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Anna Thalhammer: „Sollten junge Frauen weniger goschert sein?“

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Anna Thalhammer

©APA-Images / OTS / Alexandra Unger

Die profil-Chefredakteurin spricht über die digitale Zukunft des Magazins, investigativen Journalismus und den schmalen Grat zwischen Haltung, Recherche und öffentlicher Zuspitzung.

1. profil hat 220.000 Leser pro Heft, aber nur 30.000 Online-User täglich: Wird Digitales überschätzt?

Was heißt da nur? Digital wird nicht überschätzt, sondern wächst. Weltweit verlagert sich Mediennutzung ins Netz – und profil hat das verstanden.

2. Welche Zukunft hat ein politisches Wochenmagazin? Bitte um ein kurzes Szenario für das Jahr 2036!

Recherche ist datengetrieben, Aufklärung bleibt menschlich. profil verbindet digitale Forensik mit investigativem Journalismus.

3. Sie stehen für Investigativ-Journalismus: Welchen Stellenwert geben Sie diesem Teil für das Magazin?

Den größten. Andere berichten, was passiert ist. Wir wollen wissen, warum – und wer wollte, dass es niemand erfährt.

Am hilfreichsten ist bei den ORF-Recherchen, dass Medienmenschen gerne tratschen

Anna Thalhammer

4. Kurier, Biber, Heute, Presse: Bitte um Stichworte zu den größten Learnings bei Ihren Ex-Stationen!

Aller Anfang ist schwer (Kurier); sich nix pfeifen (Biber); titeln und pitchen (Heute); recherchieren & schreiben (Presse).

5. Wie hilfreich ist Ihr Geschäftsführer Richard Grasl als Fast-ORF-Chef bei aktuellen ORF-Recherchen?

Er ist immer hilfreich – am hilfreichsten ist bei diesen Recherchen aber, dass Medienmenschen gerne tratschen.

6. Mit Falter-Chef Florian Klenk gemeinsam gegen SLAPP-Klagen: Wie ist diese Versöhnung entstanden?

Wir haben oft ungleiche Meinungen – und öfter gleiche Ziele. Letzteres ist am Ende immer viel wichtiger. Dazu streiten wir beide auch gerne.

7. Mit Vorgänger Christian Rainer liegen Sie jedoch öffentlich im Clinch: Was bringen solche Konflikte?

Ist mir entgangen, dass ich mit ihm öffentlich im Clinch liege. Suchen Sie gerade eine Story?

8. Auf Social Media wirken Sie mitunter nicht wie eine Chefredakteurin. Strategie oder Spontaneität?

Gibt’s irgendwo einen Social-Media-Knigge für Chefredakteurinnen? Oder finden manche doch eher, junge Frauen sollten weniger goschert sein?

Steckbrief

Anna Thalhammer

Anna Thalhammer, 40, begann nach ihrem Studienabschluss (Diplomarbeit zu „Literatur und Politik in der DDR“) im „Kurier“, wechselte dann zum Magazin „biber“, danach zur Gratiszeitung „Heute" und schließlich 2015 zur „Presse“. 2023 wurde sie Chefredakteurin des „profil“, 2025 auch Herausgeberin

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 26/2026 erschienen.

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