Maurer zählt seit Jahrzehnten zu den prägenden Stimmen des österreichischen Kabaretts. Im „Achterl“ spricht er über Humor, Medien, den ORF und die Kunst der Satire.
1. Sie waren 1992 mit Polgar/Friedell-Texten unterwegs: Ein Vorbild für Ihre Journalismus-Kooperation?
Die Unterschiede überwiegen. Polgar schrieb über die Zusammenarbeit: „Er ist faul und ich nicht fleißig.“ Thomas Cik aber ist fleißig.
2. Wie unterscheiden sich Ihre Ansätze vom Journalisten Thomas Cik im gemeinsamen politischen Podcast?
Ich versuche, in puncto Tagesgeschehen halbwegs auf dem Laufenden zu sein, er bringt das gegebenenfalls mit den Fakten in Übereinstimmung.
3. Für Junge in den USA sind Comedians oft wichtigere Politik-Informanten als Medienmeldungen. Gut so?
John Oliver oder Stephen Colbert sind oft informativer und solider recherchiert als kommerzielle US-Newsshows. Gut ist das natürlich nicht.
4. Bitte Charakterisierung Ihrer Journo-Partner in der Karl-May-Boygroup: Armin Wolf? Guido Tartarotti?
Armin ist natürlich Old Shatterhand; Guido der geheime Sohn von Sam Hawkens und Ribanna.
5. Kolumnen zu Essen, Podcasts zu Politik, Programme zu Literatur: Was würden Sie heute werden wollen?
Angesichts des österreichischen Steuerrechts: Erbe.
Eine solide Satireshow braucht ein Team, und das kostet.
6. Was ist warum einfacher – Soloprogramme oder Team-Auftritte von Staatskünstlern bis Hader + Scheuba?
Das ist in 140 Zeichen nicht zu beantworten. Aber die Abwechslung zwischen Team-Feeling und Einzelkämpfer-Modus schätze ich sehr.
7. Wenn Sie sich vom neuen ORF-Fernsehangebot ab 2027 etwas wünschen dürften: Was genau wäre das?
Stiftungsrat ins Dschungelcamp, ORF-Gesetz in den Alltag.
8. Haben Sie eine Erklärung, warum Privat-TV-Sender so wenig auf die Comedian- und Satire-Schiene setzen?
Eine solide Satireshow braucht ein Team, und das kostet. Außerdem kann es passieren, dass wichtigen Werbekunden Gags missfallen.
Steckbrief
Thomas Maurer
Thomas Maurer ist ein österreichischer Kabarettist und Schauspieler. Er brachte 1988 sein erstes Kabarett auf die Bühne, agierte dort auch mit Kollegen wie Josef Hader und Leo Lukas, ist mit Florian Scheuba und Robert Palfrader „Wir Staatskünstler", geht mit dem Solo „Im falschen Film" auf Tour und betrachtet für den Podcast „Maurer & Cik" wöchentlich die Politik
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 30+31/2026 erschienen.
