Dr. Lisa Bock
Klinische Psychologin/Psychotherapeutin
Analytische Psychologie (C.G.Jung)
Wer sich schon die Mühe gemacht hat, das Vorwort zum Programmheft der Salzburger Festspiele 2026 zu lesen, „von der Geburt der Zeit und der Macht des Herzens“, …. eine grundlegende Wahrnehmung der Zeit – und Endlichkeit, die uns mit unseren Mitmenschen und der Umwelt verbindet, kann nur mit Unverständnis bezüglich der fragwürdigen Entlassung des reagieren. Offene und unbeantwortete Fragen bestimmen derzeit die Atmosphäre des Festspielpublikums. In früheren Zeiten hätte man ein solches Fehlverhandeln als eine symbolische Hinrichtung bei fehlender Grundlage der Rechtsstaatlichkeit bezeichnet. Die Einberufung einer außerordentliche Kuratoriumssitzung in Abwesenheit von Herrn Hinterhäuser, welcher sich zur Bewerbung Festspiele im Ausland befand, lässt in weiterer Folge die missliche Begründung des Rauswurfs mit fehlendem Wohlverhalten durch das Kuratorium erkennen.
Das fehlende Wohlverhalten ein K.u.K. Begriff aus vergangenen Zeiten zur „Beamtung“ wird in der heutigen Zeit instrumentalisiert. Ein undurchsichtiges Netz von Verleumdung, Rufmord eine nicht sachlich begründete Aberkennung. Wer kann eine solche Schmach ertragen? Sehr wohl der Intendant Markus Hinterhäuser: „Noblesse oblige“., der nicht auf die Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte reagiert und sich entsprechend dem zugefügten Makel der Schmach erträgt.
Danke, dass Sie mir zugehört haben, ich sprach im Einverständnis vieler Festspielbesucher und Mitarbeiter im Festspielbereich.
Eine Camouflage mit Beschönigung zerrinnt ohne Wirkung.
Das Kulturverständnis der derzeitigen Politiker laut Frau Edtstadler beschränkt sich auf ihre Aussage zu den „Konzerten“ in der Salzburger Altstadt in den vergangenen Tagen: „Wir sind eine vielfältige Stadt mit Klassik, Jazz und auch Rock“
Und wieder so ein brillanter newsletter , in Inhalt und Form ! Diese elegante und stilistisch so gekonnte Form der Ironie !
Herzlichsten Glückwunsch !
Ulrike Engl
Lieber Heinz Sichrovsky …. Ich bin nicht der Meinung dass zB. der Präsenzdienst (6 od. 8+2 macht da keinen wirklichen Unterschied) ein verlorenes Jahr ist - Dienst an der Gemeinschaft ist auch Pflicht eines mündigen, informierten Staatsbürgers - aus prinzipiellen Gründen …. Herzliche Grüße ….. Otto Schwarz
Lieber Heinz Sichrovsky,
Ich hätte die Nachricht des Schreibens ALLER Dekane ja für einen schlechten Scherz gehalten.
Da es aber wahr ist kann ich nur sagen: bitte um Überdenkung des Begriffes Universität.....vielleicht sollte man denen nur mehr max den Titel "Fachhochschule" zugestehen. Von der Schätzung einer umfassenden Bildung - sogar wenn es einen traditonellen und fortwirkenden Teil ihrer Disziplin betrifft - ist offenbar schon bei den Professoren nicht mehr viel da. Vielleicht ist auch das Berufsbild des Verfasser des Schreibens ein Symbol
https://www.uibk.ac.at/europarecht/institut/mitglieder/walter-obwexer/index.html.de
Ich will da nicht ins endlose Längen gehen. Aber zu Dartuung meiner Beurteilungsmöglichkeiten:
Aber ich habe auf meinen Bildungsweg in viele Bereiche hineingesehen.
Als HAK-Absolvent und Mag.rer.soc.oec (das ging ja ohne Latein) habe ich einen sehr gründlichen Einblick in die Welt der Wirtschaft und des Geldes bekommen. Dass ich da eine volkswirtschaftliche Diplomarbeit bei KOREN über die Geldpolitik der OeNB machte (Offenmarktpolitik) war allerdings schon ein Symptom dafür, dass ich eigentlich die normale kommerzialistische Wissenschaft eher für einerseits zu banal anderseits sogar für zu oberflächlich und oft unzweckmäßig hielt.
Aus diesem Grund habe ich dann auch die Externistenmatura (nicht das Latinum, sondern die peinliche Prüfung beim Staatsschulrat, Altgriechisch habe ich dann als hobby dazu dilettiert) abgelegt und Jus studiert.
Ich war dann nach Erreichen des Doktorats und einem Gerichtsjahr gut 8 Jahre Universitätsassistent am Institut f Zivilgerichtliches Verfahren. Das Fach umfasst nicht nur den Zviilprozess im engeren Sinn, sondern auch das Exekutionsrecht (dh jede zwangsweise Durchsetzung einer Gerichtsentscheidung) das sogenannte Außerstreitrecht (Familenrecht, Erbrechtsabwicklung, wohnrechtliche Belange, Pflegschaftssachen) und sogar das gesamte Insolvenzrecht. in dieser Unizeit habe ich über einige Jahre Lehrveranstaltungen (Repetitorien, Vorlesungseinspringer, Übungen) mit - glaube ich - einigen guten pädagogischen Erfolg bei den Studierenden gehalten.
Erst nachdem ich aus verschiedenen Gründen eine Uni-Karriere nicht mehr in Betracht zog, habe ich in die Gerichtsbarkeit gewechselt und war da 25 Jahre als Zivilrichter tätig, davon 23 Jahre Rechtsmittelrichter.
Meine Betrachtung des Studiums der Rechtswissenschaften ist aber völlig konträr zu der sich nunmehr immer mehr ausbreitenden.
Die alte 3-Teilung in
-historischer Abschnitt mit röm. Recht, deutsche Rechtsgeschichte unter Einschluss der österr Verfassungsgeschichte und Kirchenrecht
-judizieller Abschnitt mit Strafrecht, bürgerliches Recht und Handelsrecht (in Verbindung mit dem dazugehörigen Verfahrensrecht nämlich zivilgerichtliches Verfahren)
-staatswissenschaftlicher Abschnitt mit Verfassungsrecht, Verwaltungsrecht, Völkerrecht und Grundzügen der Volkswirtschaftslehre
war mE in den Grundzügen von großartiger Weisheit und Einsicht in eine wirklich umfassende Ausbildung der künftigen Juristen.
Schon die Zusammenfassung der verwandten Rechtsfächer in einem Abschnitt verhinderte das moderne von Kurs zu Kurs-Hoppen mit Vergessen bzw Nichtbegreifen von Zusammenhängen. Die erste Reform, die diese Abschnittaufteilung weitgehend aufhob war mE bereits eine massive Zerstörung dieses sinnvollen Aufbaus. Für die Angleichung an die Erfordernisse der Zeit hätte es völlig ausgereicht, dass man dem 2. Abschnitt verpflichtend eine Prüfung im Arbeitsrecht und dem 3. Abschnitt eine aus Finanzrecht hinzugefügt hätte.....Europarecht war ohnehin schon im Rahmen des Völkerrechts da und hätte nur mehr ausgebaut werden müssen.
Aber zum Latein: auch wenn ich nie ein Meister der akribischen Übersetzung von originalen Textstellen der Digesten war....in meinem Hirn sind nicht nur diverse Fachbegriffe lat Ursprungs eingebrannt sondern auch diverse wunderbare kurze lat Sequenzen die Problemlösungen mit unerreichter Präzision und Markantheit darstellen. ZB
nemo plus iusir transferre potest quam ipse habet
S. g. Hr. Sichrovsky,
so sehr ich ihre Kommentare zur Kultur und sonstigen geisteswissenschaftlichen Fragen schätze, in Bezug auf die Neutralität Österreichs bin ich anderer Meinung. Unser Verhalten in dieser Frage ist eine widerliche Trittbrettfahrerei, soll uns doch der Rest der Welt schützen (hoffentlich), wir haben 9Militärmusikkapellen, das muss doch reichen.
Finnland und Schweden haben es vorgemacht, ich fürchte, wir werden es nicht nachmachen, weil wir haben doch die Neutralität "in unserer DNA".
Ein größerer Blödsinn wird schwer uu finden sein.
Freundliche Grüße, Peter Klima
Das Falsche gedacht? Rudolf Taschner und die Grenzen des wissenschaftlichen Konsenses (03.06.2026)
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 22/2026 erschienen.
Danke für diesen Artikel
Genial der Satz: "Ich stehe über den Feinden"
Lieber Heinz Sichrovsky,
mit großer Freude und Bewunderung habe ich Ihre Spitzentöne gelesen. Mehr Liebe zur Oper geht nicht. Darum und um all die Sternstunden, die Sie erlebt haben, kann man Sie nur beneiden. Ihrer Freude als Jurymitglied, wunderbare Stimmen aus aller Welt gehört zu haben, folgte die Ernüchterung, dass die Österreicher nicht mithalten konnten. Und nun frage ich mich, ob das nicht ein Spiegelbild der österreichischen Opernrealität der letzten - sagen wir vorsichtig - fünfundzwanzig Jahre ist. Wer hat in diesen Jahren aus Österreich kommend eine Weltkarriere gemacht? Mir fällt ad hoc niemand ein. Der Ruf Österreichs lebt von Leuten aus aller Welt, die bei uns entdeckt wurden und von Wien oder Salzburg aus zu Stars der Opernwelt wurden. Ich beginne bei Anna Netrebko und denke genauso an Asmik Grigorian und viele mehr. Warum Österreich da nicht mithalten kann, ist schwer zu erklären. Wir haben die Möglichkeiten quasi vor der Haustüre, leben von unserem Ruf als Musiknation recht gemütlich. Vielleicht sehen die Talente aus dem asiatischen oder aus dem osteuropäischen Raum eine Sängerkarriere ja als Türöffner für die Welt außerhalb ihres Heimatlandes? Das brauchen österreichische Talente nicht. Vielleicht ist es wirklich der Dünkel, den Buchbinder meint. Und ich würde ihn sogar eingrenzen auf einen typisch österreichischen Dünkel. Erschwerend kommt hinzu, dass die Bildungspolitik seit geraumer Zeit den musischen Fächern nicht den Platz eingeräumt hat, der ihnen gehört hätte.
Jetzt sägt man an der philosophisch-humanistischen Bildung. Aktuelle Ereignisse bestätigen und verschärfen die Situation. Womit ich bei Ihrem aktuellen Newsletter wäre. Was ist so schlimm daran, wenn jemand, der ein Jusstudium anstrebt, Latein lernen muss? Welche Studienrichtungen werden dem Beispiel der Rechtswissenschaften folgen? Und wie werden die beiden bildungspolitischen Leuchttürme in unserer aktuellen Regierung auf solche Ansinnen reagieren? Autonomie heißt das Feigenblatt, wenn man zu scheitern droht.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg im neuen News-Quartier in Erdberg und jede noch so sentimentale Freude am Leonie-Rysanek-Park. Wie immer mit herzlichen Grüßen Riki Pacik
Wie schön, ihre Opernerinnerungen zu lesen. Auch ich war in meiner Mittelschulzeit täglich am (Galerie) Stehplatz. Peter Dusek hat mir damals immer einen guten Platz reserviert. Meine Lieblingssänger waren Bastianini und natürlich Eberhard Wächter, der Schwarm der damaligen Girlies. Unterbrochen wurde der Stehplatz dann, als ich nach der Matura einige Jahre nach Amerika ging. Nach der Rückkehr nach Wien, bei der UNIDO, war ich dann schon Sitzplatzbesucher und damals auch Mitglied der Freunde der Wiener Staatsoper.
Obwohl ich seit einigen Jahren in Linz lebe, bin ich doch der Wiener Staatsoper treu geblieben und freue mich daher immer, wenn ich durch ihre Kulturberichterstattung informiert bleibe.
Beste Grüße
Jutta Müller
Lieber Heinz Sichrovsky!
Wieder einmal punktgenau ! Danke für diesen Beitrag ! Es ist wirklich tragisch was sich am heimischen Nachwuchs abspielt. Trotzdem hoffe ich das ein oder andere Nachwuchstalent zu Ohren zu bekommen.
Wie sich die Politik dumm und mit einem unglaublichen Nichtwissen der Materie in den Kulturbetrieb einmischt ist schon sehr grenzwertig und verachtenswert.
Vielen Dank für die Zeilen über Poldi . Gern habe ich mich erinnert. Was waren das noch für gute Zeiten !
Traurige Grüße
♥lichst
Gunnar Grässl
Der gerade CARMEN – Berlin 1985 – Lopez-Cobos – Berganza, Bonisolli,Fortune, Pace hört……


