Fakten von

Causa Eurofighter:
Gräfliches Gegengeschäft

Justiz hat heiße Spur ins Umfeld des Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly gefunden

Alfons Mensdorff-Pouilly © Bild: 2013 AFP/Getty/DIETER NAGL

Es könnte der fehlende Puzzleteil in den jahrelangen Ermittlungen rund um die strittigen Eurofighter-Gegengeschäfte sein. Seit Jahren beschäftigt sich die Justiz mit einer mysteriösen Zahlung von zwei Millionen Euro im Jahr 2006 ins Umfeld des Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly. Laut Verdachtslage sind die Ermittler nun zu der Überzeugung gelangt, dass das Geld tatsächlich im Endeffekt von der Eurofighter-Firma EADS stammte. Die vorgegebene Leistung sei allerdings nicht erbracht worden.

Dies geht aus einem Teilbeschluss des Landesgerichts für Strafsachen Wien vom 24. Oktober 2014 hervor, der News vorliegt. Das Gericht stellt darin umfassend den Ermittlungsstand und die Verdachtslage dar. Demnach wurden bei den Ermittlungen Unterlagen gefunden, die zeigen, dass die zwei Millionen Euro offiziell eine Provision für die Vermittlung von Eurofighter-Gegengeschäften mit einer steirischen Flugzeug-Zulieferfirma waren. Das glauben die Ermittler aber offensichtlich nicht. Schließlich belaufen sich die gesamten Gegengeschäfte des Unternehmens nur auf rund vier Millionen Euro. Laut vorliegendem Vertrag hätte es für die Vermittlung bestenfalls ein Honorar von etwa 40.000 Euro geben dürfen. Darüber hinaus bestreiten mehrere Zeugen, dass es überhaupt eine Vermittlung gegeben hätte.

Empfänger der zwei Millionen und angeblicher Gegengeschäftsvermittler war die Karibikfirma Brodmann Business SA mit einer Kontoverbindung nach Wien. Kurz nachdem das Geld dort eingelangt war, wurden von diesem Konto 300.000 Euro an eine Firma Mensdorffs überwiesen. Weitere 1.715.000 Euro wurden in Tranchen bar behoben. Laut einer Zeugenaussage wurde das Geld an Mensdorff bzw. an dessen Mitarbeiter übergeben.

Die Justiz hegt den Verdacht, EADS hätte über Briefkastenfirmen Geld verteilt, das letztlich zur Bestechung von Politikern und Beamten bzw. für Kick-Back-Zahlungen dienen sollte. Die unmittelbare Zahlung an Brodmann erfolgte von der Briefkastenfirma Columbus Trade Services auf der Isle of Man. Die Eurofighter-Firma EADS, die mittlerweile Airbus-Group heißt, wollte angesichts des laufenden Verfahrens keinen Kommentar abgeben.

Letzteres gilt auch für den Anwalt Mensdorffs. Der Graf wird in der Causa offenbar bis heute nicht als Beschuldigter geführt. Im November wurde er als Zeuge einvernommen. Er sagte aus, weder mit der Eurofighter-Beschaffung noch mit der Vermittlung von Gegengeschäften etwas zu tun gehabt zu haben. Wirtschaftlich Berechtigter der Firma Brodmann sei der 2007 verstorbene Mann seiner Cousine gewesen. Er habe das erhaltene Geld nur auf dessen Anordnung verwendet. Mensdorff hat sämtliche Vorwürfe immer zurückgewiesen.

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Kommentare

Urlauber2620

Ich dachte in Österreich sind Adelstitel abgeschafft. Der Sack lässt sich aber immer mit Graf ansprechen und auch in den Medien wird er Graf genannt. Auch im NEWS. Der ist mitsamt seiner "ehrlichen" Gattin nur auf Geld aus. Er wäre im Knast gut aufgehoben aber das werden seine Freunde aus den entsprechenden Kreisen zu verhindern wissen.

In Kärnten wird man sogar wegen einer versprochener Staatsbürgerschaft verurteilt.
Ob der Herr Graf als FPÖler auch noch nicht vor Gericht stehen würde?

günza melden

Die Vorgehensweise finde ich gar nicht schlecht. Solange der Sack als Zeuge aussagt besteht doch Wahrheitspflicht gegenüber dem Gericht. Als beschuldigter könnte er ja Lügen das sich die Balken biegen. Dann genügt es eventuell in einem zukünftigen Verfahren, wenn man ihm der falschen Zeugenaussage dran bekommt wenn man schon sonst nichts stichhaltiges hat. Hauptsache er bekommt sein Fett weg.

christian95 melden

Na sicher! Darum bestellen ja SPÖ+ÖVP auch Staatsanwälte, Richter, Polizei, ORF usw., im Proporz mit ihren Parteigünstlingen.

jon bustere

volle aufklärung um den fall eads und tetron von einem involvierten.aufgrund der länge auf der webseite der tiroler tageszeitung.

http://www.tt.com/home/10282366-91/eurofighter---justiz-verfolgt-spur-von-zahlung-ohne-leistung.csp?tab=diskussion

Laleidama
Laleidama melden

Schwamm darüber...was sonst, die ÖVP Justiz wird s schon richten

günza melden

Die Politik ist an keiner Aufklärung interessiert. Da weis doch jeder vom anderen was und wenn es da mal dazu kommen sollte das da einer auspackt, dann ist das Parlament leergefegt.

Da Gunzl

Kann man den Ungustl net amoi wegsperren. Ahso, des tuat erm net weh...Nehmts erm die unverdiente Kohle ob...des trifft den Schakl sicher in Mark und Bein...

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