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Immer mehr Millionäre wandern aus

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Der umstrittene Milliardär Peter Thiel plant Medienberichten zufolge einen Umzug nach Argentinien.©Newscom World, IMAGO

Das macht sich eine boomende Beraterbranche zunutze, die auswanderwilligen Reichen den Umzug in eine neue Heimat erleichtert.

Es sind beunruhigende Zeiten, selbst für reiche Menschen. Viele von denen, die wohlhabend genug sind, um wegen niedriger Steuern oder aus Gründen der physischen oder politischen Sicherheit ins Ausland zu ziehen, stehen vor der Entscheidung, ob sie sich in Dubai oder Hongkong oder vielleicht nicht doch lieber in Amerika oder Großbritannien niederlassen sollen.

Aber keine Sorge: Zahlreiche Regierungen sind nach wie vor bestrebt, Ausländer mit Geld und Fachkenntnissen aufzunehmen. Und eine wachsende Branche vertrauenswürdiger Berater steht bereit, um den Reichen beim Umzug zu helfen.

Boomendes Beraterbusiness

Für diese „Consiglieri“ boomt das Geschäft. Im vergangenen Jahr wanderten weltweit mehr als 140.000 Millionäre aus – so viele wie noch nie zuvor, schätzt das Forschungsunternehmen New World Wealth; in diesem Jahr rechnet es mit einem Anstieg auf 165.000. Zum Vergleich: 2015 waren es noch gut 60.000. Seitdem ist die Zahl kontinuierlich gestiegen. Einen kurzfristigen Einbruch gab es nur 2020 und 2021 aufgrund der Corona-Pandemie.

IMI, ein weiteres Forschungsunternehmen, schätzt, dass die Investment-Migration-Branche – die sowohl wohlhabende potenzielle Auswanderer als auch Regierungen berät, die nach Investitionen und Talenten suchen – im Jahr 2025 einen Umsatz von 40 Mrd. US-Dollar erzielte, doppelt so viel wie im Jahr 2019.

IMI zählt mehr als 1.200 Unternehmen, die Dienstleistungen im Bereich Investment-Migration anbieten. Dazu gehören Anwaltskanzleien, Anbieter von Immobilien oder Investmentfonds, die mit Staatsbürgerschaft oder Aufenthaltsrecht verbunden sind, Wirtschaftsprüfer und so weiter.

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Dubai war eines der beliebtesten Ziele von auswandernden Millionären – bis der Iran die Golfstaaten angriff.

 © Unsplash / David Rodrigo

Bis der Iran die Golfstaaten angriff, war Dubai, Heimat einer schnell wachsenden Zahl von Millionären, ein beliebtes Ziel. Ein Einwanderungsanwalt beschreibt das Emirat als den „Walmart“ der Branche, mit unzähligen Anbietern und hart umkämpften Preisen. Es hat vor allem wohlhabende Menschen aus dem globalen Süden angezogen: aus Südasien, aber auch aus Nigeria sowie aus den kriegsgeschüttelten Ländern Syrien und Libanon.

Wohlhabende Westler werden zu Migranten

Branchenvertreter berichten nun von einem wachsenden Interesse an Migration unter wohlhabenden Westlern. Viele wohlhabende Briten begannen nach der Pandemie, nach Möglichkeiten zu suchen. Im Jahr 2025 bewarben sie sich bei 23 von ausländischen Regierungen betriebenen Investment-Migration-Programmen, darunter das amerikanische EB-5-Programm sowie Programme in Grenada und Thailand.

Anderswo in Europa ist die Sorge um Vermögenssteuern ein Auslöser. Die Beratungsfirma Henley & Partners veröffentlicht jährlich eine Liste der Top-Länder, aus denen Millionäre fliehen und in die sie auswandern. Im vergangenen Jahr tauchten Frankreich, Deutschland und Spanien zum ersten Mal unter den Ländern auf, die mehr wohlhabende Einwohner vertrieben als anzogen.

Sorge über politische Ausrichtung der USA

Die größte Verschiebung findet jedoch in den USA statt – dort leben laut dem Immobilienunternehmen Knight Frank mehr als ein Drittel der Menschen weltweit, deren Vermögen 30 Millionen Dollar oder mehr beträgt. „Die USA haben sich von einer Randerscheinung zum Hauptmarkt entwickelt“, sagt Ronald Klasko, ein Anwalt aus Philadelphia.

Nachdem er im Jahr 2024 festgestellt hatte, dass immer mehr Amerikaner Beratung zu ausländischer Staatsbürgerschaft und Aufenthaltsrecht suchten, gründete er „Exodus Migration“, eine Beratungsfirma für Investment-Migration. Er sagt, dass die meisten Kunden an einem Umzug nach Europa interessiert sind, weil sie über die politische Ausrichtung der USA besorgt sind, einen alternativen Wohnsitz suchen oder ohne amerikanischen Pass reisen möchten.

Kaum Nachfrage nach Trumps „Gold Card“

Trotz solcher Bedenken und der Tatsache, dass die USA Bürgern bestimmter Länder die Einreise verweigern, zieht das Land nach wie vor viele wohlhabende Ausländer an. Die Nachfrage nach dem EB-5-Programm, das eine Investition von mindestens 800.000 Dollar im Land erfordert, ist hoch – was allerdings daran liegen könnte, dass die Schwelle Anfang nächsten Jahres auf rund 900.000 Dollar angehoben werden soll.

Anwälte berichten von „sehr geringer Nachfrage“ nach Donald Trumps „Gold Card“-Visum, das 1 Million Dollar pro Familienmitglied kostet und auf einer unsicheren rechtlichen Grundlage beruht.

Viele andere Länder wollen ebenfalls auf diesen Zug aufspringen. St. Vincent und die Grenadinen in der Karibik kündigten im Dezember an, ein Programm zur Erlangung der Staatsbürgerschaft durch Investitionen einzuführen, das sie als „entscheidende wirtschaftliche Säule“ bezeichneten. Usbekistan, die Malediven und Nauru haben Henley gebeten, entsprechende Programme zu entwerfen und zu entwickeln.

Kein herzlicher Empfang

Andererseits kommt es nicht selten vor, dass die wohlhabenden Migranten feststellen müssen, dass ein zuerst herzlicher Empfang ganz schnell nicht mehr ganz so herzlich ist. Im Januar 2025 etwa stampfte Spanien, einst ein beliebtes Ziel, sein 500.000-Euro-Aufenthaltsprogramm ein, um Immobilienspekulationen einzudämmen. Im April entschied der Europäische Gerichtshof, dass Maltas Programm gegen EU-Recht verstößt, da es die Staatsbürgerschaft „kommerzialisiert“ (ungeachtet davon hat das „Citizenship-by-Merit“-Programm der Insel, das Unternehmer einen leichteren Weg ins Land ermöglicht, seitdem an Bedeutung gewonnen hat).

Im April dieses Jahres hob Argentinien eine Ausschreibung zur Einrichtung eines Investment-Migration-Programms auf, die erst im Dezember veröffentlicht worden war und das Interesse von elf Unternehmen geweckt hatte. Im vergangenen Monat verlängerte Portugal die Wartezeit für die Ausstellung eines Reisepasses für die meisten Migranten von fünf auf zehn Jahre.

Regierungen unter Druck

Viele Regierungen stehen unter Druck, ihre Staatsbürgerschafts- und Aufenthaltsprogramme strenger zu handhaben, bemerkt Ronald Klasko. Die große Frage lautet: „Kennen Sie als Land den Hintergrund der Menschen, denen Sie Reisepässe ausstellen?“ Mit anderen Worten: Geopolitische Unsicherheit bereitet nicht nur den Reichen Sorgen. Doch viele Länder nehmen sie auf – und zahlreiche Berater sind bestrebt, ihnen bei der Auswahl zu helfen.

The Economist

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