Warum wir dieses Monster mit Messen, Essen und Bewegen bekämpfen müssen
Es gibt Krankheiten, die kommen mit Sirene. Herzinfarkt. Schlaganfall. Krebsdiagnose. Begriffe, bei denen sofort Alarm im Kopf losgeht.
Und dann gibt es Osteoporose.

Steckbrief
Albert Schmidbauer
Gründer von BIOGENA, Gesundheitsunternehmer
Es gibt Krankheiten, die kommen mit Sirene. Herzinfarkt. Schlaganfall. Krebsdiagnose. Begriffe, bei denen sofort Alarm im Kopf losgeht.
Und dann gibt es Osteoporose.
Sie kommt leise. Oft ohne Schmerz. Ohne sichtbares Warnsignal. Ohne dramatischen Beginn. Der Knochen verliert über Jahre an Substanz, Stabilität und innerer Architektur. Viele Menschen merken davon nichts – bis ein scheinbar harmloser Sturz plötzlich zur Hüftfraktur wird. Bis ein Wirbelkörper einbricht. Bis ein Mensch, der gestern noch selbstständig war, plötzlich operiert, rehabilitiert, gepflegt oder dauerhaft in seiner Mobilität eingeschränkt ist.
Osteoporose ist keine harmlose Alterserscheinung. Sie ist eine stille Volkskrankheit mit dramatischen Folgen.
Osteoporose ist keine harmlose Alterserscheinung. Sie ist eine stille Volkskrankheit mit dramatischen Folgen.
300 Brüche pro Tag
In Österreich leben Schätzungen zufolge rund 552.000 Menschen mit Osteoporose. Für 2019 wurden etwa 110.000 neue Fragilitätsfrakturen geschätzt – das entspricht rund 300 osteoporotischen Brüchen pro Tag.
Das ist nicht nur ein medizinisches Problem. Es ist ein menschliches, familiäres und volkswirtschaftliches Problem.
Hinter jeder Statistik steht ein Schicksal: eine Mutter, die nach einer Hüftfraktur nicht mehr alleine wohnen kann. Ein Vater, der nach einem Wirbelbruch chronische Schmerzen entwickelt. Eine Großmutter, die nach einem Sturz Angst vor Bewegung bekommt – und damit Schritt für Schritt ihre Freiheit verliert.
Wenn ein Bruch das Leben verändert
Osteoporose raubt nicht nur Knochenmasse. Sie raubt Mobilität, Selbstständigkeit und Lebensqualität.
Besonders dramatisch ist die Hüftfraktur. Laut International Osteoporosis Foundation verursachen Hüftfrakturen unter den osteoporosebedingten Frakturen besonders viel Krankheit und Leid; die Sterblichkeit im ersten Jahr nach einer Hüftfraktur wird mit bis zu 20 bis 24 Prozent angegeben.
Das bedeutet: Ein osteoporotischer Bruch ist nicht einfach ein orthopädisches Ereignis. Er kann ein Wendepunkt im Leben sein.


Der erste Bruch darf nicht der erste Hinweis sein
Der große Fehler ist: Wir warten zu oft auf den ersten Bruch.
Gesundheitspolitisch ist das so, als würde man beim Brandschutz erst nach dem Feuer mit der Planung beginnen.
Die Knochendichte ist messbar. Das individuelle Risiko ist einschätzbar. Und viele Risikofaktoren sind bekannt: Alter, familiäre Vorbelastung, frühere Knochenbrüche, frühe Menopause, Bewegungsmangel, Untergewicht, Rauchen, längere Cortisontherapie, chronische Entzündungen, Vitamin-D-Mangel oder eine zu geringe Eiweiß- und Mineralstoffversorgung.
Wir können nur schützen, was wir kennen. Niemand würde jahrelang ohne Blutdruckmessung über Bluthochdruck diskutieren. Niemand würde Diabetes ernsthaft managen, ohne Blutzucker oder HbA1c zu messen. Aber bei der Knochengesundheit leben viele Menschen im Blindflug.
#fightosteoporosis: Messen. Messen. Messen.
Genau deshalb setzt sich die BIOGENA Group im Rahmen einer stakeholderübergreifenden Kampagne unter dem Titel #fightosteoporosis dafür ein, dieses Monster Osteoporose mit all seinen schrecklichen Folgen sichtbar zu machen – und gemeinsam zu bekämpfen.
Denn Osteoporose ist nicht nur ein Thema für Ärzt:innen. Nicht nur für Betroffene. Nicht nur für Familien. Und auch nicht nur für das Gesundheitssystem. Es ist ein Thema für uns alle: für Medizin, Pflege, Politik, Unternehmen, Medien, Apotheken, Therapeut:innen, Sport- und Bewegungsexpert:innen – und für jede und jeden Einzelnen.
Die erste Formel lautet: Messen, messen, messen. Wir müssen wissen, wo wir stehen. Knochendichte, Vitamin-D-Status, Risikofaktoren – Prävention beginnt nicht mit Vermutung, sondern mit Klarheit.
Eine beispielhafte Möglichkeit dafür sind unkomplizierte Knochendichtemessungen, wie sie etwa Biogena anbietet: https://biogena.com/de-at/knochendichtemessung. Sie machen sichtbar, wo jemand steht, und schaffen damit die Grundlage für gezielte nächste Schritte.
Entscheidend ist: Menschen brauchen einfache, verständliche und leistbare Zugänge. Nicht kompliziert. Nicht elitär. Nicht abschreckend. Sondern messen, verstehen und rechtzeitig handeln.
Essen. Essen. Essen.
Knochen entstehen nicht aus dem Nichts. Sie brauchen Baustoffe.
Dazu gehören vor allem Eiweiß, Calcium, Vitamin D, Magnesium, Vitamin K und weitere Mikronährstoffe. Vitamin D unterstützt unter anderem die Calciumaufnahme und ist damit ein wichtiger Faktor für die Knochengesundheit. Aber entscheidend ist das Zusammenspiel: Knochen sind kein Calcium-Lager, sondern lebendiges Gewebe.
Deshalb geht es bei ernährungsphysiologischer Prävention nicht um einzelne Wundermittel, sondern um Versorgung. Um Regelmäßigkeit. Um eine Basis, auf der der Körper Stabilität aufbauen und erhalten kann.
In Verbindung mit einer einfachen ernährungsphysiologischen Präventionsmaßnahme, die rund einen Euro pro Tag kostet, wird aus der Messung ein sehr praktischer Ansatz: früh erkennen, gezielt versorgen und rechtzeitig gegensteuern.
Osteoporose kostet nicht nur Geld. Osteoporose kostet Lebensjahre in Gesundheit.
Bewegen. Bewegen. Bewegen.
Knochen brauchen Reize. Wer Knochen schützen will, muss auch Muskeln stärken.
Krafttraining, Gleichgewichtstraining, Treppensteigen, zügiges Gehen und regelmäßige Muskelarbeit sind keine Nebensächlichkeiten. Sie sind zentrale Bausteine der Knochengesundheit. Der Muskel ist der beste Freund des Knochens.
Wer Muskulatur erhält oder aufbaut, verbessert nicht nur Kraft, sondern auch Koordination, Stabilität und Sturzsicherheit. Und genau darum geht es: nicht nur stärkere Knochen, sondern weniger Stürze, weniger Brüche, mehr Sicherheit im Alltag.
Prävention ersetzt keine Medizin – aber sie beginnt früher
Natürlich ersetzt Prävention keine ärztliche Diagnose und keine notwendige Therapie. Wer bereits Frakturen hatte oder ein hohes Risiko trägt, gehört medizinisch abgeklärt.
Aber zwischen Nichtstun und Hochleistungsmedizin liegt ein riesiger Raum: Information, Messung, Bewegung, Ernährung, Muskelaufbau, Vitamin-D-Status, Eiweißversorgung und gezielte Mikronährstoffunterstützung.
Osteoporose-Prävention muss früher starten. Niederschwellig. Verständlich. Leistbar. Ohne Angst, aber mit Klarheit.


Ein Gesundheitsthema – und ein Milliardenproblem
Gerade in Österreich sollten wir über Osteoporose auch volkswirtschaftlich sprechen. Wir diskutieren über Sparpakete, Pflegekosten, Spitalsbelastung und demografischen Druck. Gleichzeitig verursacht eine Erkrankung, die oft früh erkennbar und zumindest teilweise beeinflussbar wäre, bereits heute enorme Kosten.
Laut International Osteoporosis Foundation lagen die direkten Kosten osteoporotischer Frakturen in Österreich im Jahr 2019 bei rund 1,3 Milliarden Euro. Das entsprach etwa 3,4 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben. Die durchschnittlichen direkten Kosten pro Einwohner:in stiegen laut SCOPE-Bericht von 104,80 Euro im Jahr 2010 auf 151,80 Euro im Jahr 2019 – ein Plus von 45 Prozent. Österreich lag damit unter 29 untersuchten europäischen Ländern auf Platz 6 bei den höchsten Frakturkosten pro Kopf.
Und diese Zahlen erzählen noch nicht die ganze Wahrheit. Denn sie messen vor allem direkte Gesundheitskosten. Was darin nur teilweise sichtbar wird: informelle Pflege durch Angehörige, verlorene Selbstständigkeit, langfristige Mobilitätseinschränkungen, Reha, Umbauten, Betreuung, Angst, Einsamkeit und der Verlust an Lebensqualität.
Osteoporose kostet nicht nur Geld. Osteoporose kostet Lebensjahre in Gesundheit.
Prävention ist auch Standortpolitik
In Zeiten knapper Budgets wäre es fast fahrlässig, diese Chance nicht zu nutzen. Messen, Ernährung und Bewegung sind im Vergleich zu Operation, Reha, Pflege und langfristiger Immobilität nicht nur menschlich sinnvoller. Sie sind auch volkswirtschaftlich vernünftiger.
Wir werden nicht jede Fraktur verhindern. Nicht jedes Schicksal abwenden. Nicht jede Erkrankung vermeiden. Aber wir könnten viel mehr tun, als wir heute tun.
Wenn wir in Österreich konsequent messen, früh aufklären und einfache Präventionsmaßnahmen breit zugänglich machen, könnten wir tausende schwere Brüche, tausende Pflegeverläufe und unzählige Jahre eingeschränkter Lebensqualität vermeiden.
Europaweit geht es um 4,3 Millionen Fragilitätsfrakturen und Gesundheitskosten von mehr als 56 Milliarden Euro jährlich.
Die Zukunft ist Messmedizin
Die Zukunft der Medizin darf nicht nur Reparaturmedizin sein. Sie muss Messmedizin, Präventionsmedizin und Ermöglichungsmedizin werden. Osteoporose zeigt wie kaum ein anderes Thema, warum das so wichtig ist.
Nicht erst im Pflegeheim. Nicht erst nach der Operation. Nicht erst nach dem Sturz.
Sondern vorher.
Denn der erste Bruch ist oft nicht der Anfang der Krankheit.
Er ist häufig das Ende einer langen Phase, in der niemand hingeschaut hat.
Und genau das müssen wir ändern. Besser heute als morgen.






