Wer ist Hans Peter Doskozil?

Polizist, Jurist, Büroleiter von Ex-Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ), Landespolizeichef, Verteidigungsminister, Landeshauptmann - der Karrierepfad von Hans Peter Doskozil (SPÖ) verlief nahtlos und führte stetig nach oben. Kommt auch noch der Sprung nach Wien? Immer wieder legt sich Doskozil mit seiner Parteichefin Pamela Rendi-Wagner an.

von Hans Peter Doskozil © Bild: imago images/CHROMORANGE

Steckbrief Hans Peter Doskozil

  • Name: Hans Peter Doskozil
  • Geboren am: 21. Juni 1970 in Vorau, Steiermark
  • Ausbildung: Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien (Mag. iur.) 1994 - 2000
  • Position: Landeshauptmann Burgenland
  • Partei: SPÖ
  • Familienstand: in zweiter Ehe mit Julia Jurtschak verheiratet (seit August 2022)
  • Kinder: 2 Kinder aus erster Ehe
© APA/Pfarrhofer Hans-Peter Doskozil als Landespolizeidirektor

Er ist trotz angeschlagener Stimme bisweilen einer der lautesten Roten: Hans Peter Doskozil, Ex-Verteidigungsminister, Landeshauptmann im Burgenland und auch schon mehrmals als potenzieller Kandidat für den Posten des Bundesparteichefs genannt, gehört zum rechten Flügel der SPÖ.

Hans Peter Doskozil: Studium, Polizei, Minister

In seinem Berufsleben pendelte Doskozil schon mehrfach zwischen dem Burgenland und Wien: Mit 19 Jahren ging er in der Bundeshauptstadt zur Polizei und begann ein Jusstudium, das er im Jahr 2000 abschloss. Nach einer Dienstzuteilung bei der Sicherheitsdirektion Burgenland war er in Wien in der Bundespolizeidirektion und danach im Innenministerium tätig. Wieder zurück im Burgenland, stieß er zum Team von Ex-Landeshauptmann Hans Niessl, der ihn 2010 zu seinem Büroleiter machte.

Doskozil und die Flüchtlingskrise 2015

Zwei Jahre später wurde Doskozil Landespolizeidirektor. Der Fund von 71 Leichen im Kühl-Lkw auf der Ostautobahn am 27. August 2015 und die im September desselben Jahres beginnende Flüchtlingskrise mit Nickelsdorf als einem der Brennpunkte verschafften dem Polizeichef mediale Bekanntheit und Anerkennung für seine unaufgeregte Art des Krisenmanagements.

Verteidigungsminister Doskozil

Im Jänner 2016 wurde Doskozil als Ressortchef ins Verteidigungsministerium geholt, wo ihm viele bis heute noch nachweinen. Denn er schaffte es, für das Bundesheer mehr Geld herauszuholen und ihm ein positives Image zu verpassen. Ende 2017 zog es den Burgenländer wieder in die Heimat, wo er zunächst die Ressorts Finanzen und Kultur sowie die Spitäler übernahm.

Hans Peter Doskozil 2016
© imago images/Rudolf Gigler Von 2016 bis 2017 war Hans Peter Doskozil Verteidigungsminister

Aufstieg zum Landeshauptmann

Ende Februar 2019 zum neuen Landeschef gekürt, leitete Doskozil eine Reihe von Vorhaben ein - im Eiltempo, wofür er von der Opposition auch manch harsche Kritik einstecken musste. Mit der Einführung eines Mindestlohnes von 1.700 Euro netto und einem Modell zur Anstellung von Menschen, die ihre pflegebedürftigen Angehörigen betreuen, stieß er zentrale Reformen im Sozial- und Gesundheitsbereich an. Soziale Wohltaten paart Doskozil mit strenger Asyl- und Migrationspolitik.

Politische Meilensteine

  • Bundesministerium für Inneres, Abteilung III/1 2004 - 2005
  • Sicherheitsdirektion Burgenland 2005 - 2008
  • Mitglied des Gemeinderates der Gemeinde Grafenschachen 2007 - 2012
  • Referent im Büro des Landeshauptmanns von Burgenland 2008 - 2010
  • Leiter des Büros des Landeshauptmanns von Burgenland 2010 - 2012
  • Landespolizeidirektor von Burgenland 2012–2016
  • Bundesminister für Landesverteidigung und Sport 26.01.2016 - 18.12.2017
  • Landesrat für Finanzen, Kultur, Bauten, Krankenanstalten 2017 - 2019
  • Landesparteivorsitzender der SPÖ Burgenland seit 8.9.2018 - 26.6.2021
  • Landeshauptmann im Burgenland seit 28.2.2019

Durch und durch Rapid-Fan

Beim Umzug in die Räumlichkeiten des Landeschefs fix dabei waren eine Fahne des Fußballklubs Rapid und ein Fußball mit den Unterschriften der Spieler, ist "Dosko" doch seit frühen Tagen Rapid-Fan - im Unterschied zu seinem Vorgänger Hans Niessl, der für die Wiener Austria die Daumen drückt.

Abschied von der Bundes-SPÖ

Im April 2021 entschied sich Hans Peter Doskozil dafür, nicht mehr als stellvertretender SPÖ-Bundesparteiobmann zu kandidieren. "Ich tue dies ohne jeden Groll, sondern einzig und alleine in der Absicht, die SPÖ aus dem medialen Dauerfeuer zu nehmen - weil mir die Zukunft unserer Partei, wie euch allen, ein Herzensanliegen ist", betonte Doskozil damals.

Doskozil vs. Rendi-Wagner

Dennoch tut Doskozil immer wieder seine Meinung über die Bundespartei und deren Vorsitzende kund. So verglich er im Juli 2021 in einem Interview mit der "Kleinen Zeitung" Rendi-Wagner mit der ÖVP unter Parteichef Reinhold Mitterlehner: "Ziel muss es sein, die Sozialdemokratie auf ein Ziel zu fokussieren, wieder zu einen. Das ist nicht leicht. Das hat die ÖVP unter Mitterlehner auch nicht geschafft. In der Phase befinden wir uns."

Auf die Frage, wer Spitzenkandidatin, Spitzenkandidat der SPÖ werden soll im Falle von Wahlen, legte sich Doskozil nicht auf Rendi-Wagner fest. "Dazu werde ich sicherlich nichts sagen. Wenn ich was sage, heißt es, ich bin Querulant. Wenn ich nichts sage, heißt es, ich bringe mich nicht ein. Das wird alles von der Dynamik abhängig sein. Wenn die Partei gewinnen und den Kanzler stellen will, wird sie wissen, wenn sie ins Rennen schickt. Mehr sage ich nicht dazu."

» Ich habe immer gesagt, ich bin gewählt im Burgenland und bleibe im Burgenland«

Die Parteichefin ließ diese Spitzen nicht auf sich sitzen und nannte den Landeshauptmann in einem TV-Sommergespräch "unehrlich" und "sehr inkonsequent". Doskozil bekräftige trotz zahlreicher Gerüchte, er strebe den Parteivorsitz an, im Burgenland zu bleiben. Die Diskussion, ob er für diese Funktion zur Verfügung stehen würde, gebe es nicht: "Es gibt ein klares Commitment. Ich habe immer gesagt, ich bin gewählt im Burgenland und bleibe im Burgenland und erfülle meine Aufgaben, für die ich gewählt wurde. Ich erzähle keine G"schichteln, ich stehe zu dem, was ich sage", sagte er stets dazu.

November 2022: SPÖ Burgenland fragt nach "Kanzlerkandidat Doskozil"

Dennoch kehren die Gerüchte immer wieder zurück, nicht zuletzt auch wegen Aktionen wie im November 2022, die diese befeuern: Die SPÖ Burgenland fragte in einer Umfrage ab, wie die Parteien bei einer bevorstehenden Nationalratswahl abschneiden würden - mit Landeshauptmann Hans Peter Doskozil als SPÖ-Kanzlerkandidat im Vergleich zu Parteichefin Pamela Rendi-Wagner.

In der Umfrage von Meinungsforscher Peter Hajek liegt die SPÖ unter Doskozil übrigens bei 32, unter Rendi-Wagner bei 27 Prozent. Die ÖVP würde mit dem Landeshauptmann als Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten im Vergleich zu Rendi-Wagner von 22 auf 20 Prozent sinken, die FPÖ von 25 auf 21. Eine neue Führungsdebatte in der SPÖ will man damit aber nicht anzetteln, betonte Landesgeschäftsführer Roland Fürst aber erneut gegenüber der APA.

Doskozil privat

Privat ist Hans Peter Doskozil in zweiter Ehe seit August 2022 mit Julia Jurtschak verheiratet. Seit 2019 ist er mit ihr liiert, sie wurde zunächst als Referentin in seinem Büro bestellt, nahm aber aufgrund großer Kritik ob der Nähe den Posten doch nicht an. Aus einer ersten Ehe hat Doskozil zwei Kinder. Immer wieder hat der burgenländische Landeshauptmann Probleme mit seinen Stimmbändern, er musste sich deshalb schon mehreren Operationen unterziehen und hat eine anhaltend heisere Stimme.

Kommentare

Vorschlag: Wie wäre es etwas für unser Land zu arbeiten, statt dieses Kasperltheater aufzuführen!

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