Am Flughafen Wien dürfen Flüssigkeiten bis zu zwei Liter ins Handgepäck, an vielen anderen Flughäfen gilt weiter die 100-Milliliter-Regel. Welche Regeln an den wichtigsten Flughäfen für Reisende aus Österreich gelten und wie Sie für Rückflug und Umstieg richtig packen.
Am Flughafen Wien dürfen Passagierinnen und Passagiere seit 3. Juli 2026 Flüssigkeiten in Behältern mit bis zu zwei Litern Inhalt im Handgepäck mitnehmen. Auch München, Zürich, Frankfurt, Rom-Fiumicino, Mailand-Linate, Dublin und London-Heathrow erlauben inzwischen große Flaschen. Möglich machen das neue Computertomografie-Scanner an den Sicherheitskontrollen.
Einheitlich ist die Lage in Europa aber nicht. An den österreichischen Regionalflughäfen, in Amsterdam und an den spanischen Flughäfen gilt weiter die bekannte Regel: Behälter mit höchstens 100 Millilitern in einem durchsichtigen, wiederverschließbaren Ein-Liter-Beutel. Entscheidend ist immer der Flughafen, an dem Sie durch die Sicherheitskontrolle gehen. Für den Rückflug oder einen Umstieg kann deshalb etwas anderes gelten als beim Abflug in Wien.
Flughafen Wien: Zwei Liter pro Behälter seit Juli
Der Flughafen Wien hat an den zentralen Sicherheitskontrollen aller Terminals 35 CT-Scanner in Betrieb genommen und dafür rund 25 Millionen Euro investiert. Laut Flughafen dürfen Flüssigkeiten bis zu einer Gebindegröße von 2.000 Millilitern im Handgepäck bleiben. Laptops, Tablets und Handys müssen ebenfalls nicht mehr ausgepackt werden.
Ganz ohne Nachkontrolle geht es trotzdem nicht. Lebensmittel, Cremes oder Honig können eine zusätzliche Prüfung auslösen. Der Flughafen weist darauf hin, dass größere Mengen an Flüssigkeiten eine Nachkontrolle wahrscheinlicher machen und dann mehr Zeit kosten. Thermosflaschen müssen leer vorgezeigt werden und lassen sich nach der Kontrolle wieder befüllen. Was es am größten Flughafen des Landes sonst zu wissen gibt, lesen Sie im Porträt des Flughafens Wien.
Übersicht: Hier sind bis zu 2 Liter erlaubt
Wien
Seit 3. Juli 2026 an den zentralen Kontrollen aller Terminals Behälter bis 2 Liter, Elektronik bleibt im Gepäck.
München
Seit 18. September 2026 Behälter bis 2 Liter, CT-Scanner in Terminal 1 und Terminal 2. Größere Behälter gehören ins Aufgabegepäck.
Zürich
Seit 26. Juni 2026 Behälter bis 2 Liter für Reisende, die in Zürich starten. Für Transferpassagiere gilt weiter die 100-Milliliter-Regel.
Frankfurt
Bis 2 Liter an den meisten Kontrollen in Terminal 1 und allen in Terminal 3. Weiter 100 Milliliter an den Gates C1, C2, C4 und C6, an einzelnen Sonderkontrollen in Terminal 1 und an den Transferkontrollen.
Rom-Fiumicino
Seit 26. Juli 2025 Behälter bis 2 Liter. Weiter 100 Milliliter für Direktflüge in die USA und nach Israel ab Terminal 1 sowie für manche Transitpassagiere aus Nicht-Schengen-Staaten.
Mailand
In Linate und in Malpensa Terminal 1 Behälter bis 2 Liter. In Malpensa Terminal 2 gilt weiter die 100-Milliliter-Regel.
Dublin und London-Heathrow
Behälter bis 2 Liter, ein durchsichtiger Beutel ist nicht mehr nötig.
Wo weiter die 100-Milliliter-Regel gilt
Wer von einem der österreichischen Regionalflughäfen abfliegt, muss weiter klein packen. Graz, Linz und Innsbruck erlauben laut ihren Websites nur Behälter mit höchstens 100 Millilitern, die gemeinsam in einen durchsichtigen, wiederverschließbaren Beutel mit maximal einem Liter Inhalt passen müssen. Salzburg und Klagenfurt weisen auf ihren Websites ebenfalls keine Lockerung aus.
Auch bei beliebten Urlaubszielen gilt vielerorts die alte Regel. Der Flughafen Amsterdam-Schiphol erlaubt seit 1. September 2024 wieder nur Behälter bis 100 Milliliter. Der spanische Flughafenbetreiber Aena, zu dem unter anderem Palma de Mallorca, Barcelona, Málaga und Madrid gehören, nennt auf seiner Website ebenfalls die 100-Milliliter-Grenze und den Ein-Liter-Beutel. Bei vielen Flügen ab Wien betrifft Sie die strengere Regel daher erst auf dem Heimweg.
Ausnahmen gibt es überall für Medikamente, Spezialnahrung und Babynahrung, die während der Reise benötigt werden. Diese Flüssigkeiten werden gesondert kontrolliert, ein Rezept oder eine ärztliche Bestätigung hilft. Duty-free-Einkäufe dürfen Sie in einem versiegelten Sicherheitsbeutel mit Kaufbeleg mitnehmen. Öffnen Sie den Beutel erst am Zielort, wenn Sie unterwegs noch einmal kontrolliert werden.
Rückflug und Umstieg: Darauf kommt es an
Die gelockerte Regel gilt nur an der Kontrolle, an der Sie gerade stehen. Fliegen Sie ab Wien mit einer großen Sonnencreme nach Mallorca, ist das beim Abflug kein Problem. Für den Rückflug ab Palma muss die Flasche aber ins Aufgabegepäck oder sie wird an der Kontrolle abgenommen.
Aufpassen müssen Sie auch beim Umsteigen. Wer auf dem Heimweg aus einem Land außerhalb Europas in Frankfurt oder Zürich umsteigt, muss dort in der Regel erneut durch die Sicherheitskontrolle. An den Transferkontrollen beider Flughäfen gilt weiter die 100-Milliliter-Regel. Packen Sie für Fernreisen mit Umstieg deshalb von Anfang an so, als gäbe es keine Lockerung. Das gilt auch für Verbindungen über Amsterdam.
So packen Sie richtig
Am sichersten ist die alte Methode: Packen Sie Flüssigkeiten, die Sie im Handgepäck brauchen, in Behälter bis 100 Milliliter und legen Sie diese in einen durchsichtigen Ein-Liter-Beutel. Dann sind Sie an jedem Flughafen auf der sicheren Seite. Größere Flaschen nehmen Sie nur mit, wenn Sie sicher wissen, dass alle Kontrollen Ihrer Reise sie zulassen. Auf den Websites der Flughäfen finden Sie die jeweils aktuelle Regel, in Frankfurt sogar je nach Gate.
Bedenken Sie auch das Gewicht. Zwei Liter Flüssigkeit wiegen rund zwei Kilogramm, und viele Airlines begrenzen das Handgepäck auf acht oder zehn Kilogramm. Bei Billigairlines ist im Günstigtarif oft nur ein kleines Gepäckstück unter dem Sitz inkludiert. Welche Maße, Gewichte und Kosten bei den Airlines ab Österreich gelten, zeigt unser Ratgeber Handgepäck ab Österreich. Mehr zu Airlines, Flughäfen und Ihren Rechten finden Sie auf unserer Themenseite Luftfahrt & Flugreisen.
Quellen: Websites und Presseaussendungen der Flughäfen Wien, München, Zürich, Frankfurt, Rom-Fiumicino (Aeroporti di Roma), Mailand (SEA), Dublin, London-Heathrow, Amsterdam-Schiphol, Graz, Linz, Innsbruck, Salzburg und Klagenfurt sowie des Flughafenbetreibers Aena
