Nach profil ist Christian Rainer präsent wie eh und je. Im Interview spricht er über Medien, Eitelkeiten und das Leben als Privatier.
1. Ihre Präsenz ist nach profil nicht gesunken. (Wie) Hat sich das Verhalten Ihnen gegenüber geändert?
Hatte meinen Therapeuten darauf eingestimmt, dass ich in der Verdammnis verschwinden würde. Tatsächlich explodierte die Freundlichkeit.
2. Was war – abgesehen von trend / profil – warum am spannendsten: ORF, Falter, AZ, WirtschaftsWoche?
AZ! Der naseweise 29-Jährige, der angst- und ahnungslos als De-facto-Chefredakteur den Sessel von Viktor Adler einnahm.
3. Sie firmieren heute als Publizist, Manager und Berater. Was ist der Schwerpunkt Ihres Consultings?
Mit einem Adressbuch länger als das chinesische Telefonbuch alles zwischen Family Office und Beziehungscoaching. Meist gratis, immer lustig.
4. Nach Klenk vom Falter spricht nun Nachfolgerin Thalhammer über Versäumnisse vor ihr. Trifft Sie das?
Anna T. im Horizont kränkte mich. Erst recht angesichts der Auflagen- und Reichweiten-Entwicklung in ihrer Ägide. Sorry, das musste raus.
Wo in Österreich ist denn heute die berühmte digitale Rendite?
5. Was waren aus Ihrer Sicht die Gründe, warum das profil die Digitalisierung offenbar verschlafen hat?
Wir waren so was von wach! Knappe Ressourcen in Redaktion, Auflage und Marke gesteckt. Wo in Österreich ist denn heute die berühmte digitale Rendite?
6. Ein Produkt wie die Wiener (Online-)Zeitung hätten Sie einst wohl bekämpft. Warum nun Aufsichtsrat?
Keinesfalls. Das Unternehmen kann nach dem Print-Begräbnis Erster Klasse ein Katalysator für die Privaten sein. Public Media House Austria.
7. Heuer erreichen Sie das Regelpensionsalter. Wird sich dadurch beruflich etwas ändern? Warum (nicht)?
Pensionist ist ein Energiefresser mit Hauspatschen. Ich bleibe Privatier mit geilem Kalender. Vorerst.
8. Auf Facebook zelebrieren Sie offensiv Teile des Privatlebens: Wie sind die unsichtbaren Reaktionen?
Ich bekomme viele Einladungen zu Tanzshows: von Minsk zu den „Kasatschok Stars“ bis Ebensee zum „Watschentanz“. Es lebe die Hüftbeleidigung!
Steckbrief
Christian Rainer
Christian Rainer, 64, begann 1988 als Journalist bei der „Arbeiter-Zeitung“, leitete später die „WirtschaftsWoche“ Österreich, wurde erst Chefredakteur und Herausgeber des „trend“ (1997 bis 2008) und dann auch des „profil“, wo er diese Doppelfunktion 25 Jahre lang - bis März 2023 - ausübte
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 23/2026 erschienen.







