Wer ist Hans Peter Doskozil?

Polizist, Jurist, Büroleiter von Ex-Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ), Landespolizeichef, Verteidigungsminister - der Karrierepfad von Hans Peter Doskozil (SPÖ) verlief bisher nahtlos und führte stetig nach oben. Mit der Wahl zum Landeshauptmann des Burgenlandes langte der 49-Jährige quasi am Olymp der Landespolitik an. Nun legt er sich mit Parteichefin Pamela Rendi-Wagner an.

von Porträt - Wer ist Hans Peter Doskozil? © Bild: APA/Jäger

Steckbrief Hans Peter Doskozil

  • Name: Hans Peter Doskozil
  • Geboren am: 21. Juni 1970 in Vorau, Steiermark
  • Ausbildung: Studium der Rechtswissenschaften
  • Position: Landeshauptmann Burgenland
  • Partei: SPÖ
  • Familienstand: geschieden
  • Kinder: 2 Kinder
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Bildungsweg

  • Volksschule in Grafenschachen 1976 - 1980
  • Hauptschule in Pinkafeld 1980 - 1982
  • Gymnasium in Oberschützen 1982 - 1988
  • Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien (Mag. iur.) 1994 - 2000

Politische Meilensteine

  • Bundesministerium für Inneres, Abteilung III/1 2004 - 2005
  • Sicherheitsdirektion Burgenland 2005 - 2008
  • Mitglied des Gemeinderates der Gemeinde Grafenschachen 2007 - 2012
  • Referent im Büro des Landeshauptmanns von Burgenland 2008 - 2010
  • Leiter des Büros des Landeshauptmanns von Burgenland 2010 - 2012
  • Landespolizeidirektor von Burgenland 2012–2016
  • Bundesminister für Landesverteidigung und Sport 26.01.2016 - 18.12.2017
  • Landesrat für Finanzen, Kultur, Bauten, Krankenanstalten 2017 - 2019
  • Landesparteivorsitzender der SPÖ Burgenland seit 8.9.2018 - 26.6.2021
  • Landeshauptmann von Burgenland seit 28.2.2019

Als Nachfolger von Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ), der 18 Jahre amtierte, findet Doskozil große Fußstapfen vor. Doch der Vielarbeiter, der die Landespolitik bereits aus der Perspektive des LH-Büroleiters kennt und seine Krisenfestigkeit als Landespolizeichef unter Beweis stellte, bevor ihn 2016 der Ruf ins Verteidigungsministerium ereilte, hat sich längst in der Landesregierung eingelebt und pflegt auch seinen eigenen Stil. Beim Eintritt ins Regierungsteam von Niessl als dessen Wunschnachfolger hängte er sich gleich landespolitisch "große Brocken" um wie den Spitalneubau in Oberwart, die KRAGES (Burgenländische Krankenanstalten-Gesellschaft m.b.H.) oder die Neustrukturierung des Kulturbetriebes des Landes.

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Die ersten Pluspunkte im Landesrat

Mit der Entschärfung des seit Jahren an mehreren Schauplätzen ausgetragenen Konflikts zwischen dem Land Burgenland und den Esterhazy Betrieben konnte Doskozil als Landesrat erste Pluspunkte sammeln. Als Pragmatiker suchte er das Gespräch, Resultat war eine Generalvereinbarung, die in zwei Vergleiche mündete. Das Land muss dabei zwar 7,6 Millionen Euro locker machen, jedoch war alleine der Streitwert im Zivilprozess rund um den baulichen Zustand des Schlosses Esterhazy zuletzt mit geschätzten 18 Millionen Euro beziffert worden. Durch die Beilegung des Konflikts kommt auch die Oper im Steinbruch St. Margarethen als wichtiger Beitrag zum Sommertourismus wieder in Gang.

Raue Seiten auf Bundesebene

Mit Äußerungen zu Themen wie Migration, gegen "grün-linke Fundi-Politik" und zur Sicherungshaft lieferte der Burgenländer Diskussions- bzw. oft Konfliktstoff auch in der eigenen Partei. Auch mit seiner Unterstützung für die von Niessl nach der Abschaffung des Proporzsystems 2015 eingegangene rot-blaue Koalition im Burgenland eckte er bei Teilen der Bundespartei an.

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Durch und durch Rapid-Fan

Als Landesrat bereits mit einem Büro im Landhaus vertreten, wechselte Doskozil im Februar 2019 in die Räumlichkeiten des Landeschefs. Beim Umzug fix dabei waren eine Fahne des Fußballklubs Rapid und ein Fußball mit den Unterschriften der Spieler, ist "Dosko" doch seit frühen Tagen Rapid-Fan - im Unterschied zu Niessl, der für die Wiener Austria die Daumen drückt.

Doskozil kehrt Bundes-SPÖ den Rücken

Im April 2021 entschied sich Doskozil dafür, beim nächsten Parteitag der SPÖ nicht mehr als stellvertretender Bundesparteiobmann zu kandidieren. Er werde seine bisherige Funktion als Stellvertreter von Parteichefin Pamela Rendi-Wagner abgeben. Er habe sich dazu entschieden, weil in der Coronakrise niemand Verständnis für interne Debatten habe. "Ich tue dies ohne jeden Groll, sondern einzig und alleine in der Absicht, die SPÖ aus dem medialen Dauerfeuer zu nehmen - weil mir die Zukunft unserer Partei, wie euch allen, ein Herzensanliegen ist", betonte Doskozil. Zuletzt hätten sich die innerparteilichen Diskussionen zugespitzt, manch einer habe Öl ins Feuer gegossen. "Auch ich habe in der politischen Leidenschaft wohl das eine oder andere Mal den Bogen überspannt", sagte er.

Doskozil vs. Rendi-Wagner

Dennoch tut Doskozil immer wieder seine Meinung über die Bundespartei und deren Vorsitzende kund. So verglich er im Juli 2021 Rendi-Wagner mit der ÖVP unter Parteichef Reinhold Mitterlehner: "Ziel muss es sein, die Sozialdemokratie auf ein Ziel zu fokussieren, wieder zu einen. Das ist nicht leicht. Das hat die ÖVP unter Mitterlehner auch nicht geschafft. In der Phase befinden wir uns."

Auf die Frage, wer Spitzenkandidatin, Spitzenkandidat der SPÖ werden soll im Falle von Wahlen, legt sich Doskozil nicht auf Rendi-Wagner fest. "Dazu werde ich sicherlich nichts sagen. Wenn ich was sage, heißt es, ich bin Querulant. Wenn ich nichts sage, heißt es, ich bringe mich nicht ein. Das wird alles von der Dynamik abhängig sein. Wenn die Partei gewinnen und den Kanzler stellen will, wird sie wissen, wenn sie ins Rennen schickt. Mehr sage ich nicht dazu."

» Ich habe immer gesagt, ich bin gewählt im Burgenland und bleibe im Burgenland«

Die Parteichefin ließ diese Spitzen nicht auf sich sitzen und nannte den Landeshauptmann in einem TV-Sommergespräch "unehrlich" und "sehr inkonsequent". Ich hör" mir das gar nicht mehr an", stellte Doskozil daraufhin fest. Er habe bereits gesagt, dass die SPÖ keine Personaldiskussion brauche und man sich nicht gegenseitig beflegeln soll: "Das ist ja eine Beflegelung. So agiert nicht einmal der politische Gegner im Burgenland gegen meine Person". Weiters bekräftige er, nach immerwiederkehrenden Gerüchten, er strebe den Parteivorsitz an, im Burgenland zu bleiben. Die Diskussion, ob er für diese Funktion zur Verfügung stehen würde, gebe es nicht: "Es gibt ein klares Commitment. Ich habe immer gesagt, ich bin gewählt im Burgenland und bleibe im Burgenland und erfülle meine Aufgaben, für die ich gewählt wurde. Ich erzähle keine G"schichteln, ich stehe zu dem, was ich sage."

Kommentare

Vorschlag: Wie wäre es etwas für unser Land zu arbeiten, statt dieses Kasperltheater aufzuführen!

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