Der bio-zertifizierte Marharterhof in Ramsau am Dachstein ist ein landwirtschaftlicher Vorzeigebetrieb der Slow Food Bewegung
©Mara Hohla/Slow FoodVor 40 Jahren gegründet, weltweit in 160 Ländern aktiv, etwa 100.000 Mitglieder, Impact auf Millionen – Slow Food ist zweifellos die stärkste kulinarische NGO der Welt. Und die schaffte es nicht nur, bewussten, regional verankerten Genuss zum Lifestyle zu machen, sondern noch viel mehr.
1. Salone del Gusto
Heuer findet die internationale Genussmesse von Slow Food zum 16. Mal statt, bei der sich Tausende Delegierte treffen, bei der es Aberhunderte Spezialitäten aus aller Welt zu verkosten gibt, bei der man Vorträgen lauschen, an kulinarischen Seminaren teilnehmen und bei Verkostungen mitmachen kann. Diesmal verteilt sich die Veranstaltung über das gesamte Zentrum von Turin.
Salone del Gusto
10100 Turin: 24. bis 27.9.2026
2. Universität der gastronomischen Wissenschaften
Schon früh arbeitete Slow Food daran, Essen und Trinken nicht nur als Vergnügen darzustellen, sondern als eine kulturelle, ökonomische, technische und gesellschaftliche Angelegenheit. 2004 wurde somit eine Privat-Universität gegründet, untergebracht in einem historischen Landgut in Pollenzo im Piemont, in sieben Fächern kann man hier einen Master oder Executive Master machen. Unterrichtssprache: Englisch und Italienisch.
Piazza Vittorio Emmanuele II (12042 Bra, Pollenzo)
3. Arche des Geschmacks
Eines der frühen und besonders erfolgreichen Projekte: In der „Arche des Geschmacks“ werden regionaltypische, althergebrachte Lebensmittel oder kulinarische Kulturen definiert und beschrieben, um sie vor dem Vergessen oder der Vereinnahmung der Industrie zu schützen.
Wenn sich Produzenten eines besonders bedrohten Lebensmittels organisieren, aktiv an Erhaltungsmaßnahmen und Öffentlichkeitsarbeit beteiligen, gibt’s auch ein von Slow Food unterstütztes „Presidio“. In Österreich sind das 13 Lebensmittel, darunter die Leithaberger Edelkirsche, der Jauntaler Hadn und der Wiener Gemischte Satz.
4. Osterie d’Italia 2026
Ein Buch, ohne das kein genießender Italien-Besucher sein kann: Der Führer listet die regionaltypischen Osterien Italiens mit ihren jeweiligen regionalen Spezialitäten auf, 1.980 Lokale in der aktuellen Ausgabe, die leider nur mehr auf Italienisch erscheint. Die letzte Ausgabe in deutscher Sprache erschien 2020/21, auch sie ist nach wie vor sehr hilfreich.
5. Wirtshaus-Führer
Eine Zeit lang erschien auch ein Führer, der sich der der Slow-Food-Philosophie entsprechenden Gasthäuser in Österreich und Südtirol annahm. Der zuletzt im Servus-Verlag erschienene Guide wurde seit 2019 leider nicht mehr aufgelegt.
6. Slow Wine 2026
Italien ist der größte Wein-Erzeuger der Welt, der vielfältigste wohl auch. Wein-Guides haben hier also einen enormen Stellenwert. Marktführer Gambero Rosso verleiht seine „Tre Bicchieri“ eher an klassische Top-Weine, bei Slow Food Wine werden vor allem jene 2.016 Weingüter beschrieben, deren Weine besonders regionaltypisch, traditionell und vor allem nachhaltig biologisch vinifiziert sind.
7. Slow Food Österreich
In Österreich ist Slow Food seit 40 Jahren in unterschiedlicher Intensität aktiv. Aktuell sind zehn „Konvivien“ und noch 22 weitere regionale Gemeinschaften tätig, werden Märkte organisiert, „Arche-Passagiere“ betreut, Slow-Food-Dörfer definiert. Bei der Organisation der „Slow Food Reiseregionen“ war Slow Food Kärnten 2015 sogar Pionier.
Wolfgangstein 23 (4550 Kremsmünster)
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 26/2026 erschienen.







