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Barbara Haas: „Ein Frauenteam ist an Effizienz nicht zu schlagen“

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Barbara Haas

©Christoph Kleinsasser

Die Journalistin spricht über Innovation im Journalismus, neue Erzählformen und warum effiziente Teams, Frauenpolitik und Familienfragen enger zusammenhängen, als oft behauptet wird.

1. Vor 20 Jahren von der Kleinen Zeitung zu Österreich (Oe24): Wie beurteilen Sie heute diesen Schritt?

Gründungsspirit ist die Art von Energie, die ich allen Kolleg:innen gönnen würde. Es ist zweitrangig, ob sich alle Erwartungen erfüllen.

2. Nach fast 18 Jahren Tageszeitung Lifestyle-Monatsmagazin (Wienerin): Größte Umstellungen/Learnings?

Journalismus darf auch unterhalten. Ein Frauenteam ist an Effizienz nicht zu schlagen. Restrukturierung zwingt zu Innovation.

3. Wie sind Sie als Schreiberin auf Podcast + Video gestoßen? Was war dabei die größte Herausforderung?

„Serial“ hat mich angesteckt. Es war kein Trend, sondern journalistische Nähe. Doch neue Erzählformen brauchen smartere Workflows.

4. Heute leiten sie den Bereich Frauen und Familie: Warum ist diese Verknüpfung nicht einschränkend?

Im Gegenteil, es ist gesellschaftspolitischer Zündstoff, nicht fade Querschnittsmaterie. Ohne Frauen keine Familie. Ohne Familie kein Staat.

Eigentlich sollte beim Schreiben das Ziel sein, nicht ständig gendern zu müssen und dennoch alle zu meinen

Barbara Haas

5. Hat der Feminismus den Zenit überschritten und stockt deshalb die Gleichstellung auf vielen Ebenen?

Wir sind in einem konservativen Gegentrend. Aber in den USA wird sogar ein Aus des Frauenwahlrechts diskutiert. Also Mädels, Kräfte sammeln!

6. Sprachliches Gendern – auch aus Perspektive des Printjournalismus: Warum mehr Segen oder Fluch?

Sprache schafft Fakten. Aber eigentlich sollte beim Schreiben das Ziel sein, nicht ständig gendern „zu müssen“ und dennoch alle zu meinen.

7. Wie wichtig für Ihr derzeitiges Arbeitsfeld und die Kleine Zeitung sind die Social-Media-Auftritte?

Wichtig, klar. Menschen folgen Menschen und die muss man als Medienmarke zeigen. Ein journalistisches Gegengewicht zu all dem Bullshit dort.

8. Sind Frauen-Netzwerke mehr als Karriere-Räuberinnenleitern? Was macht sie besser als Männerbünde?

Frauen-Netzwerke sind nicht besser, nur vielleicht ehrlicher. Die Räuberinnenleiter ist ein Solidaritätsversprechen, keine Karrieregarantie.

Steckbrief

Barbara Haas

Barbara Haas begann 1997 noch während des Studiums bei der Kleinen Zeitung, wechselte 2006 zu Österreich, wurde 2014 Chefredakteurin der Wienerin und kehrte 2021 zurück in die Kleine. Zuerst als „Head of Podcast & Video“, mittlerweile als leitende Redakteurin für „Frauen & Familie“.

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 28+29/2026 erschienen.

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