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"Im Metal gibt es viele Konzeptbands, also Bands mit zum Beispiel Wikingern. Ich selbst habe einmal eine Piratenband produziert", erzählte der Dominum-Gründer. "Eines Tages sah ich mir 'The Walking Dead' an. Da dachte ich: Jeder kennt Zombies, auch Leute, die keine Horrorfans sind. Und es gab noch keine Zombieband! Ich fragte mich, warum eigentlich nicht? Jetzt weiß ich's. Das ist wirklich aufwendig mit den Masken, Make-up und dem ganzen Kram. Bis man das so hinkriegt, dass es nicht billig ausschaut, ist es ein weiter Weg. Masken allein reichen nicht, das musikalische Rückgrat muss auch passen."
Mit Untoten auf Tournee zu sein - am 2. Dezember gastieren Dominum in der Szene Wien -, muss die Verpflegungskosten deutlich senken. Ein wenig Innereien allabendlich sollten doch reichen. "Das wäre wirklich einfach, wenn es so wäre", lachte Heldt. "Nee, die sind alle tatsächlich vegetarisch oder vegan. Ich habe die einzigen veganen Zombies bei mir in der Band."
Zu den Zutaten Horror und Metal gesellt sich bei Dominum auch der Humor, wie der Sänger zustimmend nickt. "Das Leben ist zu kurz, um die ganze Zeit ernst zu sein. Wenn die Leute zu einem Dominum-Konzert kommen, sollen sie eine gute Zeit haben. Es ist so viel los auf der Welt, überall gibt's nur Baustellen. Wenn man unser Konzert besucht, soll man abschalten können."
Obwohl er nun als Kunstfigur auf die Bühne tritt, sei er eigentlich "gar kein Verkleidungsmensch", betont Heldt. "Aber es war mir von Anfang an klar, wenn man so ein Projekt macht, wäre es langweilig, wenn ich einfach nur der Felix wäre: 'Der Felix, der singt uns jetzt ein Lied vor.' Das klingt unspektakulär. Die Leute wollen ja unterhalten werden." Für seine Rolle als Dr. Dead benützt Heldt Make-up. Für seine maskentragenden Musiker hat er Mitleid: "Wir haben in Wacken bei Sonnenschein gespielt, da ist literweise Schweiß aus den Masken geflossen. Ich sage jetzt mal, es ist keine Spa-Behandlung."
"Night Is Calling" verbindet Powermetal mit bombastischen Melodien. "Das kommt aus meiner musikalischen Sozialisation. Jeder ist von der Musik beeinflusst, die er gerne hört. Und ich bin halt ein Melodiemensch. Mich berühren Melodien", so Heldt. Dass die Songs auch ohne große Produktion auskommen, davon zeugen zwei akustische Tracks am Ende des Albums.
Das jüngste Werk von Dominum hat auch einen Österreichbezug, wie Heldt berichtet. Als erste Single wurde "The Circus is in Town" ausgekoppelt. "Beim Dreh für das Video waren Künstler aus der ganzen Welt dabei. Es kam sogar eine Künstlerin aus Graz in den Ruhrpott angefahren. Ich glaube, sie war zehn Stunden unterwegs. Sie hat in ihre langen Haare einen speziellen Knoten gemacht und wurde dann an diesem mit einem Seil hochgezogen und im Kreis geschleudert. Ich konnte da gar nicht zuschauen."
Dass es Dr. Dead schaudert, wundert eigentlich. Denn geprägt wurde er vom Zombie-Schocker "Dawn of the Dead": "Dem neueren Film, nicht dem aus den 70ern", so Heldt. "Ich hoffe, das erfährt jetzt meine Mutter nicht, aber den habe ich gesehen, als ich ungefähr elf Jahre alt war. Der Film hat einfach die besten Zombies. Die haben die perfekte Geschwindigkeit, die perfekte Intelligenz. Wunderbar."
(Das Gespräch führte Wolfgang Hauptmann)
(S E R V I C E - www.dominumofficial.com - www.barracudamusic.at )
WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/Napalm Records/Holger Fichtner/Holger Fichtner






