Steckbrief von

15 Fragen an...
Othmar Karas

Der Spitzenkandidat der ÖVP verrät, warum wir einander viel mehr zuhören sollten

Karas © Bild: APA/Fohringer

Othmar Karas ist der Spitzenkandidat der ÖVP für die kommende EU-Wahl. In unserer Serie "15 Fragen an..." verrät er, was er an Europa ändern würde, was er in seiner Freizeit macht und wohin er gerne verreist.

1. Das kann sich Europa von Österreich abschauen…

...die lange Tradition in der Diplomatie. Wenn alle Regierungen der EU-Mitgliedstaaten im Rat einen rücksichtsvolleren und diplomatischeren Umgang miteinander hätten, wäre vieles einfacher und es gäbe weniger Ellbogenkämpfe...

2. Von welchem EU-Land kann sich Österreich etwas abschauen – und was?

Von allen Ländern können wir etwas lernen. Das Bereichernde an Europa ist ja gerade seine Vielfalt. Wir sollten einander viel mehr zuhören. Ich finde es beispielsweise wichtig, unseren Freunden in Osteuropa zuzuhören, die noch vor wenigen Jahren die Erfahrung von Unterdrückung gemacht haben.

3. Darum bin ich der beste der sechs Spitzenkandidaten…

...weil ich für den Weg der Mitte stehe und nicht Österreich und Europa gegeneinander ausspiele. Ich will keinen Extremismus, weder rechts noch links. Außerdem braucht es Erfahrung und Netzwerk, um sich in Europa durchzusetzen.

4. Dieses positive Ereignis verbinde ich mit Europa…

Nie zuvor gab es in Europa so lange Frieden, so hohen Wohlstand und so viel Freiheit wie heute in der EU. Wir dürfen niemals denken, das ist selbstverständlich! Das müssen wir verteidigt - jeden Tag.

5. Könnte ich eine Sache an Europa ändern, wäre das…

Ich will nicht nur eine Sache, sondern vieles in der EU ändern. Das wichtigste ist wahrscheinlich die Abschaffung des Einstimmigkeitsprinzips unter den EU-Mitgliedstaaten. Durch die Vetorechte geben immer die Bremser und Zögerer das Tempo vor. Deshalb gib es noch keine gerechte Besteuerung der multinationalen Firmen, deshalb gibt es noch keinen funktionierenden Außengrenzschutz..., es gibt noch viele weitere Beispiele. Vetorechte sind nicht demokratisch und behindern die Handlungsunfähigkeit der EU.

6. Das perfekte Gastgeschenk, das man als Österreicher ins Ausland mitbringen kann, ist…

Österreich hat viele Spezialitäten. Als Niederösterreicher nehme ich gern die Marillenmarmelade aus der Wachau, die wir in der EU geschützt haben.

»Brüssel ist mein Arbeitsplatz. Österreich ist meine Heimat.«

7. Bald heißt es vielleicht „Ab nach Brüssel!“ Sind die Koffer schon gepackt? So lässt sich das mit meinem privaten Umfeld vereinbaren…

Ich pendele schon viele Jahre zwischen Österreich, Brüssel und Straßburg. Das ist manchmal stressig. Aber meistens bin ich von Donnerstagabend bis Montagvormittag in Österreich unterwegs. Brüssel ist mein Arbeitsplatz. Österreich ist meine Heimat.

8. Derzeit wohne ich in...

Wien, weil hier meine Familie lebt.

9. Mein liebstes Reiseziel in Europa ist…

der Attersee und ist Ybbs-Persenbeug. Ich bin viel unterwegs, aber nirgendwo fühle ich mich so wohl wie daheim in Österreich. Hier bin ich verwurzelt.

10. Meine größte Schwäche ist…

Ich habe zu wenig Sprachen gelernt. Außerdem ärgere mich viel zu viel über Unaufrichtigkeit und Schuldzuweisungen in der Politik...

11. Das mache ich in meiner Freizeit um abzuschalten…

Ich spiele Klavier, lese ein gutes Buch oder gehe Laufen.

12. Mein perfekter Tag beginnt mit…

...einem Frühstück mit meiner Frau und meinem Sohn am Attersee.

13. Meine Lieblingsserie ist…

Ich habe nicht viel Zeit, Serien zu schauen. Ein Film, der mich beeindruckt hat, war der Winston-Churchill-Film "Die dunkelste Stunde". Der Film zeigt, wie ein Mann für seine Überzeugungen kämpft und gerade steht.

14. Darüber habe ich zuletzt herzlich gelacht…

Manche machen derzeit Brexit-Witze... Aber das, was manche lustig finden, ist eigentlich sehr traurig. - In den Besprechungen mit meinen Mitarbeitern lachen wir oft gemeinsam...

15. Diesem Social-Media-Account/-Star folge ich am liebsten, weil…

Ich muss beruflich so viel online sein und die Medien verfolgen, dass ich mich wahnsinnig freue, wenn ich einfach mal offline und mit den Menschen sein kann, dort wo ich grade bin. Gerade auf Twitter gibt es aber viele Accounts von JournalistenInnen die mich immer wieder informieren und mir neue Eindrücke vermitteln.

News.at hat allen sechs Spitzenkandidaten diese 15 Fragen gestellt. Im Laufe der kommenden Wochen gibt es noch den Steckbrief von Werner Kogler (Grüne) zu lesen. Hier finden Sie die bereits veröffentlichten Steckbriefe von Andreas Schieder (SPÖ), Harald Vilimsky (FPÖ)., Johannes Voggenhuger (Initiative 1Europa) und Claudia Gamon (NEOS).