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Neurodermitis: Wissenswertes
über die Hauterkrankung

Gesundheit - Neurodermitis: Wissenswertes
über die Hauterkrankung © Bild: Shutterstock/Astrid Gast

Neurodermitis äußert sich oft im Kindesalter mit juckender und trockener Haut. Die Krankheit ist durch Allergien bedingt und sollte durch konsequente Hautpflege behandelt werden.

Die Neurodermitis tritt häufig bereits im Kindesalter auf und macht sich dann durch trockene, juckende Haut und Ekzeme bemerkbar. Hier erhalten Sie einen Einblick in die Erkrankung, die häufigen allergischen Begleiterscheinungen und die Therapie.

Was ist Neurodermitis?

Die Neurodermitis wird auch atopische Dermatitis genannt. Sie ist eine Erkrankung des atopischen Formenkreises, wie auch Asthma bronchiale, die allergische Rhinitis (Nasenentzündung) und Konjunktivitis (Entzündung der Bindehaut) sowie Nahrungsmittelallergien. Diesen Krankheiten ist gemein, dass beim Betroffenen oft eine Atopie vorliegt. Das bedeutet, dass die Patienten mehr Antikörper gegen bestimmte Stoffe entwickeln und somit häufiger unter Allergien leiden.

© apa/dpa/Oliver Berg Ein Kind zeigt in der Kinderklinik in Köln seine mit Neurodermitis befallenen Körperpartien

Die genauen Ursachen der Neurodermitis sind bis heute nicht geklärt. Es wird zum einen eine genetische, also vererbbare Komponente vermutet und zum anderen gewisse Situationen, die als Auslöser der Krankheit wirken können. Die Krankheit tritt dabei häufig schon bei sehr kleinen Kindern im Alter von 3 bis 6 Monaten auf. Im Laufe der Jahre verwächst sie sich schließlich in den meisten Fällen, sodass das Auftreten von Neurodermitis bei Erwachsenen nur noch selten ist.

Die Krankheit verläuft häufig schubweise, wobei verschiedene Situationen die Symptome verschlimmern. Diese sind:

  • Viel Staub in der Umgebung
  • Jahreszeiten mit einer hohen Luftfeuchtigkeit, v.a. Winter
  • Stress, Belastungssituationen für die Psyche
  • Infekte

Symptome der Neurodermitis

Die Leitsymptome der Neurodermitis sind der starke Juckreiz mit daraus resultierendem Kratzen und die trockene Haut. Es kommt zu Rötungen, Bläschen, Krustenbildung und zum Nässen der Haut. Dabei sind verschiedene Stellen des Körpers je nach Lebensalter typischerweise betroffen. Beim Säugling sind dies das Gesicht und der Kopf sowie die Hinterseite der Arme und die Vorderseite der Beine. Die Windelregion ist hier charakteristischerweise frei von Hauterscheinungen.

Beim Kind und Jugendlichen ebenso wie beim Erwachsenen sind eher die Vorderseite der Arme und die Hinterseite der Beine betroffen. Die Symptome der Neurodermitis können denen der Schuppenflechte, auch Psoriasis genannt, ähneln. Letztere tritt allerdings eher in einem späteren Alter auf als die Neurodermitis und ist bevorzugt an der behaarten Kopfhaut und dem Rumpf sowie den Vorderseiten der Beine lokalisiert.

Behandlung der Neurodermitis

Wird die Diagnose Neurodermitis gestellt, sollte zunächst klargestellt werden, dass sie nicht heilbar ist. Daher ist die Hautpflege der wichtigste Pfeiler der Therapie. Hier wird darauf gesetzt, die Haut möglichst feucht zu halten, wozu sogenannte Emollentien verwendet werden. Diese Cremes oder Salben* verhindern, dass Wasser aus der Haut austritt oder binden zusätzliches Wasser. Weiterhin gibt es verschiedene Öle für das Baden*, welche den starken Juckreiz bei Neurodermitis lindern können. Ferner können im akuten Schub der Erkrankung Salben eingesetzt werden, die das Immunsystem der Haut schwächen und somit auch die allergischen Reaktionen, die der Neurodermitis zugrunde liegen. Während des Schubes hat sich zudem die Therapie mit UV-Licht bewährt.

Neben der direkten Hauttherapie kann bei fortgeschrittenen Stadien eine Therapie mit Medikamenten notwendig werden, die auf den ganzen Körper wirken, also systemisch. Hier wird sich auch die Immunsuppression zunutze gemacht, um die allergische Entzündung der Haut zu reduzieren. Dabei kann auch gleichzeitig mit Antihistaminika behandelt werden, um den starken Juckreiz zusätzlich erträglich zu machen.

Generell sollten an Neurodermitis erkrankte Personen versuchen, die Stoffe zu meiden, welche die Allergie bei ihnen auslösen. Dabei kann es sich beispielsweise um Milben, Pollen, Tierhaare oder die Ernährung mit bestimmten allergenen Lebensmittel handeln. Man sollte genau auf die Reaktionen des Körpers achten, wenn er diesen Stoffen ausgesetzt ist und wenn nicht, um mögliche Trigger der Allergie zu identifizieren. Dazu kann auch ein Allergietest beim Arzt hilfreich sein. Des Weiteren sollten Erkrankte sich keinem Wärmestau aussetzen, was durch zu warme Kleidung, aber auch einen Saunabesuch verursacht werden kann.

Verschiedene Klimas können förderlich für die Hautgesundheit eines an Neurodermitis erkrankten Patienten sein. Hier sind vor allem das Meeresklima und das Klima im Gebirge zu nennen. Eine Kur in diesen Klimazonen gilt oft als Geheimtipp gegen die Hauterkrankung.

Kann man Neurodermitis vorbeugen?

Es ist schwierig zu sagen, ob und wie genau man der Neurodermitis vorbeugen kann, da ihre Ursachen noch nicht ins Detail geklärt sind. Prinzipiell lässt sich aber sagen, dass das Stillen von Säuglingen über 4 bis 6 Monate empfohlen wird, um Erkrankungen des atopischen Formenkreises vorzubeugen. Wenn mit dem Zufüttern begonnen wird, sollten Säuglinge, die gefährdet sind an einer Neurodermitis zu erkranken, zum Beispiel weil ihre Eltern auch erkrankt sind, spezielle Nahrung erhalten. Diese ist hypoallergen und soll deshalb weniger Allergien auslösen. Ein weiterer wichtiger Punkt, sogar noch vor der Geburt des Kindes, ist der Verzicht der Mutter in der Schwangerschaft auf Zigaretten. Diese haben einen erheblich schädigenden Einfluss auf das Ungeborene und können zahlreiche schwerwiegende Folgen nach sich ziehen.

Um im schon erkrankten Stadium weiteren Schüben vorzubeugen gilt es, die auslösenden Trigger zu vermeiden. Das kann gerade durch die richtige Kleidungswahl (nicht zu warm, nicht kratzend, nicht zu eng) und Kochen mit frischen Zutaten, bei denen bekannt ist, dass sie nicht allergen wirken, erreicht werden.

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