Spitzentöne: Die linke Pubertät (02.09.26)
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 36/26 erschienen.
Kein weiterer Kommentar nötig. Einfach nur: köstlich!
Vielen Dank für die Antwort. Ich weiß schon , hab ja auch heftige Bedenken gegen Blasmusikförderer a la Kunasek et.al. Die ja das missbrauchen für ihre doofe „Retro Blut- und Boden - Kotzerei“ sie meinen damit ja in erster Linie dieses bierschwangere Gegröle und Oktoberwiesengekotze…
Aber erlaube mir zu ergänzen und Vorschläge zu bringen, wie man diese Misere, dass der Klassik die Zuhörer/innen abhanden kommen, wie man das ändern könnte
1 Bei jedem Wehklagen, der ja oft von der Hochkultur kommt - konkret die Personen , Musiker, Dirigenten , Regisseure etc. Ansprechen (zumindest ich habe es so gemacht) Bitte jammert nicht, sondern kommt zu uns, zu den Blaskapellen, zu den Tausenden Chören, zu den Volksmusigruppen zu den Pop Konsument/innen und spielt, musiziert mit uns)
konnte fallweise Promis (Z.Bgm. Der Stadt Perg Froschauer gewinnen, der ein großartiger Schlagzeuger ist) Dir Möst hat nicht geantwortet , Rosenkranz, Glawischnig haben zugesagt und wieder abgesagt.)
2. genau so wie jedes Kind einen PC oder Smartphone hat, im Musikunterricht ab 6 ein Instrument lehren (Burgenland macht das SPÖ LH😀) - mir ist aber egal, welche Partei, so etwas macht… - Josef Weizenbaum - ein Computerfachmann sagte schon vor 60 Jahren „für jeden Computer in den Schulen muss ein Klavier, Gitarre, Flöte etc. angeschafft werden, momentan haben wir die PC (auf 1 Kind kommen in Österreich 2 Geräte) , wir hätten auch die Instrumente, die ja zu tausenden oft in den Haushalten ungenutzt herumliegen ich allein - bin Laienmusiker, war zwar Musikschullehrer f. Klass. Gitarre www.erichpammer.at, wenn es Sie interessiert habe 17 Instrumente, 10 Computer, und versuche täglich auf irgendeinem zu musizieren. „ ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum“ frei nach Nietzsche 😀
3. woher die Lehrer/innen dafür, beim jetzigen Mangel besonders in Musik, Spitzenleute aus Orchestern usw. Musikschullehrerinnen , Militärmusiker (die meisten in den Landesmusikschulwerken z.B. oö sind unterbeschäftigt, suchen Stunden) die Pflichtschulen öffnen und zwar nicht zu einem einmaligen Besuch, sondern Übernahme Z.B von 2 Stunden pro Woche
Woher das Geld dafür? - da der Staat es nicht schaffen will, Reform AKM und GEMA, ein bestimmter Prozentsatz (es liegen dort Milliarden) ist für Musikausbildung zu verwenden, oder Einführung eines Musik Euro, d.h. Bei jedem Konzert wird ein € des Erlöses in der Ausbildung verwendet.
4 Urheberrechtabgabe für KI Bots (da bei KI das noch nicht greift, KI Musik, Literatur ist momentan im rechtsfreien Raum, ) ähnlich wie Kopierabgabe für CD…
5. Schaffung von Musikgruppen für Seniorinnen (mache ich derzeit) - wäre übrigens der beste Kampf gegen Demenz für alle die noch nie musiziert haben oder wieder beginnen wollen, um das auch in die Oma/Opa Erziehung aufzunehmen, da ja viele die sich da engagieren mit Enkeln musizieren könnten. Eine Stunde musizieren bzw. Sich überhaupt mit ästhetischen Dingen zu befassen, bringt sehr viel mehr als stundenlanges Pauken und Wissen ansammeln, das kann KI besser weitergeben, musikalische Aspekte fördern kann sie (noch?) nicht…
Aber auch das habe ich mehr als 20 Jahre mit „meinen“ mir anvertrauten Kindern deutlich gesehen…
Und warum das so ist kann ich Ihnen vielleicht auch einmal darlegen
Mit freundlichen Grüßen Erich Pammer
Sg.Herr Sichrovsky,
Man weiß bei dem Artikel nicht, ob es Satire, elitäre Kulturkritk oder das übliche Naserümpfen gegen „Linkes“ Kulturdenken, gegen Blasmusik, Schlagersänger/innen oder nur „advocatus diaboli“ spielen zu wollen, um darzustellen, was eine selbsternannte Kulturelite selbst angestellt hat und jetzt fallweise weinerlich beklagt, dass Ihnen massenweise das Publikum davonläuft.
Jahrzehnte des überheblichen Blickes z.B. auf Blasmusik (die längst durch immer bessere Qualität, bedingt durch ein Musikschulsystem, ihr Repertoire massiv in Richtung Klassik, Pop, Folklore, usw.) noch immer profitieren n diesen Abertausenden Talenten die hochkulturellen Einrichtungen. Das ist auch bei Theater darstellender Kunst, Literatur etc. der Fall.
Abertausende Menschen von „da unten“ konnten, sich kulturell betätigen, ein Instrument erlernen, oder Laientheater mitwirken.
Völlig übersehen hat die musikalische Hochkultur; oder deren Apologeten, dass Medien, Fil, TV, Internet sich um die Jugendlichen annahm, es flossen plötzlich die Subventionierungen nicht mehr schrankenlos in die Hochkulturbereiche, wo einzelne Personen Unsummen lukrieren konnten, während die weniger begüterten Schichtn sich abwandten oder ihre eigene (Volks) Kultur aufbauten ihr Geld oft zusammenbetteln mussten, auf Festen, durch ehrenamtliche Arbeit und kaum oder weit weniger auf Förderungen setzen konnten als es die Summen sind, die man „da oben“ bekam.
Jede Musik, ist wertvoll, egal ob es ein Schlager von Helene Fischer, von eine Sinfonie von Gustav Mahler oder das erbärmlichste „Hänschen klein“ eines behinderten Kindes auf einer Blockflöte selbst gespielt ist.
Dazu kommt, dass sich die meisten Menschen den Besuch etwa der Salzburger Festspiele oder Staatsoper gar nicht leisten können, ( aus Erfahrung, weiß ich - ich betrieb lange eine integrative Behindertenband, derzeit eine Seniorenband, mit Menschen, die nie ein Instrument erlernen konnten… diese perfektionistische Hochkultur hat sie geradezu abgehalten, weil „ich es ja sowieso nie so zusammenbringen würde, wie es da präsentiert wurde - Meine Versuche Künstler aus der Hochkultur zum Mitspielen zu bewegen, scheiterten immer)
Wenn jetzt Förderungen gekürzt werden ist das Erstaunen sehr groß, aber logische Folgerung, wenn man glaubt eine Elite zu sein, etwas Besseres zu sein.
Wenn so manche Stars pro Abend ca 15.000 € bekommen, aber Tausende Menschen sich inzwischen Wohnung Ernährung, Kinderversorgung nicht mehr leisten können (Arbeitslose, mindestPensionisten, Alleinerziehefinnen..) ist die Abkehr von den Eliten durchaus verständlich und es wäre hoch an der Zeit einmal da intensiver hinzuschauen zu denen, die via Steuern, das alles auch noch finanzieren müssen (Mwst. Einkommensteuern…)
Mit freundlichen Grüßen Erich Pammer
Die Salzburger Festspiele eigneten sich schon immer als Reibebaum für
populistischen Unsinn und tun es offensichtlich immer wieder. Kickl
hat da wild hineingehackt mit seinem Inzüchtlersager unter dem Motto
"Wir wollen dort ja gar nicht dabei sein". Kay - Michael Dankl ,
immerhin Salzburger Vizebürgermeister, "pratzelt" da ein bisschen an den
Festspielen herum mit einem Umfrageergebnis, das er scheint´'s nicht
richtig zu interpretieren weiß. Wenn die Hälfte der Salzburger noch nie
bei den Salzburger Festspielen war, heißt das ja, dass die andere Hälfte
sehr wohl hingeht., was doch eigentlich ein Grund zur Freude ist. Aber
weil ein bisschen Klassenkampf sein muss, vertritt er das Motto "Wir
möchten ja so gern hin , aber wir können nicht, weil wir so arm sind".
Tja, die bösen Reichen und Schönen"! Da sitzt er mit unserem Vizekanzer
in einem Boot, der sich für die Schönheitsoperationen eben dieser in
anderem Zusammenhang so brennend interessiert. Dass seine Vorliebe als
Kulturminister mehr bei Ralf Rangnick und seinem "Jedermann-Projekt" mit
Kindern im Zirkuszelt liegt als bei Messiaens "Saint Francois d'Assise",
weiß man spätestens seit seiner Rede bei der Festspieleröffnung.
Wie wird es weitergehen bei den Salzburger Festspielen? Dass sich Herr
Schallenberg den Festspielpräsidenten nicht antun will, ist sehr schade,
rückblickend auf das erste Halbjahr 2026 aber doch auch verständlich.
Dass man auch von namhaften Leuten in der Findungskommission wie Franz
Welser-Möst manch eigenartige Wortmeldung findet, kann man in einem
Interview in den Salzburger Nachrichten vom 8. August nachlesen. Er
meint darin "Es hat die Salzburger Festspiele vor und nach Karajan
gegeben, obwohl sich das nach Karajans Tod niemand hat vorstellen
können. es wird sie auch nach Markus Hinterhäuser geben". Ja eh! Aber
zum Glück ist Markus Hinterhäuser nicht tot und wie geht das schöne
Lied? "Es wird a Wein sein und wir wern nimmer sein, tralala la la la
la la!"
In diesem Sinne grüße ich Sie wie immer herzlich, alles Liebe Riki Pacik
