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Von Safran bis Za’atar: Die besten Gewürzläden

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©Matt Observe

Von Kümmel-Klischees zu globalen Aromen: Diese fünf Gewürzadressen zeigen, wie viel Geschmack in handgemachten Mischungen, seltenen Zutaten und traditioneller Verarbeitung steckt.

Als die deutsche Restaurantkritiker-Ikone Wolfram Siebeck – Bacchus hab' ihn selig – 1995 in seinem Buch „Die Beisln von Wien“ die Wiener Küche beschrieb, formulierte er deren Verhältnis zum Würzen so: „Gewürze heißen auf Wienerisch Kümmel. Von progressiven Beislköchen wird auch schon mal Salz, seltener Pfeffer und ganz selten Knoblauch verwendet.“

Diese Behauptung war natürlich Siebecks pointierter Übertreibung geschuldet, einen wahren Kern hat sie aber definitiv: Differenziertes Würzen ist nicht unsere Spezialität. Könnte es aber sein, die Software dazu findet man hier:

1. Babette’s

2002 eröffnete Nathalie Pernstich im Wiener Freihausviertel eine kleine, extrem gut und akkurat sortierte Kochbuchhandlung, die außerdem noch ein kleines Kochstudio enthält und somit zu einer der wichtigsten Anlaufstellen der Wiener Foodie-Szene wurde.

Nachdem Gewürze immer schon Pernstichs Leidenschaft waren, eröffnete sie vor zehn Jahren im 15. Bezirk eine Gewürzmanufaktur, in der täglich frisch geröstet, gemahlen und gemischt wird. Gegen Voranmeldung sind Besuche möglich, das Sortiment ist aber auch im Buchshop erhältlich.

2. BenCondito

Auch Wolfgang Friedl startete seine kleine Floridsdorfer Gewürz-Manufaktur vor zehn Jahren – und zwar, weil er feststellen musste, dass industriell abgefüllte Gewürze für Menschen mit Lactoseintoleranz oft unverträglich sind. Seither bezieht er von kleinen Produzenten direkt, mischt, mahlt und füllt selbst ab. Der kleine Laden in den Schlingerhof-Arkaden ist ein Aroma-Paradies.

3. Sussitz

Ingo Holland veränderte die Aroma-Welt. 2001 war der (2022 früh verstorbene) deutsche Spitzenkoch mit der Qualität der verfügbaren Gewürze so unzufrieden, dass er mit dem „Alten Gewürzamt“ seinen eigenen Gewürzhandel aufmachte. Sortimentstiefe und Qualität sind beachtlich, seit einigen Jahren hat der Weinhändler Sussitz die Generalvertretung in Österreich, das Geschäft läuft gut, erfährt man, auch wirklich spezielle Gewürze würden mittlerweile gerne gekauft.

4. Sonnentor

Eine Erfolgsgeschichte, wie man ihr in Österreich selten begegnet: 1988 als kleiner Handel von selbst angebauten Bio-Tees und -Kräutern begonnen hat Sonnentor heute über 500 Mitarbeiter, 40 Shops in ganz Mitteleuropa, das Sortiment erstreckt sich auf sämtliche Gewürze und alle denkbaren Tees, 100 Prozent bio, Zero-Emission wird 2030 angestrebt. Sonnentor gilt als Paradebetrieb hinsichtlich Nachhaltigkeit, 2014 eröffnete man ein Bio-Restaurant, in Zwettl werden Zimmer vermietet.

5. Dr. Kottas

Ja, den Namen kennt man aus der Apotheke, Verdauungstee und dergleichen. Neben medizinischen Heiltees vertreibt Kottas aber auch Gewürze, Gewürzkräuter und Mischungen. Von Glühweingewürz über Grillkäse-Gewürz bis Hot Arrabbiata. Und das seit 1795.

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 30+31/2026 erschienen.

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