Spitzentöne: Das Elend der österreichischen Kulturpolitik (04.03.26)
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 10/26 erschienen.
Lieber Herr Dr.Sichrovsky!
Herzlichen Dank für Ihre,wie immer treffenden Worte und die klare,mutige Benennung der nicht nur im Sozial ,sondern auch im Kulturbereich entstandene Polit -Misere!Anbei noch eine Karrikatur meiner Tochter zu unserem Thema ,einfach zu Ihrem Amusement.Die Landeshauptfrau ist ihr recht gut gelungen .
Mit lieben Grüßen
Dr. Lisa Bock


Lieber Heinz Sichrovsky,
wenn ich meine vor langer Zeit im Gymnasium erworbenen Lateinkenntnissen bemühe, fällt mir im Zusammenhang mit dem Salzburger Trauerspiel nur folgende Bemerkung ein: Pacta sunt servanda! Der Schmäh mit der "Wohlverhaltensklausel" ist mehr als durchsichtig. Die Kuratoriumssitzung vom 26. Februar sei eskaliert, Hinterhäuser habe provoziert, er habe sogar verlangt, dass sich die Landeshauptfrau und der Bürgermeister für ihre Äußerungen entschuldigen. Gut, das darf er ja wirklich nicht. Artig und lammfromm hätte er sich verhalten müssen.
Daran zeigt sich schon das ganze Elend der Kulturpolitik, das Sie mit voller Berechtigung in Ihren Spitzentönen beklagen. Vorbei sind die Zeiten, in denen kunstsinnige Kapazunder die Kulturpolitik prägten. Ich bin übrigens neugierig, wie man im Bund und im Land Salzburg auf die Äußerungen von Sepp Schellhorn reagieren wird. Steht vielleicht eine weitere Wohlverhaltensklausel im Raum?
Was den Vizekanzler und Kulturminister Babler anbelangt, denke ich, dass er relativ beratungsresistent ist. Da kann vermutlich auch Rudolf Scholten nicht viel ausrichten. Apropos beratungsresistent. Das dürfte Herr Babler mit unserem wackeren Bildungsminister gemeinsam haben, der wöchentlich irgenwelche völlig unausgegorenen Pläne verlautbart und zumindest so tut, als könnte er unerschütterlich daran festhalten.
Zum Abschluss ein Zurück zur Kultur. Heute vor zehn Jahren ist Nikolaus Harnoncourt verstorben. Ein Verlust, der bis heute bei mir große Traurigkeit auslöst und sich wohl auch in unserer aktuellen Kulturlandschaft schmerzhaft bemerkbar macht.
Ich grüße Sie wie immer herzlich, alles Liebe Riki Pacik


