Am Flughafen Frankfurt testen Lufthansa und Fraport ein Abfluggate ohne klassischen Schalter, mit Tablets, Sofas und Arbeitsnischen. Was Umsteigerinnen und Umsteiger aus Österreich davon haben.
Lufthansa und der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport testen seit Dienstag ein neu gestaltetes Abfluggate. Am Gate A16 im Terminal 1 geht das Boarding-Personal mit Tablets auf die Passagierinnen und Passagiere zu, statt hinter einem Schalter zu warten. Über die Geräte lassen sich direkt im Wartebereich Umbuchungen, Sitzplatzreservierungen und Upgrades erledigen.
Große Bildschirme zeigen Abflugzeit, Boarding-Status, Hinweise zum Handgepäck und Gatewechsel in Echtzeit. Statt Sitzreihen gibt es Sofas und abgetrennte Arbeitsplätze. Was bei den Kundinnen und Kunden ankommt, wollen Lufthansa und Fraport später auf weitere Gates und Bereiche des Flughafens übertragen. Einen Zeitplan dafür nennen sie nicht.
Das ist neu am Gate A16
Den klassischen Gate-Schalter haben die Partner auf einen einzigen Arbeitsplatz verkleinert. Die Tablets des Personals bündeln mehrere Boarding-Systeme in einer Oberfläche, auch die Durchsagen am Gate werden zentral gesteuert. Über QR-Codes gelangen Reisende direkt zu den digitalen Self-Services, etwa in die Lufthansa-App.
Wer vor dem Abflug arbeiten muss, findet sogenannte Working Cubes, also Arbeitsnischen mit mehr Ruhe und Privatsphäre. Sofas und Kunstwerke sollen dem Wartebereich eher den Charakter einer Lounge geben. „Premium gilt für uns nicht nur in der Luft, sondern auch am Boden“, sagt Francesco Sciortino, im Lufthansa-Vorstand für das Drehkreuz Frankfurt zuständig. Fraport-Vorstand Dietmar Focke betont, die Zukunft des Reisens entstehe „nicht im Labor, sondern im laufenden Betrieb“.
Der Test fällt in eine Phase, in der Lufthansa in Frankfurt auf Qualität setzt. Laut Unternehmen war der vergangene Sommer am Drehkreuz der pünktlichste seit 2016. Konkrete Zahlen zu Wartezeiten oder zur Zufriedenheit am neuen Gate wurden bisher nicht veröffentlicht.
Warum das Reisende aus Österreich betrifft
Frankfurt ist für viele Reisende aus Österreich das Tor zur Langstrecke. Ab Graz fliegen Air Dolomiti und Lufthansa im Winterflugplan bis zu 20 Mal pro Woche nach Frankfurt. Ab Linz verbindet die dänische DAT die beiden Städte seit 29. März 2026. Dank einer Codeshare-Vereinbarung mit Lufthansa lassen sich Anschlussflüge in Frankfurt durchgehend buchen, das Gepäck wird bis zum Ziel durchgecheckt. Auch ab Wien führen viele Umsteigeverbindungen über Frankfurt.
Ob Ihr Anschlussflug ausgerechnet am Testgate A16 abgefertigt wird, hängt von der Einteilung des Flughafens ab. Spürbar werden die Neuerungen für die meisten Reisenden erst, wenn Lufthansa einzelne Elemente auf weitere Gates ausrollt.
Tipps fürs Umsteigen in Frankfurt
Laden Sie die Bordkarte für beide Flugabschnitte schon vor dem Abflug in Österreich in die App der Airline und prüfen Sie nach der Landung Gate und Abflugzeit erneut. Wechseln Sie in Frankfurt zwischen Schengen- und Nicht-Schengen-Bereich, müssen Sie durch die Passkontrolle und sollten dafür Zeit einplanen.
Bei Flügen in die USA, nach Großbritannien oder in andere Nicht-EU-Staaten lohnt ein Blick auf die Handgepäckregeln. Welche Maße und Gewichte die Airlines ab Österreich erlauben, zeigt unser Ratgeber Handgepäck ab Österreich, welche Regeln für Flüssigkeiten wo gelten, erklärt der Ratgeber Flüssigkeiten im Handgepäck.
Verpassen Sie einen Anschluss, der auf demselben Ticket gebucht ist, muss die Airline Sie weiterbefördern und bei langer Wartezeit betreuen. Je nach Verspätung am Ziel kann Ihnen zusätzlich eine Entschädigung zustehen, wie unser Ratgeber Fluggastrechte: Bis zu 600 Euro bei Verspätung erklärt. Weitere Nachrichten zu Airlines und Flughäfen finden Sie auf unserer Themenseite Luftfahrt & Flugreisen.
