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Ebola: WHO zunehmend besorgt wegen rascher Ausbreitung

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Ein medizinischer Mitarbeiter in einer Ebola-Isolations- und Beobachtungsstation für Verdachtsfälle und enge Kontaktpersonen in Goma in der Demokratischen Republik Kongo.

©IMAGO, XinHua

Missionar aus den USA soll nach Deutschland zur Behandlung geflogen werden. US-Reisewarnung für die DR Kongo, Uganda und den Südsudan.

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Die Weltgesundheitsorganisation WHO schlägt Alarm angesichts der raschen Ausbreitung der Ebola-Infektionen im Nordosten des Kongos. "Ich bin tief besorgt angesichts des Ausmaßes und der Schnelligkeit der Ausbreitung der Seuche", sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Dienstag in Genf. Nach jüngsten Daten liegen mindestens 516 Verdachtsfälle und 131 mutmaßliche Todesfälle vor. Hinzu kommen 33 bestätigte Infektionen in der Provinz Ituri. Zudem gebe es in der ugandischen Hauptstadt Kampala eine bestätigte Erkrankung sowie einen Todesfall.

Die WHO hat am Dienstag weitere sechs Tonnen medizinische Hilfsgüter in den Kongo geliefert. Dabei handelt es sich unter anderem um Schutzausrüstung für das medizinische Personal, sagte die WHO-Vertreterin in der kongolesischen Provinz Ituri, Anne Ancia. Angesichts einer großen Unsicherheit über das genaue Ausmaß der Seuche würden derzeit die Überwachung, die Tests und die Kontaktverfolgung ausgeweitet, erklärte Ancia weiter.

Amerikaner wird in Deutschland behandelt

US-Behörden hätten Deutschland Hilfe bei der Behandlung eines Amerikaners gebeten, der sich im Kongo mit Ebola infiziert hat, teilte das Gesundheitsministerium in Berlin mit. "Derzeit werden Vorkehrungen getroffen, den Patienten in Deutschland aufzunehmen und behandeln zu können." Die Sprecherin wies darauf hin, dass es in Deutschland für die Versorgung von Patienten mit Krankheiten durch hochpathogene Erreger ein bundesweites Expertennetzwerk gebe. Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte bereits am Montag mitgeteilt, neben dem Amerikaner sollten sechs weitere sechs Personen, die dem Virus ausgesetzt waren, nach Deutschland gebracht werden.

Darüber hinaus sprachen die USA am Dienstag eine Reisewarnung für die Demokratische Republik Kongo (DR Kongo) und ihre beiden Nachbarstaaten Uganda und den Südsudan aus. Den US-Bürgerinnen und -Bürgern wurde dringend von Reisen in die betroffenen Länder abgeraten. Das US-Außenministerium empfahl zudem, Reisen nach Ruanda zu überdenken. Die US-Behörden hatten zum Schutz der eigenen Bevölkerung bereits angekündigt, Flugreisende aus Ebola-Ausbruchsgebieten auf Symptome zu überprüfen und die Visavergabe an Staatsbürger aus betroffenen Gebieten vorerst auszusetzen.

Die WHO hatte wegen der Ausbreitung des Virus, für dessen aktuelle Bundibugyo-Variante es keine zugelassenen Impfstoffe gibt, bereits eine gesundheitliche Notlage ausgerufen. An diesem Dienstag soll eine Expertengruppe unter Leitung der WHO über mögliche Impfstoffe beraten. Auf der Agenda steht unter anderem das vom US-Pharmakonzern Merck hergestellte Vakzin Ervebo. Dieses ist eigentlich für die Zaire-Variante zugelassen, hat jedoch in Tierversuchen eine gewisse Schutzwirkung gegen den Bundibugyo-Erreger gezeigt.

Sterblichkeitsrate bei 40 Prozent

Ebola ist eine seltene und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Die Sterblichkeitsrate liegt bei bis zu 40 Prozent. Ruanda schloss seine Grenzen zum Kongo, um ein Übergreifen des Virus zu verhindern. Die Bekämpfung der Seuche wird unter anderem durch die Angriffe von regierungsfeindlichen Milizen im Osten der Demokratischen Republik Kongo erschwert.

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