Shein ist einer der größten Fast-Fashion-Anbieter der Welt. Doch das Wachstum des chinesischen Onlinehändlers schwächt sich ab, während Plagiatsvorwürfe und Zollregeln das Geschäftsmodell unter Druck setzen.
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Der chinesische Online-Modehändler Shein hat es nach einiger Verzögerung zwar an die Hongkonger Börse geschafft, enttäuscht dort aber. Das Unternehmen ist für günstige und schnell wechselnde Kollektionen („Fast Fashion“) bekannt. Nachfolgend einige Fakten zu Shein.
Geschäftsmodell
Shein produziert seine Kleidung in China und vertreibt sie außerhalb der Volksrepublik. Der Modehändler bringt täglich mehrere tausend neue Kleidungsstücke seiner zehn Marken auf den Markt, die er ausschließlich über seine eigene Webseite verkauft. Er betreibt keine eigenen Fabriken, sondern arbeitet mit tausenden, hauptsächlich chinesischen Subunternehmern zusammen.
Das Unternehmen hat ein System entwickelt, um die Produktion rasch an die Nachfrage anzupassen. Dadurch liegt der Anteil unverkaufter Ware nach eigenen Angaben durchgängig im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Laut Börsenprospekt verfügte Shein per Ende Juni über 37 Warenlager in China, sechs in den USA, 18 in Europa und 11 in anderen Teilen der Welt.
Bei Werbung setzt Shein voll auf das Internet. Die Firma hat nach eigenen Angaben mehrere hundert Millionen Follower in den Sozialen Medien. Außerdem arbeitet Shein mit zahlreichen Influencern zusammen, die die Produkte auf Plattformen wie YouTube oder TikTok bewerben.
Österreich
In Österreich liegt Shein mit einem geschätzten Umsatz von 174 Mio. Euro bereits auf Rang 5 der umsatzstärksten Webshops. Unter den Marktplätzen kommt das Unternehmen hierzulande auf Platz 7. Umfragen zufolge hat jede vierte Person in Österreich Mode bei dem chinesischen Onlinehändler gekauft.
Finanzkennzahlen
Das Wachstum des Modehändlers, der laut Börsenprospekt 273 Millionen Kunden in 160 Ländern zählt, ist ins Stocken geraten. Nach Zuwächsen von mehr als 40 Prozent im Jahr 2023 und 20 Prozent 2024 waren es 2025 nur noch 8 Prozent.
Im vergangenen Jahr setzte Shein 41,85 Mrd. Dollar um. Dabei wuchs das Unternehmen außerhalb der USA überdurchschnittlich. Europa trägt inzwischen mehr als 35 Prozent zum Konzernumsatz bei.
2025 lag der Gewinn noch bei etwas über zwei Mrd. Dollar. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres schrieb Shein mit einem Minus von 99 Mio. Dollar sogar rote Zahlen. Der Umsatz betrug in den ersten drei Monaten 9,05 Mrd. Dollar.
Beschäftigte
Per Ende März 2026 beschäftigte das Unternehmen laut Börsenprospekt 17.751 Personen. 82 Prozent davon arbeiten in Asien oder Ozeanien, hier wiederum hauptsächlich in China. Knapp 13 Prozent der Beschäftigten sind in den USA stationiert und 5 Prozent in Europa oder Nahost.
Bewertung
Die Bewertung des Unternehmens liegt mit rund 25 Mrd. Dollar (21,56 Mrd. Euro) nur noch bei einem Bruchteil des Höchststandes von fast 100 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2022.
Plagiatsvorwürfe und Zoll-Ärger
Konkurrenten werfen Shein seit Langem vor, das Design von Kleidungsstücken abzukupfern. Es laufen zahlreiche Verfahren gegen das Unternehmen, das die Vorwürfe stets zurückgewiesen hat.
Ein weiterer Kritikpunkt ist der Direktversand an die Kunden ohne Umweg über zentrale Lager in den verschiedenen Regionen. Dadurch konnte Shein seine Produkte lange Zeit zollfrei verkaufen, weil die Abgaben erst ab einem bestimmten Mindestwert fällig wurden. Die USA haben diese Ausnahme gestrichen. Die EU hat die Freigrenze für Kleinsendungen unter 150 Euro ebenfalls gekippt und erhebt seit 1. Juli einen Mindestzoll von drei Euro je Warengruppe/Sendung.
