ORF-Moderator von

Armin Wolf: Das Gesicht
der "Zeit im Bild" im Porträt

Moderator erntet immer wieder Kritik und Lob für "inquisitorische Fragetechnik"

Armin Wolf zib2 © Bild: APA/ORF/Ramstorfer

Armin Wolf ist immer wieder Lieblingsgegner der FPÖ. Attacken aus dieser Richtung gegen den ORF-Moderator sind keine Seltenheit. Kein Wunder, ist er wohl das Gesicht der ORF-Information. Ein Porträt.

  • Name: Armin Wolf
  • Beruf: "Zeit im Bild 2"-Moderator, stv. Chefredakteur der ORF-TV-Information
  • Geboren: 19. August 1966 in Innsbruck
  • Alter: 52 Jahre
  • Wohnort: Wien
  • Ausbildung : Studium der Politikwissenschaft, Soziologie und Zeitgeschichte an der Universität Wien, Promotion an der Universität Innsbruck, MBA an der Berlin School of Creative Leadership
  • Familienstand: Verheiratet

Er ist das Gesicht der „Zeit im Bild“, Armin Wolf. Kein Wunder, moderiert der Journalist diese bereits seit dem Jahr 2002. Dabei wollte der gebürtige Tiroler gar nie zum Fernsehen, wie seiner Biografie auf orf.at zu entnehmen ist.

Wolf Hochner-preis 2006
© APA/Pfarrhofer Armin Wolf erhält 2006 den Robert-Hochner-Preis

Die journalistischen Anfänge

Angefangen hat alles noch in der Schule. Wolf besuchte eine Handelsakademie in Innsbruck, wo er bereits erste journalistische Gehversuche als Mitbegründer einer Schülerzeitung unternahm. Direkt nach der Matura verschlug es den Sohn eines Gewerkschafters und Hausmeisters und einer Lebensmittelverkäuferin dann bereits zum ORF. Konkret ging es ins Tiroler Landesstudio, wo Wolf Mitarbeiter der Hörfunk-Redaktion wurde. Zweieinhalb Jahre dauerte seine Lehrzeit dort, ehe es den „bekennenden Wien-Fan“ in die Bundeshauptstadt verschlug und zwar als Außenpolitik-Redakteur für Ö1. Im Zuge dieser Tätigkeit verbrachte er auch ein Jahr als USA-Korrespondent in Washington.

Der Weg ins Fernsehen

Nach sieben Jahren bei Ö1 erfolgte 1995 der Wechsel vom Funkhaus auf den Küniglberg - zum Fernsehen. Wolf wurde, angeworben von „Inlandsreport“-Chef Johannes Fischer, Zib-2-Redakteur. Später gründete der Journalist die ZiB 3 (heute ZiB 24) mit und wurde deren erster Redaktionsleiter, bevor er 2001 in die ZiB 2 als Chefreporter zurückwechselte und 2002 erstmals als Moderator auf den Bildschirmen zu sehen war.

Wolf Strache 2005
© APA/Schlager Wolf 2005 in einem Sommergespräch mit Ex-FPÖ-Chef Strache

Die "inquisitorische Fragetechnik"

Seitdem präsentiert Armin Wolf in ebendiesem Format nicht nur die täglichen Nachrichten, sondern begrüßt auch stets einen Interviewgast live im Studio, der oder die dem Moderator für etwa zehn Minuten Rede und Antwort steht. Für diese Interviews bzw. Wolfs Art, sie zu führen, wird der Moderator meist hochgelobt und mit diversen Preisen geehrt, aber er erntet auch immer wieder Kritik für seine „inquisitorische Fragetechnik“ (Süddeutsche Zeitung). Für ein Gespräch mit der von der FPÖ ausgeschlossenen ehemaligen Nationalratsabgeordneten Susanne Winter etwa warf ihm etwa Johannes Voggenhuber einst „Lynchjustiz“ vor.

Wolf Interview
© APA/Schlager Armin Wolf wird für seine Fragetechnik in der "ZiB2" geliebt und gehasst

Armin Wolf und die Eitelkeit

Auch Wolfs Unabhängigkeit wird ihm von unangenehm Befragten immer wieder mal in Abrede gestellt sowie übertriebene Selbstinszenierung vorgeworfen. Zumindest eine gewisse Eitelkeit verneint Wolf selbst auch gar nicht: "Ich glaube, dass Menschen, die vor einer Kamera arbeiten und sagen, sie seien nicht eitel, entweder die anderen oder sich selbst belügen. Ich glaube aber eher nicht, dass ich für jemanden, der im Fernsehen arbeitet, übertrieben eitel bin“, so der Moderator im Interview mit der Österreichischen Presseagentur (APA).

Wolf politische Position - Jugendsünde JVP

Beim Thema Unabhängigkeit gibt er sich selbstverständlich weniger unnachgiebig. So äußerte er sich dazu im Juni 2018 auf Twitter mit einem Tweet der seitdem an seinem Profil angeheftet ist (also immer als erster Post sichtbar ist): „Meine polit. Position ist übrigens recht schlicht: Ich bin für Menschenrechte u. dagegen, Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Für Fakten u. gegen Unwahrheiten im demokratischen Diskurs. Ansonsten: Skeptisch-interessiert & militant unabhängig. Sollte ins ORF-Gesetz passen.“ Parteipolitisch gibt es über Wolf nur zu lesen, dass er in Schulzeiten Mitglied der Jungen ÖVP war. Etwas, was er einst „Jugendsünde“ bezeichnete, inzwischen aber revidierte: "Natürlich war meine Parteimitgliedschaft keine Jugendsünde. Im Gegenteil, ich bin noch heute dankbar für die Erfahrungen" schrieb Wolf nun in seinem Blog. Die Bezeichnung "Jugendsünde" sei nur eine "ironische Replik auf ein absurdes Ablenkungsmanöver Spindeleggers" gewesen (Wolf hatte im Rahmen eines Sommergesprächs mit einstigen ÖVP-Chef seine Zeit bei der JVP so bezeichnet).

Der härteste Kritiker

Für viele Menschen ist Wolf allerdings nicht mehr nur Aushängeschild der „Zeit im Bild“, sondern auch ein viel besuchtes Profil der sozialen Medien. Er zählt nämlich in Österreich zu den Personen mit den meisten Twitter-Fans (424.000, Stand Juni 2019). Da wie dort muss Wolf, wie erwähnt, immer wieder Kritik einstecken, sein härtester Kritiker ist aber wohl er selbst, wie er der APA in einem Interview verriet: „Im Gegensatz zu manchen freundlichen Interviewkommentatoren oder manchen freundlichen Zuschauern war ich noch mit keinem meiner Interviews hundertprozentig zufrieden." Also lebt der Nachrichtenmann nach dem Motto aus Goethes Faust "Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen" und "bemühe ich mich halt und möchte es heute besser machen als gestern".

Wolf Romy
© APA/Neubauer Wolf mit einer von drei Romys. Wo er sie aufbewahrt? "In der Schublade"

Armin Wolf und die FPÖ

Neben Wolf selbst kommt Kritik an Wolfs Interviews auch immer wieder von seiten der FPÖ. So teilte etwa Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache 2018 ein Bild von Wolf im Studio und schrieb dazu, es gäbe es einen Ort, "wo Lügen und Fake News zu Nachrichten werden." Der ORF als auch Armin Wolf klagten Strache, Wolf und der Ex-FPÖ-Chef einigten sich außergerichtlich, Strache entschuldigte sich per Inserat und zahlte an eine karitative Organisation. In seiner Entschuldigung schrieb der einstige Vizekanzler, er habe Wolf "stets als höchst korrekten und profesionellen Journalisten erlebt."

Das Vilimsky-Interview

Auch 2019 führte ein Interview Wolfs mit einem freiheitlichen Politiker, EU-Wahl-Spitzenkandidat Harald Vilimsky, zu einer großen Empörung bei den Blauen. Eingeladen anlässlich der Wahlen zum Europaparlament, befragte Wolf Vilimsky zu einem Cartoon der FPÖ - und verglich diesen mit Zeichnungen im nationalsozialistischen Blatt "Der Stürmer". Vilimsky ärgerte sich und sagte noch live auf Sendung, dies könne "nicht ohne Folgen bleiben". In einem Interview danach legte er Wolf den Rücktritt nahe. Dies führte zu einer breiten Debatte über die Pressefreiheit in Österreich - und wurde auch in den Nachbarländern groß aufgegegriffen.

Preise kommen in die Schublade

Wird er –trotz aller Kritik intern wie extern - jedoch wieder einmal geehrt, wie etwa 2019 mit der Romy als Publikumsliebling im Bereich Information, dann lässt er diese Preise wohl auch gleich wieder verschwinden. „In der Schublade“ ist der Ort, wo er seine drei Romys aufbewahrt, verriet er News.at anlässlich der diesjährigen Gala.

Armin Wolf Euke Frank
© APA/Pfarrhofer Wolf mit Ehefrau Euke Frank bei der Präsentation seines Buches "Promi-Politik" (2006)

Privates

Privat lebt Wolf mit seiner Frau Euke Frank, Chefredakteurin der Zeitschrift „Woman“ und ihren beiden Kindern in Wien. Von 2001 bis 2004 war er mit ORF-Kollegin Birgit Fenderl verheiratet.