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Doris Bures: Zweite Nationalratspräsidentin, SPÖ-Politikerin und Parteivorsitzende in Wien-Liesing

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Porträt - Doris Bures: Zweite Nationalratspräsidentin, SPÖ-Politikerin und Parteivorsitzende in Wien-Liesing

Porträt - Doris Bures: Zweite Nationalratspräsidentin, SPÖ-Politikerin und Parteivorsitzende in Wien-Liesing

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Doris Bures ist SPÖ-Abgeordnete zum österreichischen Nationalrat und zweite Nationalratspräsidentin (2014-2017 Präsidentin). Sie ist eine der mächtigsten Politikerinnen in der sozialdemokratischen Partei und wurde lange Zeit als mögliche Parteichefin gehandelt. Bures gilt als bedingungslos parteiloyal, durchsetzungsstark sowie als akribische Strategin. Als Teil des "Liesinger Systems" droht ihr mit der Übernahme der SPÖ durch Andreas Babler allerdings ein Machtverlust.

Steckbrief

  • Name: Doris Bures

  • Geboren: 3. August 1962 in Wien

  • Ausbildung: Zahnarzt-Assistentin

  • Partei: SPÖ

  • Position: Zweite Präsidentin des Nationalrats, Abgeordnete zum österreichischen Nationalrat

  • Gehalt: 15.395,10 Euro brutto (Gehalt als 2. Nationalratspräsidentin, Stand 2022)

  • Familienstand: unbekannt, getrennt von Wolfgang Jansky

  • Kinder: Tochter Bettina Caspar-Bures

Ginge es nach ihrer Vita, wäre Doris Bures "das logische Oberhaupt der Sozialdemokratie", denn "fast märchenhaft mutet der Aufstieg an", schrieb derstandard.at 2019 über Doris Bures, Nationalratsabgeordnete der SPÖ und zweite Präsidentin des Nationalrats. Doris Bures gilt als mächtige Politikerin der SPÖ, als eine der "Strippenzieher:innen" im Hintergrund, die immer wieder auch als Frontfrau der Roten gehandelt wurde. Dass sie die SPÖ führt, dazu kam allerdings nie bzw. wollte dies Doris Bures selbst nicht. Auch als rote Präsidentschaftskandidatin wurde und wird sie immer wieder gehandelt – doch auch hier unterstützt die SPÖ seit 2016 (sowie bei der Wiederwahl 2022) den amtierenden Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen.

Elternhaus und Geschwister von Doris Bures

Doris Bures wurde 1962 als viertes von insgesamt sechs Kindern geboren. Der Vater verließ die Familie, als Bures sechs Jahre alt war. Sie wuchs fortan mit ihren fünf Geschwistern und der alleinerziehenden Mutter in einem Gemeindebau in Wien-Liesing auf. Mit nur 15 Jahren arbeitete sie bereits, um die Mutter finanziell zu unterstützen, sie begann eine Lehre als Assistentin in einer Zahnarzt-Praxis.

Bures' Weg in die Politik

Nicht nur verdiente sie bereits sehr früh ihr eigenes Geld, ebenso wurde Doris Bures sehr jung politisiert: konkret bei den Protesten gegen das geplante Kernkraftwerk Zwentendorf im Jahr 1978, an denen Bures sich beteiligte, wie das Magazin "Datum" 2014 berichtete. Über Anti-Atombewegung sowie die österreichische Friedensbewegung fand sie den Weg zur SPÖ, genauer gesagt zur Sozialistischen Jugend, wo sie erstmals auf ihren späteren Vertrauten Werner Faymann traf.

Nach ihrer Ausbildung zur Zahnarztassistentin wechselte Doris Bures in die Politik und wurde 1980 im Bundessekretariat der SJ tätig. Ab 1987 arbeitete sie im Wiener Landesjugendreferat und von 1988 bis 1994 agierte Bures als Verbandssekretärin der sozialistischen Gemeinde- und Bezirksvertreter in Wien, ehe sie in die Mietervereinigung wechselte.

Doris Bures' politische Stationen

Jahr

Funktion

ab 1990

Abgeordnete zum Nationalrat

2000–2007

Bundesgeschäftsführerin der SPÖ

2007–2008

Frauen- und Beamtenministerin

2008–2014

Infrastrukturministerin

2014–2017

erste Nationalratspräsidentin

seit 2017

zweite Nationalratspräsidentin

Doris Bures und der Liesinger Machtzirkel

Das erste politische Amt übernahm Doris Bures im Jahr 1987 als Bezirksrätin in Wien-Liesing, wo sie seit 2009 auch Parteivorsitzende ist. Die Liesinger-, ihre Heimat-Partei, sowie Bures‘ und Faymanns Aufeinandertreffen an diesem Ort sollte sich als schicksalsweisend für die SPÖ zeigen. Gemeinsam bauten die beiden das "Liesinger Netzwerk" auf, das seit Faymanns Parteiübernahme 2008 als Machtzentrum (bei Kritikern als elitärer Kreis) in der SPÖ gilt – und dies auch nach dessen Ausscheiden weiterhin blieb. Neben Faymann und Bures ist etwa auch der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig dem Zirkel zuzurechnen – obwohl dieser nicht aus Liesing stammt – sowie der ehemalige Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch.

Ministerin unter Gusenbauer und Faymann

Zunächst war Doris Bures' Mentor aber ein anderer SPÖ-Parteichef, nämlich Alfred Gusenbauer. Er machte im Jahr 2000 die damals fast ausschließlich Insidern bekannte 38-Jährige zur Bundesgeschäftsführerin der SPÖ. Als es Gusenbauer sieben Jahre später zur Kanzlerschaft brachte, wurde Bures Frauen- und Beamtenministerin. Bis zur Demontage Gusenbauers lenkte sie das Ministerium gekonnt. Sodann wanderte Bures zurück in die Bundesgeschäftszentrale.

Bei der Nationalratswahl 2008 gelang der SPÖ – bereits unter Werner Faymann – erneut Platz eins und Bures wechselte ins Infrastrukturministerium, wo sie sich bis 2014 mit Themen wie der Rettungsgasse oder diversen Tunnel-Projekten beschäftigte. Zudem führte sie die Fahrradhelmpflicht für Kinder ein und verordnete einen Frühpensionsstopp bei der ÖBB.

Doris Bures, die Nationalratspräsidentin

2014 wurde Bures nach dem Tod Barbara Prammers zur ersten Nationalratspräsidentin und 2017 zur zweiten Nationalratspräsidentin gewählt – das Amt, das sie bis heute ausübt.

Aus eigener Kraft hochgearbeitet

Die Politikerin hat sich ihre Stellung innerhalb der Partei hart erarbeitet. Als "naive Trutsch’n" sei sie anfangs nicht nur von einer Satiresendung dargestellt, sondern wohl auch von manchen männlichen Weggefährten betrachtet worden, wie derstandard.at in einem Porträt 2019 schreibt. Doris Bures allerdings hat all jene, die sie unterschätzten, eines Besseren belehrt: Mit Organisationstalent, Fleiß und akribischer Vorbereitung arbeitete sie sich hoch, brachte Wahlkampagnen ins Laufen und baute Parteischulden ab. Dabei verlangt die Politikerin viel – von sich selbst wie auch von anderen. Sie gilt als durchsetzungsstark, aber auch als humorvoll.

So, wie Doris Bures der SPÖ bedingungslos die Treue hält, agiert sie dem bzw. der amtierenden Vorsitzenden gegenüber stets loyal. So hielt sie auch Pamela Rendi-Wagner bis zuletzt die Treue und unterstützte sie im Dreikampf um den SPÖ-Chefsessel, den Rendi-Wagner schließlich gegen Andreas Babler verlor.

Doris Bures als Parteichefin?

Immer wieder wurde Doris Bures selbst als mögliche Parteichefin gehandelt. Sogar ein Postentausch mit Rendi-Wagner – Nationalratspräsidentin gegen Parteichefin – wurde kolportiert. Doch Doris Bures lehnte stets ab. Ebenso erteilte sie bereits 2022 gegenüber der Presse einer möglichen Regierungsfunktion nach der Nationalratswahl 2024 eine Absage.

Nicht ganz so ablehnend klingen Doris Bures‘ Aussagen gegenüber einer möglichen Präsidentschaftskandidatur. Darauf angesprochen, sagt sie im oben genannten Interview: "Sicher ist, dass ich in sechs Jahren 66 bin. Und da fängt das Leben erst an, wie wir von einem österreichischen Schlager wissen." Wie das Leben 2028 jedoch innerhalb der SPÖ aussehen wird, deren "Liesinger Clique" mit der Wahl Bablers zum neuen Vorsitzenden an Macht eingebüßt hat, wird sich weisen.

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Doris Bures mit ihrer Tochter Bettina am Wiener Opernball 2023

© imago/SKATA

Doris Bures privat: Ex-Lebensgefährte Wolfgang Jansky und Tochter

Doris Bures hält sich hinsichtlich ihres Privatlebens bedeckt. Bekannt ist, dass sie 24 Jahre lang mit dem Medienmanager und Geschäftsführer der Tageszeitung "Heute", Wolfgang Jansky, liiert war. 2008 trennten sich die beiden. Zusammen haben sie eine Tochter – die bereits erwachsene Bettina Caspar-Bures. Die Ähnlichkeit zu ihrer Tochter beschrieb Doris Bures gegenüber oe24 einst folgendermaßen: "Wir können das Schöne im Leben sehen und uns daran erfreuen." Außerdem sehe man sich ähnlich. Ob Doris Bures derzeit einen Freund hat, ist nicht bekannt.

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