiten Fremdsprache (nicht nur Latein!) in den Gymnasien zugunsten von KI-Kompetenz, Demokratie- und Medienbildung. Er sieht dies als „kulturelle Selbstverteidigung“ und meint, Medienbildung und Informatik-Kompetenz seien die logische Fortsetzung der klassischen Philologie.
Der Herr Minister irrt. Junge Menschen brauchen, um sich in der modernen Welt zurechtzufinden, nicht eine Unterrichtsstunde, in der eine schnell eingeschulte Lehrpersonen mit ihnen KI-Prompts schreibt. Was wirklich notwendig ist, ist eine intensive und jahrelange Beschäftigung mit den grundlegenden Fragen über Werte und Werthaltungen: Was ist wahr, was ist gut und redlich, was ist gerecht, …? Das ist humanistische Bildung, das ist Menschenbildung, das ist Allgemeinbildung, die man im Gymnasium erhält. Latein leistet hierfür seit jeher einen wesentlichen Beitrag, es schult Lese- und Textverständnis, kulturelles und geschichtliches Verständnis (auch Demokratiebildung!), logisches Verständnis und Konzentrationsvermögen. Wer sich darauf eingelassen hat, wer sich an diesen Themen abgearbeitet hat, dem fällt es nicht schwer, KI-Prompts zu erstellen und das Wahre, Redliche und Gerechte auch in der modernen Medienwelt zu verteidigen.
Mag. Hedda Viernstein
AHS-Lehrerin
Quo usque tandem abutere, Christophore Wiederkehr, patientia nostra?
Ich hab ihm geschrieben - ob Wiederkehr das versteht ?
♥lichst
Gunnar Grässl
Der gerade LORELEY – Scala 1968 – Gavazzeni – Cecchele ( !! ), Suliotis, Cappuccilli, Ferrin hört…………
Sehr geehrter Herr Sichrovsky!
Ich habe Ihren Artikel Läppische Intrigen in Salzburg mit großem Interesse gelesen.
Noch im Herbst 2025 wandte ich mich mit dem Vorschlag, am 6. August 2026 im Rahmen der Salzburger Festspiele eine Veranstaltung zum 80. Geburtstag von Peter Simonischek auszurichten, an die Leitung der Salzburger Festspiele.
Nun verstehe ich, warum ich bisher weder eine positive noch eine negative Antwort erhalten habe. Sie sind momentan mit anderen Angelegenheiten beschäftigt.
Mit besten Grüßen
Tatiana Messner
Lieber Herr Sichrovsky,
dieses Mal bin ich nicht Ihrer Meinung.
Ich möchte mich hier stellvertretend für die Position eines heute 13-jährigen
Unterstufenschülers melden:
Das hehre Ideal humanistischer Bildung wird es schwer haben gegen die
Herausforderungen einer sich dramatisch ändernden Denk- und Arbeitswelt.
(KI wirkt sich bereits auf den Arbeitsmarkt aus.)
Wieviele der erlauchten Unterzeichner:innen* des Protestbriefes, die ihre
Schulzeit längst hinter sich haben, haben wohl tatsächlich Jahre quälender
Latein-Paukerei hinter sich?!
Kids von heute fangen nichts an mit überfrachteten Bildungsinhalten von gestern.
Sie brauchen geeignete „Tools“ für Problemstellungen von heute.
Wer vor einem halben Leben in die Schule ging, fand eine andere Welt vor. Wer
schulpflichtige Kinder hat und mit ihnen lernt, weiß das.
Wer es für ein nachfolgendes Studium braucht, kann Latein in einem Semester lernen.
Es wird nicht abgeschafft, aber zugunsten erforderlicher Anpassungen an
Veränderungen reduziert. Ein Grundverständnis bleibt damit gesichert.
Und logisch denken können nicht nur Altphilologen!
*Durchschnittsalter geschätzt 60+?! Glaubt man da wirklich, sich auszukennen in der
Welt heutiger Jugendlicher und ihrer Herausforderungen?!
Mit freundlichen Grüßen
H e i d r u n S t r a s s e r
Sehr geehrter Herr Sichrovsky,
ich möchte noch ein Mal auf Latein und Griechisch zurückkommen.
Ich habe mit Latein (tote Sprache) ohne Sprachkurs, nur mit Urlaube in Italien, spielend Italienisch gelernt. Auch im Rumänischen fand ich viele Italienische (Lateinische) Wörter.
Griechenland hat mich enttäuscht. Außer der Schrift, ist nur wenig vom Altgriechischen geblieben. Dafür konnte ich leichter die russischen Buchstaben erlernen.
Mit freundlichen Grüßen
Karl Hawlik
Für beides wieder vollste Zustimmung!
Habe die Latein-Petition schon gestern sofort unterschrieben und an
Freunde zur Unterschrift weitergeleitet.
Mit besten Grüßen
Susanne Neuer
Ich hoffe auf Karin Bergmann … sie wäre die Beste! …. und nur das zählt. Auch sollte das Kuratorium nicht den hervorragenden Intendanten vergraulen … mit der Präsidentin machen sie keinen Stich!! Gelbe Karte von Ignoranten - warum sind die Mächtigen immer so dumm? Ohnmächtige Grüße … Dr Otto Schwarz
Lieber Heinz Sichrovsky !
Punktgenau ! DANKE!
Und mit Freude unterschrieben und weitergeleitet !
♥lichst
Gunnar Grässl
Der gerade TELL – Gardelli – Gedda, Mesple, Caballe, Bacquier hört….


