Othmar Karas bei der Eröffnung des Europäischen Forum Alpbach 2025.
©Imago / Steinsiek.chUnter dem Motto „How Europe wins“ treffen sich ab Ende August erneut Spitzenvertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in den Tiroler Alpen. Im Mittelpunkt stehen Europas Zukunft, Sicherheit, Demokratie und Wettbewerbsfähigkeit.
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Der Präsident des European Forum Alpbach (EFA), Othmar Karas, gab am Montag in Wien erste Einblicke in das Programm und die Gäste des EFA26, das vom 24. August bis 4. September im Tiroler Bergdorf Alpbach stattfindet. „Es gibt kein zweites Forum, das seit 1945 kontinuierlich an die Zukunft, den Dialog und die Demokratie Europas geglaubt hat“, so Karas. Seit 81 Jahren werde dort über Europas Zukunft weiter gedacht, „als es heute viele Verantwortungsträger und Hauptstädte tun.“
Das heurige Jahresmotto des Europäischen Forums Alpbach lautet „How Europe wins“ als Einladung, „Europas Strategien neu zu entwickeln“. „Es geht um die Fähigkeit Europas, die eigene Zukunft zu gestalten“, so der langjährige Vizepräsident des Europaparlaments. „Wie sichern wir Frieden, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit? Wie kann Demokratie über Autokratie gewinnen?“
Prominente Gast-Referenten
Bei über 200 Veranstaltungen in zwei Wochen werden Spitzenpolitiker, Unternehmer, Wissenschafter und 500 junge Stipendiaten, die aus 65 Ländern weltweit ausgesucht wurden, über europäische Themen diskutieren. Den Höhepunkt stellt die zweite Woche ab 30. August dar. Zu den internationalen Referenten zählen der ehemalige Ministerpräsident Italiens, Enrico Letta, der mit seinem Bericht über den EU-Binnenmarkt wichtige Weichen gestellt hat, der Außenminister Polens Radoslaw Sikorski, der Premierminister Kosovos, Albin Kurti, die frühere Vize-Premierministerin Kanadas, Chrystia Freeland, die ehemalige Präsidentin der Slowakei, Zuzana Caputova, der ehemalige stellvertretende UNO-Generalsekretär Shashi Tharoor, heute Vorsitzender des Parlamentsausschusses für auswärtige Angelegenheiten in Indien, und Armin Laschet, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Deutschen Bundestag.
Aus den EU-Institutionen kommen der EU-Kommissar für Verteidigung, Andrius Kubilius, Agrarkommissar Christophe Hansen, der EU-Kommissar für Inneres und Migration, Magnus Brunner, und zahlreiche Spitzenvertreter des Europa-Parlaments. Aus Österreich sind neben Bundespräsident Alexander Van der Bellen neun Bundesminister angemeldet. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger wird am 31. August mit dem Politologen Ivan Krastev über die Stärkung der Handlungsfähigkeit Europas diskutieren. Angemeldet sind zahlreiche Chefs von weltweit tätigen Konzernen wie Saab, Deutsche Bundesbank und anderen Finanzunternehmen.
Österreichs Sitz im UNO-Sicherheitsrat als Thema
Den Beginn des EFA26 machen die „Academy Days“ für das intellektuelle Fundament und die „Euregio Days“ für die regionale Kooperation, bei der heuer erstmals auch der „Ausschuss der Regionen“ mitwirkt. Ein Hauptthema wird das künftige mehrjährige EU-Budget darstellen, bei dem Österreichs Regierung zu den Bremsern zählt. Bei einem „UN-Retreat“ soll das Arbeitsprogramm für Österreichs Mitgliedschaft im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen und Österreichs Rolle in der UNO diskutiert werden.
Karas will das Forum erstmals seit 80 Jahren wieder mit einem „Manifest“ abschließen. Dabei sollen zehn Punkte aus den Diskussionsrunden ausgearbeitet werden, die Europa konkret voranbringen sollen, auch als Auftrag an die Politik, wie EFA-Generalsekretär Nikola Donig betonte. Auf die Frage der APA, warum unter den österreichischen Politikern keine Vertreter der FPÖ angemeldet seien, meinte Karas, dass das Forum offen sei und niemanden ausschließe oder auslade. Freilich stehe das Europäische Forum seit über 80 Jahren für europäische Integration und europäische Grundwerte. „Wir sind offen und freuen uns über eine lebendige Debatte“, so Karas.
