Sehr geehrter Herr Sichrovsky!
Am 6. August 2026 wäre der große Künstler und wundervolle Mensch, der unvergessliche Peter Simonischek, 80 Jahre alt geworden.
Ich verstehe, dass die Zeit vergeht, dass jeder sein eigenes Leben und seine eigenen Probleme hat und nicht immer die Zeit oder Gelegenheit findet, an Peter Simonischek zu denken und sich an ihn zu erinnern. Aber ich möchte, dass man sich zumindest ein wenig an ihn erinnert, besonders an seinem Geburtstag.
Speziell zu seinem Jubiläum ,zu seinen Ehren und in seinem Gedenken,habe ich dieses Video mit dem Titel „Ein Stern wurde geboren“ gemacht .
Sie können es direkt hier, als Anhang zu diesem Brief oder über diesen Link einsehen.
https://drive.google.com/file/d/133ArJifJ_nCWSDpbt2AJ7WFLb6UXYe-f/view?usp=sharing
Auf meinen Vorschlag hin haben vier Berliner Bezirke ,Treptow-Köpenick,Spandau,Pankow,Charlottenburg-Wilmersdorf , Peter Simonischek bereits in ihre Listen für Straßennamen aufgenommen. Seine Filme und Theaterstücke bleiben natürlich im Leuten Gedächtnis, doch selbst die schönsten Filme verlieren mit der Zeit an Aktualität. Eine Straße, die seinen Namen trägt, wird aber, wenn nicht für immer, so doch für sehr lange Zeit bestehen bleiben.
Mit besten Grüße
Tatiana Messner
Sehr geehrter Herr sichrovsky,
Vor einigen Monaten habe ich für mein geliebtes, über 30 Jahre altes Auto, mit dem ich mit meiner geliebten Frau halb Europa bereiste, kein Pickerl mehr bekommen. Ich musste es um € 300.- verschrotten lassen. (
Vorige Woche ist mir das Selbe mit meinem Wohnmobil passiert. Kein Pickerl, zu alt.
Einen Kredit für ein neues Auto hat mir die Bank, bei der ich Jahrzehnte Kunde bin verweigert. Zu alt, auch mein Haus war für einen Kredit nicht möglich.
Ich habe noch einen alten Wohnwagen. Als ich die Räder aufpumpen wollte, versagte der Kompressor. Zu alt.
Zur Erinnerung an meine Frau wollte ich den Rasen mähen. Das Aufladen der Batterie über Nacht funktionierte nicht. Ladegerät und Batterie, zu alt.
Den Geschirrspüler habe ich vor einigen Jahren entsorgt. Das Geschirr kam schmutziger heraus, wie ich es hinein gegeben habe. Jetzt spüle ich mit der Hand.
Was wird noch aus Altersgründen kaputt gehen? Wann werde ich kein Pickerl mehr bekommen? Beim Menschen nennt man das „austherapiert“ und es bleibt nur die Entscheidung: „Asche oder Kompost“, aber auch dazu braucht man ein Pickerl, ich bin jetzt 87 Jahre alt.
Mit freundlichen Grüßen
Karl Hawlik
Heinz Sichrovsky verteidigt Kunst und Kultur: In Wien siegt die Vernunft, in Salzburg die Kunst (31.07.2026)
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mein lieber heinz,
das schiere vergnügen, das du mir neulich mit „nochmals carmen“ bereitet hast, lässt sich schwer beschreiben. es sei denn, man hieße sichrovsky. ich hab es zur vorsicht gleich doppelt gelesen, und stelle mir gegenständlich vor, beim wievielten versuch man heulend aufgibt, wenn man es edtstadler & co. erläutern wollte.
mich hat ja die kuhbrünstigkeit seit kindertagen wahnsinnig gemacht (siehe auch „auf in den kampf“ im wunschkonzert der 70er am samstag nachmittag, schlimmer war nur noch „teure heimat“, vorgetragen von heino).
du hast das gift der brusttrommlerprosa mir in größte vorfreude auf den 28. august verwandelt (reihe sieben),
dir einen schönen sommer,
wünscht der hirschmugl
ps.
apropos hirsch: nur der ist „brünftig“, die kuh hingegen ist „brünstig“.
Tamara Stajners Buch ist wirklich einmalig. Danke für den Tip
Uje ,jetzt bin ich auch ein Kretin. Ich lehne Currentzis ab, weil er ein nur mittelmäßiger Dirigent ist, der durch exaltiertes Gehabe Qualität vortäuschen möchte. Und viele fallen darauf rein, auch Leute, die schon unter Egon Hilbert ,Rudolf Gamsjäger und Albert Moser, Herbert von Karan, in Wien und Salzburg Musik gehört haben. Warum weigern sich wohl die Wiener Philharmoniker in zu engagieren ?
MfG
GG
Heinz Sichrovskys: "Salzburg: Hinterhäusers Festspiele haben mit Glanz begonnen" (27.07.2026)
Lieber Herr Sichrovsky !
Großes Lob für Ihren Festspiel- Bericht - sprachlich treffsicher wie immer..., dass die beiden
Kulturbanausen -Politiker die hohe Literatur herbeizitieren ist wirklich der Gipfel!
Liebe Grüße Dr. Lisa Bock
Heinz Sichrovsky verteidigt Kunst und Kultur: Von Troja an die Salzach (24.07.2026)
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Guten Abend verehrter Herr Sichrovsky,
zurück von einem Ausflug nach Salzburg, um Faust zu sehen und ratlos zurückgeblieben:
…was hält die Welt im Innersten zusammen, elementare Frage, dann kommt Margarethe und Faust vergisst sich – geht es letztlich wirklich nur um die Fortpflanzung, ein Naturgesetz, dem wir uns unterzuordnen haben, ich weigere mich, so zu denken, kann diesem Gedanken aber nichts entgegnen, ich bin nicht klüger als vorher..
Vielleicht können Sie mir helfen..
Danke, Ulrike Winkler
Lieber Herr Sichrovsky,
ich war gestern in der Carmen Premiere und bis zum Schlussakt eher sprachlos, ob des Unsinns, den die argentinische Regisseurin und ihre seltsamen Gestalten verbreiteten. Zum Glück gab es ja alle vier prachtvollen Sänger. Den musikalischen Beitrag von Currentzis und Utopia, die ich sehr mag, fand ich zu dieser tristen Inszenierung gut, aber für mich war es keine richtige Carmen. Warum die wunderbare Asmik Grigorian wie eine Putzfrau aussehen musste und dennoch ihr die Männer verfielen, bleibt auch ein Rätsel. Na ja, unsereiner hat ja noch Jean Madeira mit einem echten Kastagnetten Tanz gesehen. Gestern haben mir wenigstens die zerschlagenen Teller gefallen .
Zum Glück hat das Finale den Abend gerettet und Markus Hinterhäuser, der nach der Vorstellung am Nebentisch noch ein Bier trank.
Mit besten Grüßen
Jutta Müller
…. Größte Hochachtung vor Herrn Schallenberg ! Chapeau ! Vielen Dank, jetzt ist für mich nachvollziehbar, weshalb ich Herrn
Schallenberg am vergangenen Donnerstag gegen high noon im Außenbereich des Bahnhofs-Restaurant‘ habe sitzen sehen.
Wäre endlich eine gute Nachricht aus Sbg.!!!
VG rainer künzel
Lieber Herr Sichrovsky!
Danke für Ihren Newsletter Salzburg betreffend, denn die Lösung mit der Frau
Bergmann war keine gute, denn die schaut immer so drein, als hätten ihr die
Hendeln das Brot weggefressen.
Die ist leider - meine Meinung nach - für Salzburg eine Nummer zu klein
und glaube auch nicht, dass sie sich hier wohlfühlt, nach ihrer Körperhaltung
zu schliessen!
Die Edtstadler ist ein Biskurn und nur durch ihren Vater in diese Posision
gekommen! Die gescheiteren Salzburger beklagen den erzwungenen Abgang
Hinterhäusers, der scheinbar trotzdem wie ein Phantom durch die Gänge
schleicht.
Nix für ungut, aber das musste sein!
Ihr J. Blank aus Elsbethen
ihre letzten äußerungen über die odyssee bzw die sbg festspiele
was ich bisher über den film in trailern gesehen habe, lassen mich von einem besuch dieser quasi-marvel-schmonzette absehen,
wenn ich ein comic sehen will, dann schaue ich mir ein solches an.
ein minimum an historischer relevanz, das auch bei homer selbst sichtbar war, hätte ich mir bei diesem aufwand an ki schon erwartet.
und ihr einsatz für den ex-aussenminister schallenberg in allen ehren, aber seinen (berechtigten) chancen für die hammer-nachfolge hat das nicht unbedingt genutzt,
genauso wenig, wie ihr so berechtigtes eintreten für scholten als "kulturberater" bablers weder scholtens einfluss gestärkt noch babler - wegen dessen ignoranz - selbst genutzt hat.
und der drohende verlust ihrer orf sendungsreihen betrübt mich schon, besseres oder wenigstens gleich gutes ist nicht in sicht. dafür irgendwelche schrottig-billige us-uraltserien in der x-ten wiederholung.
vielleicht wäre ein etwas längerer südfrankreich-urlaub (mit oder ohne familie) für sie , ihr nervenkostüm und die betroffenen unproblematischer gewesen.
man hätte sie schon noch nicht vergessen!
hg nach salzburg und wien
ihr w seles
Ihr jetziger Newsletter (Odysseus / Salzburg) spricht mir, wie Sie wissen werden, wieder einmal aus der Seele !!
Habe gerade beim Chorleiterkurs der Arbeitersänger (4 Tage) unterrichtet – diese meist eher einfachen Leute sind ob der Kulturlosigkeit ihrer SPÖ-Politiker entsetzt !!
Die Basis stimmt also immer noch !
Beste Grüße
Hartmut Krones
Heinz Sichrovsky verteidigt Kunst und Kultur: Rotes Wien und Bernhards Maden (17.07.2026)
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Sehr geehrte Redaktion,
Dieses Thema findet kaum Niederschlag in den Medien, wird aber zusehends relevant werden.
Österreich hütet einen gewaltigen, empfindlichen Kulturschatz: laut Museumsbund etwa 100 Millionen Sammlungsobjekte in den Museen. Bewahren kann ihn nur, wer dafür ausgebildet ist. Doch genau diese Fachkräfte werden immer knapper. In einer Erhebung nennt mehr als die Hälfte der Museen fehlendes Personal als größtes Hindernis für den sachgerechten Umgang mit ihren Beständen, noch vor dem Geld.
Konservierung-Restaurierung ist ein akademischer Beruf, kein bloßes „Ausbessern“. Sie verbindet Naturwissenschaft, Kunstgeschichte, hochspezialisiertes Handwerk und strenge Ethik zu einer einzigen Kompetenz. Ausgebildet wird an nur zwei Häusern des Landes: der Akademie der bildenden Künste Wien und der Universität für angewandte Kunst Wien. Das Aufnahmeverfahren ist hart: pro Schwerpunkt werden oft nur null bis zwei Personen pro Jahr genommen. Das Diplomstudium dauert fünf Jahre (300 ECTS, Magister artium). Rechnet man Vorerfahrung und Doktorat hinzu, vergehen bis zur fertigen Spezialist*in leicht zehn Jahre.
Der Ertrag dieser Mühe verlässt das Land. Statt eigene Stellen zu schaffen und Nachwuchs auszubilden, vergeben viele Häuser Arbeit an Externe und sparen am falschen Ende. Planbare, unbefristete Laufbahnen fehlen fast völlig.
Die dringendste Sorge: Bleiben Professuren unbesetzt, droht die Schließung ganzer Studienrichtungen. Und eine so kleine, hochspezialisierte Ausbildung lässt sich, einmal weg, nicht kurzfristig wieder aufbauen. Dass das kein Schreckgespenst ist, zeigt Berlin, wo 2025 ein Restaurierungsstudiengang vor dem Aus stand.
Zugleich wächst der Bedarf: Hochwasser, Hitze, Feuchteschwankungen und Schädlinge setzen den Sammlungen immer stärker zu. Und diese Arbeit lässt sich nicht wegdigitalisieren: KI kann messen und dokumentieren, den ausgebildeten Menschen am Original ersetzt sie nicht.
Österreich braucht deshalb mehr, nicht weniger Fachkräfte: feste Stellen, Ausbildungs- und Einstiegsplätze, planbare akademische Laufbahnen, den langfristig gesicherten Fortbestand beider Studienrichtungen sowie endlich einen gesetzlich geschützten Berufstitel. Sonst verfällt still, was unersetzlich ist.und Schädlinge den Sammlungen immer stärker zu. Diese Arbeit lässt sich nicht wegdigitalisieren.
Mit freundlichen Grüßen
Gregor Brennach
Heinz Sichrovskys Spitzentöne: Rudolf Buchbinder: „Ich bekomme die Bilder der Hamas nicht aus dem Kopf“(13.07.2026)
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 28+29/2026 erschienen.
Geschätzter Herr Sichrovsky,
Die jüngsten Meldungen (ua. Ihr Buchbinder - Interview) und Erfahrungen veranlassen mich einen Aufruf zu starten:
Wir müssen das Thema Musik-Bildung und Musiker-Ausbildung in Österreich unverzüglich aufgreifen:
- viel zu wenig Ausbildungsplätze zB an den Musikschulen der Stadt Wien!
- das BMB teilte mir jetzt mit: „Musik wird nicht mehr von uns gefördert“ - das muss man sich vorstellen, als Bildungsministerium so einen Satz zu formulieren! Und gleichzeitig eine Förderung jetzt - 3 Wochen vor Projektbeginn - von 3.000€ mit dem Hinweis auf Budgetknappheit zu streichen…
- ein Ausländeranteil von 85% an den Musikhochschulen: ich habe überhaupt nichts gegen Ausländer, aber der Steuerzahler fördert etwas in hohem Maße, wovon wir in Österreich praktisch nichts haben: wer bekommt von den tausenden Pianist:innen eine Stelle? Wie viele gehen überhaupt wieder ins Ausland nach dem Studium..; wo kommt jemand außer für ein paar Monate in einem Orchester in Österreich unter??
Das System, die Hochschulen in die Selbständigkeit zu entlassen, hat dazu geführt, dass genommen wird was kommt, ohne jede Vision oder Strategie oder Verpflichtung. Das kann man als Privater machen aber nicht, wenn man ausschließlich von Steuergeld lebt.
Wenn es keinerlei Aussichten für junge Leute gibt, wird bald niemand mehr ernsthaft studieren wollen. Wollen wir das als „Musikland“??
Die Philharmoniker haben richtigerweise ihre eigene Akademie eingerichtet - aber sie sind ein Privatverein.
Ich glaube es mangelt total an Bewusstsein in der Bevölkerung und natürlich auch bei den Politikern, und da haben die Medien jetzt eine große Aufgabe: ohne sie wird sich da gar nichts ändern.
Sie sind ja einer der wenigen, denen das durchaus bewusst ist.
Beste Grüße
Michael Lessky
Heinz Sichrovsky verteidigt Kunst und Kultur: ORF III in Not – Bachmann hoffentlich nicht (03.07.2026)
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Lieber Herr Sichrovsky …. Zu Thomas Bernhard ….. Reich Ranicki‘s g‘scheites Zitat: „ Wer Thomas Bernhard liebt, hat Ihn unterschätzt - wer Ihn hasst hat Ihn zuwenig gelesen“
….. Gruß …. Bald geht‘s in memoriam zu Markus Hinterhäuser Festspielen …. schon wieder eine Träne im Auge! Gruß …. Otto S.
Heinz Sichrovskys Spitzentöne: Kulturauftrag in Gefahr (08.07.2026)
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 28/2026 erschienen.
Lieber Heinz Sichrovsky !
Die Abschaffung von Kultur heute und Erlesen ist für mich unfassbar !
Traurige Grüße
Gunnar Grässl
Lieber Heinz Sichrovsky,
zur Kompetenz von Andreas Babler in Sachen Kurlturauftrag habe ich mich
zu Ihrem letzten Newsletter schon geäußert. Dass sich nun die IG
Autoren zum Thema "Kultur heute" insbesondere für "erlesen" stark
macht, ist in höchstem Maße erfreulich. "Erlesen" ist nicht nur in
Österreich ohne Konkurrenz, es gibt auch in Deutschland kein Format, das
an "erlesen" herankommt. Das ist in erster Linie Ihnen und Ihrer
mitreißenden Begeisterung für die Literatur zu verdanken. Nicht
auszudenken, wenn diese Sendung verschwinden sollte.
Was die Salzburger Festspiele betrifft gibt es eine gute und eine
schlechte Nachricht. Lotte de Beer wird sich nicht für die Intendanz
berwerben, das ist die gute Nachricht. Die schlechte ist, sie wird Wien
und der Volksoper erhalten bleiben. Barrie Kosky wäre wohl ein äußerst
begrüßenswerter Kandidat. Er hat nur einen Nachteil. Er ist keine Frau.
Ich fürchte, das wird in der momentanen Stimmungslage nicht ganz
unwichtig sein. Dass Karin Bergmann sich für eine weitere
Interimsintendanz überreden ließe, glaube ich sofort. Mein Bedauern über
den Verlauf der Dinge rund um Markus Hinterhäuser kann und will ich
hiermit nicht verbergen.
Ich grüße Sie wie immer herzlich , alles Liebe Riki Pacik
Lieber Heinz Sichrovsky,
wie soll man mit dieser ewig wiederkehrenden Debatte zum Thema ORF III
und RSO umgehen? Ich hatte die Hoffnung, dass diese Debatte erst ab 2029
losgehen würde. Schließlich hieß es doch vom Vizekanzler, der ORF habe
sich sein Orchester und ORF III bis zum Ende der Legislaturperiode 2029
zu leisten. Leider weit gefehlt. Angesichts der Budgetnöte ist das
Thema schon jetzt aktuell und Sorge berechtigt. Wenn man bedenkt, dass
Vizekanzler Babler seinem Finanzminister eine Halbierung der
Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmitte abgerungen hat und diese
unsägliche, ineffektive Maßnahme der Körnchenzählerei zum großen Wurf
erklärt, kann man kaum erwarten, dass er als Medien und - Kunstminister
das Grundnahrungsmittel "Kultur" großzügig behandelt. Noch ist Ingrid
Thurnher Generalintendantin und ich habe ihre Äußerung aus dem Jahr
2022 im Gedächtnis: "auf Ö1 mehr Content, weniger Köchel-Verzeichnis".
Diese Gesinnung scheint sich durchzusetzen. Wobei man dem RSO eine
Fixierung auf das Köchelverzeichnis wahrlich nicht vorwerfen kann. Es
dürfte kaum ein vielseitigeres Orchester in Österreich geben. Die
Debatte um seinen Fortbestand ist so ermüdend wie frustrierend. Nun
tritt der großartige Markus Poschner seinen Posten als Chefdirigent an
und hält heute im Kurier ein hoffnngsvolles Plädoyer für das RSO. Es
endet mit den Worten"Wir sind kein Luxusartikel, wir sind kein
Orchideenfach, von dem man sagt, das ist etwas, das wir uns nur hier und
da gönnen wollen". Womit ich wieder beim Grundnahrungsmittel "Kultur"
wäre und wieder bei Babler, aber auch beim Bildungsminister und bei der
Wissenschaftsministerin.
Ich grüße Sie wie immer herzlich, alles Liebe Riki Pacik
Danke, Lieber Herr Sichrovsy, für die klugen manchmal auch bissigen Newsletter .. vor allem für den Kaschnitz/Tipp ...Ihre Irene Suchy
Heinz Sichrovskys Spitzentöne: Ein bedeutender Künstler hat das letzte Wort behalten (01.07.2026)
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 27/2026 erschienen.
Sehr geehrter Herr Sichrovsky,
ich muss gestehen, dass mich Ihr Beitrag einigermaßen berührt hat, habe ich doch aus gewisser Ferne auch beobachten könne, wie die "Gegenständlichen" nach dem Krieg in der öffentlichen Wertschätzung stark unter die Räder kamen.
Georg Werthgarner, hauptberuflich Lehrer in OÖ, hat hauptsächlich bei Ludwig Rösch (1865-1936) und Fritz Lach (1868-1933) in der Zwischenkriegszeit malen gelernt und diese Profession auch zeitlebens neben seinem Beruf ausgeübt.
Nachdem Wethgarner unserer Familie lange Jahre eng verbunden war, durfte ich ihm auch oft beim Malen (er war Aquarellist) über die Schulter schauen, was mich dazu verleitete, ebenfalls zum Aquarellpinsel zu greifen. Im Familienbesitz befanden und befinden sich noch Werke aller 3 Künstler und ich konnte über die vielen Jahrzehnte, die mich diese Erde schon (er)trägt, den laufenden Verfall sowohl der Preise als auch der Wertschätzung für die Werke dieser Künstler verfolgen. Und ich habe auch mit gewissem Entsetzen festgestellt, wie schlecht z.B. die Aquarelle von F. Hundertwasser aus den späten 40er-Jahren verglichen mit jenen der genannten Künstler sind.
Vor einigen Jahren habe ich dem NÖ Landesmuseum ein Bild von Rösch angeboten (Bachgasse in Weissenkirchen), weil ich gesehen habe, dass dort eine größere Ansicht desselben Motivs vorhanden ist. Den Ausgang können Sie sich vorstellen - kein Interesse!
Die selektive Fokussierung des öffentlichen Kunstbetriebes auf bestimmte Formen künstlerischen (auch nachhaltigen?) Ausdrucks (oder ev. doch nur kommerziellen Erfolges) und die Negierung aller anderen ärgert, ja bedrückt mich schon lange. Mein Massstab ist eher, wie oft und wie radikal ein Künstler in der Lage war, seinen Stil zu ändern, um authentisch zu bleiben!
Ihre ehrenden Worte über Ihren Schwiegervater haben mich dazu verleitet, Sie mit meiner unerheblichen Meinung über den offiziellen Wertschätzungskatalog bildender Kunst in Österreich zu belästigen.
Mit der Bitte, mir dies zu verzeihen, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen,
Ihr R. Köck
