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Flugpreise 2027: Ryanair-Chef erwartet bis zu 20 Prozent teurere Tickets in Europa

Aktualisiert
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Ein Flugzeug von Ryanair auf dem Vorfeld des Flughafens Bratislava
Foto:©Unsplash/Nastya Dulhiier

Ryanair-Chef Michael O'Leary rechnet damit, dass Flugtickets in Europa im kommenden Jahr um 10 bis 20 Prozent teurer werden. Grund ist der hohe Kerosinpreis. Was die Prognose für Reisende ab Österreich bedeutet und was für bereits gebuchte Flüge gilt.

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Fliegen in Europa dürfte 2027 spürbar teurer werden, wenn es nach Ryanair-Chef Michael O'Leary geht. Bei einer Pressekonferenz in Brüssel am Dienstag, 20. Oktober, sagte er für das kommende Jahr einen Anstieg der Ticketpreise um 10, 15 oder sogar 20 Prozent voraus. Für die nächsten zwölf Monate erwartet er nach eigenen Worten den größten Preissprung, den es in Europa je gegeben hat.

Als Hauptgrund nennt O'Leary den Treibstoff. Ryanair habe den Kerosinbedarf für das kommende Jahr zu 85 Prozent noch nicht abgesichert, anderen europäischen Airlines gehe es ähnlich. Der Ölpreis, den Ryanair zahlt, werde sich verdoppeln. Es handelt sich um die Einschätzung eines Airline-Chefs, nicht um eine fixe Preisliste: Wie stark Tickets tatsächlich steigen, entscheiden Strecke, Reisetermin und Wettbewerb.

Kerosin treibt die Kosten der Airlines

Treibstoff ist für Fluggesellschaften einer der größten Kostenblöcke. Laut dem Fuel Price Monitor des Airline-Verbands IATA lag der weltweite Durchschnittspreis für Kerosin zuletzt bei 192,44 US-Dollar je Barrel. Viele Airlines haben sich über Termingeschäfte gegen Preisschwankungen abgesichert, diese Absicherungen laufen aber nach und nach aus.

Auch Austrian Airlines spürt die höheren Kosten. Im ersten Halbjahr 2026 lagen die Treibstoffkosten der AUA trotz Absicherung um mehr als 60 Millionen Euro über dem Vorjahr. Dazu kamen Ausfälle durch gestrichene Flüge in den Nahen Osten. „Höhere Ticketpreise konnten bis Juni nur einen Teil der finanziellen Auswirkungen kompensieren“, hieß es in der Halbjahresbilanz der Airline.

Weniger Angebot in Belgien und in Wien

O'Leary verband seine Prognose mit deutlichen Kürzungen in Belgien. Wegen einer höheren Passagierabgabe ab Jänner 2027 dünnt Ryanair das Winterangebot in Brüssel und Charleroi stark aus und verlegt Flugzeuge unter anderem nach Italien, Schweden und in die Slowakei. Zusätzlich verweist O'Leary auf Pleiten und Übernahmen in der Branche, die das Sitzplatzangebot in Europa verknappen würden.

Ein ähnliches Muster zeigt sich in Österreich. Ryanair streicht mit dem Winterflugplan, der am Sonntag, 25. Oktober, beginnt, weitere Strecken ab Wien. Der Flughafen Wien macht dafür vor allem die Flugabgabe von zwölf Euro pro Ticket verantwortlich und fordert ihre Abschaffung. Profitiert hat zuletzt der Flughafen Bratislava, der heuer erstmals mehr als vier Millionen Passagiere zählt. Mehr dazu lesen Sie in unserem Bericht Flughafen Bratislava knackt 4 Millionen Passagiere, die gestrichenen Verbindungen finden Sie in der Übersicht Winterflugplan ab 25. Oktober: Diese Verbindungen ab Österreich fallen weg.

Was die Prognose für Reisende ab Österreich bedeutet

Für bereits gekaufte Tickets ändert sich nichts. Nach EU-Recht muss der Endpreis inklusive aller Steuern, Gebühren und Zuschläge schon bei der Buchung ausgewiesen werden. AUA-Chefin Annette Mann hat im Interview mit News nachträgliche Aufschläge ausgeschlossen: Ein gekauftes Ticket sei fix.

Wer im Sommer 2027 verreisen will, kann vielfach schon jetzt buchen. Der Sommerflugplan der Lufthansa Group mit Austrian Airlines ist seit 20. Oktober buchbar, Details lesen Sie in unserem Bericht Austrian Airlines im Sommer 2027. Auch Ryanair hat erste Strecken für den Sommer 2027 freigeschaltet. Ob ein früher Kauf günstiger ist, lässt sich nicht garantieren. Vergleichen Sie den Gesamtpreis inklusive Gepäck und Sitzplatz, denn gerade bei Billigairlines machen Zusatzleistungen einen großen Teil der Kosten aus. Was die Airlines ab Österreich beim Handgepäck verlangen, zeigt unser Ratgeber Handgepäck ab Österreich.

Achten Sie bei frühen Buchungen auf Flugplanänderungen. Streicht eine Airline Ihren Flug, haben Sie Anspruch auf Erstattung oder eine Ersatzbeförderung. Welche Entschädigung zusätzlich möglich ist, erklärt unser Ratgeber zu den Fluggastrechten. Mehr zu Airlines, Flughäfen und Ihren Rechten finden Sie auf unserer Themenseite Luftfahrt & Flugreisen.

Quellen: Ryanair (Pressekonferenz in Brüssel am 20. Oktober 2026), IATA Jet Fuel Price Monitor, Austrian Airlines (Halbjahresergebnis 2026), Flughafen Wien, Lufthansa Group, Verordnung (EG) Nr. 1008/2008. Weitere Quellen: Euronews, BRF

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