Beate Meinl-Reisinger: Spitzenpolitikerin und Kommunikations-Profi

"Ich bin nicht Matthias Strolz - ich werde nicht versuchen, in diese Fußstapfen zu treten, sondern alles daran setzen, neue Fußstapfen zu setzen." Diese Worte läuteten die Parteiübergabe von Gründer Matthias Strolz an Beate Meinl-Reisinger ein. Seit Juni 2018 sitzt Beate Meinl-Reisinger nun am pinken Steuer. Wie die Parteichefin der Neos privat und beruflich tickt.

von Beate Meinl-Reisinger © Bild: IMAGO/SEPA.Media

Steckbrief Beate Meinl-Reisinger

  • Name: Beate Meinl-Reisinger
  • Geboren: 25. April 1978 in Wien
  • Sternzeichen: Stier
  • Ausbildung: Studium der Rechtswissenschaften (Universität Wien) und Master in European Studies (Donauuniversität)
  • Familienstand: verheiratet mit dem Juristen Paul Meinl
  • Kinder: 3
  • Partei: Neos
  • Funktion: Parteivorsitzende der Neos und Nationalratsabgeordnete

Beate Meinl-Reisinger: Von der Juristin zur Politikerin

Beate Meinl-Reisinger wurde 1978 in Wien geboren und besuchte das Gymnasium Wasagasse. Eigentlich wollte sie eine juristische Laufbahn einschlagen - daher studierte sie an der Universität Wien Rechtswissenschaften. Ihren Master in "European Studies" absolvierte sie an der Donau-Universität in Krems. Ihre Europa-Affinität brachte sie schließlich in die Politik. Die Juristin aus Wien war zunächst Mitarbeiterin des Abgeordneten Othmar Karas und der ehemaligen Familienstaatssekretärin Christine Marek.

Beate Meinl-Reisinger 2018
© imago/Manfred Siebinger Meinl-Reisinger 2018 - in dem Jahr übernahm sie von Matthias Strolz die Neos

2012 - nach der Geburt ihrer zweiten Tochter - verabschiedete sich Beate Meinl-Reisinger von der ÖVP und gehörte zum Gründungsteam der Neos. Von 2013 bis 2015 war sie Nationalratsabgeordnete, 2015 wechselte sie nach Wien, wo sie Landesparteichefin und Gemeinderatsabgeordnete war. 2018 folgte sie Matthias Strolz als Bundesparteichefin der Neos und wurde erneut Abgeordnete zum Nationalrat.

Schon davor hatte Meinl-Reisinger bewiesen, dass sie politisch erfolgreich ist: 2015 führte sie die Neos trotz schlechter Startposition für die Partei ohne Probleme in den Wiener Landtag.


Ein moderater Kurs als Erfolgsrezept

Die Neos-Chefin fährt einen moderaten liberalen Kurs. Auf die Frage "Warum sollten Angestellte oder Arbeiter:innen gegen ihre Interessen handeln und eine wirtschaftsliberale Partei wählen?"antwortete sie 2019 im Chat von News.at: "Weil das absolut nicht stimmt, dass das entgegen der Interessen ist, wenn wir uns für eine radikale Entlastung der Lohn- und Einkommenssteuer einsetzen, damit jedem am Ende des Monats mehr bleibt". Letztlich diene eine funktionierende Wirtschaft immer dem Menschen, indem sie Jobs und Wohlstand schaffe, teilte Meinl-Reisinger mit.

Durch ihren moderaten Kurs und auch weil sie sich kein Blatt vor den Mund nimmt, gilt sie als offene und manchmal resche Politikerin.

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Ein Kommunikations-Profi, der offen spricht

Zu ihrer Beliebtheit trägt außerdem ihre Art der Kommunikation bei: Körpersprache-Experte Stefan Verra stellt Beate Meinl-Reisinger ein durchwegs gutes Körpersprache-Zeugnis aus. Für den Experten ist die Neos-Chefin sogar eines der größten Kommunikationstalente in der Spitzenpolitik - und zwar nicht nur in Österreich, sondern im gesamten deutschen Sprachraum. Weder in Deutschland noch in der Schweiz oder in Südtirol und eben auch nicht in Österreich sieht er jemanden, "der so intensiv und so vielfältig kommuniziert", lautet sein Resümee.

Beate Meinl-Reisinger
© News/Ricardo Herrgott Beate Meinl-Reisinger
»Multifunktionäre halte ich für hochproblematisch«

Mit ihrer Meinung hält sie nicht hinterm Berg. So sprach sie offen darüber, dass sie Politikergehälter per se nicht für übertrieben hält. "Was ich aber hochproblematisch finde, sind Multifunktionäre, die dann gut versorgt noch auf anderen Posten sitzen, wie Bauträgern, Interessensvertregungen, Gewerkschaften, Vereinen und letztlich Hochverdiener in einem sich selbst bedienenden System sind", sagte Beate Meinl-Reisinger im News.at-Chat.

In einem Interview mit News (Mai 2022) erklärte die Spitzenpolitikerin: Die ÖVP presse "den Selbstständigen das Geld für Inserate raus". Und sagte dann zum U-Ausschuss: "Haben Sie den Eindruck, dass es mit der SPÖ anders wäre?" Ihrer Meinung nach sei das Problem in Österreich, dass das Land "ein Parteienstaat ist, der mit unfassbar viel Steuergeld - nicht nur über die Parteienförderung, sondern auch über Vorfeldorganisationen, über Vereine, über Medien -am Leben gehalten wird. Quasi beatmet." Das schaffe Abhängigkeiten.

Und was machen die Neos anders? "Wir haben uns konsolidiert, weil wir ein gutes, stabiles Sinnangebot machen. An Menschen, die bei uns aktiv sind, und auch an Wählerinnen und Wähler", erklärte Meinl-Reisinger im Interview.

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Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Ein wichtiges politisches Anliegen ist der Mutter von drei Kindern abseits der bekannten Parteithemen - wie Zukunft mit Bildung, Klima, Wirtschaft und Transparenz - die Vereinbarkeit von Beruf/Politik und Familie - sowohl in Hinblick auf Mütter als auch auf Väter.

"Ich will Vielfalt in der Politik und nicht ein System, wo Väter oder Mütter es nicht möglich ist, Politik zu betreiben. Die Poliltik hat die Aufgabe, die Rahmenbedingungen besser zu machen,dass das funktioniert und die Arbeitswelt muss sich sehr wohl nach den Familien richten und nicht umgekehrt", sagte die Neos-Chefin.

Beate Meinl-Reisinger als Familienmensch

Privat ist die quirlige Politikerin ein Familienmensch, die die Freizeit mit ihrem Mann und ihren drei Kindern genießt. Auf die Frage eines Chat-Users "Nicht jeder Mann akzeptiert eine starke Frau an seiner Seite. Was ist Ihr Geheimnis?" antwortete sie prompt: "Der richtige Mann. ;)"

Persönlich sei für sie die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie ein Spagat, "wie bei hundertausenden anderen Österreichern auch täglich." Es sei nämlich nicht immer nur eine Frage der Organisation, sondern vor allem auch der Emotion.

Ein sportlicher Ausgleich zum oft stressigen Berufsalltag ist Meinl-Reisinger ebenfalls wichtig. Auch wenn sie laut eigenen Angaben "in Wahrheit viel zu wenig Sport und viel zu wenig Bewegung mache".

Beate Meinl-Reisinger zeigt sportlichen Einsatz bei der Freiwilligen Feuerwehr in Altaussee - dort durfte sie das Löschen üben:

Und gegenüber den News.at Usern verriet Beate Meinl-Reisinger auch, welche Apps auf ihrem Smartphone nicht fehlen dürfen: Musik, Wetter, ein Messenger-Dienst, die ÖBB-App, Handyparken und Sudoku und beruflich ist ihr Twitter, Facebook und Instagram noch wichtig.

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