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Die Kosten will Porsche-Chef Michael Leiters zugleich weiter "rigoros senken". Ein Abbau von rund 9.000 der etwa 42.000 Arbeitsplätze wurde bereits beschlossen und wird schon länger umgesetzt. Strategisches Ziel sind 30 Prozent weniger Jobs und harte Einschnitte bei den Managementpositionen.
Angesichts des sinkenden Absatzes will der Sportwagenbauer künftig bereits mit weniger als 200.000 Verkäufen im Jahr die Gewinnschwelle erreichen, nach Worten von Leiters schon 2027. "Ich will Porsche zukunftssicher machen - zu einem Unternehmen, das in schwierigen Zeiten stark bleibt und die Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte meistern kann", sagte Leiters.
Der Porsche-Chef rechne nicht damit, dass sich das durch harten Konkurrenzkampf in China, Lieferkettenprobleme und US-Zölle erschwerte Umfeld bald verbessern werde. Die größten Probleme hat Porsche derzeit in China. "Wir werden diesen Markt nicht aufgeben", betonte er.
Auch langfristig peilt die Volkswagen-Tochter eine Rendite von 15 Prozent an, welche die Schwaben in guten Zeiten oft erreichten. Porsche verabschiedet sich damit vom unrealistischen Ziel, mit 20 Prozent zum Konkurrenten Ferrari aufzuschließen. Das hatte Leiters Vorgänger, VW-Chef Oliver Blume, zum spektakulären Börsengang vor vier Jahren in Aussicht gestellt.
Die Profitabilität soll durch kräftige Kostensenkungen in allen Bereichen von der Entwicklung über Produktion, Einkauf und Verwaltung bis zum Vertrieb verbessert werden. Auch die Nutzung von Fahrzeugarchitekturen gemeinsam mit der Konzernschwester Audi soll Effizienz bringen.
Porsche will auf die Stärke seiner Marke setzen, die laut Leiters von Werbefachleuten zur wertvollsten der Welt erkoren wurde. Seine Strategie "Sportwagenschmiede '35'" sieht vor, den Schwerpunkt im Angebot nach oben zu verschieben, auf lukrative Spitzenmodelle und Sonderanfertigungen. Den Durchschnittspreis von Top-Modellen, von denen mindestens 10.000 Exemplare im Jahr verkauft werden sollen, will Leiters bei verbesserten Produkten um 20 Prozent auf mehr als 330.000 Euro erhöhen.
Zunächst müssten jedoch Löcher im Modellangebot gestopft werden: So war das kleinere SUV Macan in Europa nur noch als E-Auto angeboten worden, der Verbrenner läuft in diesem Jahr aus - eine Folge zu optimistischer Prognosen des Tempos beim Umstieg auf E-Autos im Sportwagensegment seitens des früheren Chefs Blume. Das stellte sich als Fehler heraus, nun fehlt Absatz. In zwei Jahren soll es einen Nachfolger geben. Zugleich kommt der Zweitürer 718 als E-Auto auf den Markt, entgegen früheren Plänen gibt es keinen mit Verbrennungsmotor.
Um Komplexität zu reduzieren, soll die Zahl der Varianten um ein Fünftel sinken, ihre Verkaufszahl um 30 Prozent. Leiters plant neue Top-Modelle: eine Supersportwagenplattform und ein Luxus-SUV oberhalb des Cayenne. Der Antriebsmix bei Modellen und Absatz soll bis in die 2030er-Jahre aus zwei Dritteln Verbrenner und einem Drittel batterieelektrischer Autos bestehen.
Damit senkt Porsche seine Elektroambitionen unter Leiters weiter mit Verweis auf die Nachfrage. Die CO2-Reduktionsziele in der Europäischen Union könnten trotzdem dank Kooperationen mit E-Autobauern innerhalb des Mutterkonzerns Volkswagen eingehalten werden.
