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Ein Porsche-Immobilienmanager bestätigte das Verkaufsangebot auf der Immobilien-Plattform. "Es stimmt, dass es diesbezüglich Überlegungen gibt. Endgültig fixiert ist aber noch nichts", sagte er gegenüber den "Salzburger Nachrichten". Das in der "Bild"-Zeitung genannte Motiv für den Verkauf, anhaltende Kritik am Tunnelbau und ein "Reichen-Bashing" in Salzburg, wollte er nicht voll bestätigen. Die Misstöne rund um das Tunnelprojekt seien nicht der alleinige Grund für die Verkaufsüberlegungen. Allerdings habe sich eine allgemeine Neiddebatte entwickelt. Es sei zweifelhaft, ob für Porsche ein Leben in der Salzburger Immobilie so aussehen könne, wie er sich das ursprünglich erwartet habe.
Der 83-jährige Milliardär hatte das "Paschinger Schlössl" im Jahr 2020 um 8,4 Millionen Euro gekauft und renovieren lassen. Die Villa gehörte früher einmal dem 1934 aus Salzburg nach Großbritannien geflüchteten Schriftsteller Stefan Zweig. Die Pläne für das noch nicht umgesetzte Bauvorhaben - allen voran der 500 Meter lange Tunnel - sorgten für heftige politische Diskussionen und Proteste von Aktivisten in Salzburg.
Wolfgang Porsche führte als Argument für den Bau ins Treffen, dass das Befahren des steilen und engen bestehenden Wegs zur Villa - besonders auch bei schlechten Wetterverhältnissen - schwierig bzw. teilweise sogar unmöglich sei. Für seine umstrittenen Pläne war eine raumordnungsrechtliche Einzelbewilligung notwendig, weil der Bau im Grünland liegt. Die von der Tiefgarage und vom Tunnel betroffenen Grundstücke gehören der Stadt.
Für Kritik sorgte im Vorjahr auch, dass Porsche für den Dienstbarkeitsvertrag für die Nutzung des unterirdischen Stadtgrunds einmalig 48.000 Euro bezahle. Gegner des Baus hielten das für viel zu wenig, die Höhe der Abgeltung wurde später jedoch durch ein Gutachten bestätigt. Die Entscheidung für die Bewilligung fiel mit den Stimmen von SPÖ, ÖVP und FPÖ - die KPÖ Plus und die Grüne Bürgerliste waren dagegen.
Wie der Salzburger Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) am Montag zur APA sagte, hängt die Genehmigung für Tunnel und Tiefgarage rechtlich an der Immobilie - und nicht am Eigentümer. "Daran ändert ein Verkauf nichts." Allerdings habe es bisher noch keine Bauverhandlung gegeben. Und: Laut dem Stadtchef müsse das Projekt binnen drei Jahren - also bis Ende 2028 - abgeschlossen werden, denn dann erlischt die Frist für die Bewilligung. Dass die Stadt Salzburg selbst das Gebäude kauft, schloss Auinger aus finanziellen Gründen aus. Schon 2020 gab es Überlegungen, die Villa zu erwerben und in ein Zweig-Museum umzuwandeln. Schon damals aber war der Preis zu hoch.
Die französische Immobilien-Seite wirbt explizit mit dem bereits genehmigten Tunnel samt Garage als Verkaufsargument, errichten müsste den Bau der Käufer. Im Vorjahr wurden die Kosten dafür auf rund zehn Millionen Euro geschätzt. Das Anwesen verfügt über zwölf Zimmer mit einer Gesamtwohnfläche von 616 Quadratmetern. Dazu kommt der Garten mit 7816 Quadratmetern.
Aktivisten und Gegner des Projekts sprachen am Montag in einer Aussendung von einem "großartigen Erfolg". Die Grüne Bürgerliste forderte hingegen, dass die Stadt eine Rückabwicklung prüfen müsse. "Alleine das immerwährende Recht, eine Tunnelanlage samt Privatgarage zu betreiben, stellt eine erhebliche Wertsteigerung der Immobilie dar. Es kann nicht sein, dass mit Grund und Boden der Öffentlichen Hand, Bodenspekulation betrieben wird", sagte Klubobfrau Ingeborg Haller zur APA. Ein "Reichen-Bashing" von politischer Seite habe es übrigens nie gegeben. "Es geht um gleiches Recht für alle. Es kann nicht sein, dass nur diejenigen, die es sich leisten können, die Genehmigung für einen Privattunnel erhalten."
(S E R V I C E - Das Inserat auf der französischen Immobilienplattform findet sich unter https://go.apa.at/ZCZnnRFD)






