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Im Fachmagazin "Communications Earth & Environment" haben die Wissenschafterinnen und Wissenschafter vom Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien die Erkenntnisse aus den an der Forschungsanlage "HyTEC" in Lunz durchgeführten Tests kürzlich zusammengetragen. Simuliert wurden dabei die sogenannten Schwall-Sunk-Belastungen ("Hydropeaking") in Fließgewässern. Mit diesen sind Wassertiere laut einer Aussendung der Boku über eine Länge von insgesamt rund 800 Kilometern an Österreichs Flüssen konfrontiert.
Die schnellen Veränderungen sind vor allem für Jungfische problematisch, die durch die Pegel- und Strömungsänderungen in Gefahr schweben, zu stranden oder weit flussabwärts abgetragen zu werden. Über rund zehn Jahre hinweg fluteten die Forschenden die Flüssen und ihren Anlandungen mit beispielsweise kleinen Buchten oder Becken, die bei sinkendem Pegel vom Strom abgenabelt werden, nachempfundene Versuchsanlage unter unterschiedlichen Szenarien. Im Wasser befanden sich Fische in verschiedenen Größen oder auch Fischlarven.
Besonders schlecht kamen die rund 120.000 Tiere von vier Fischarten im Rahmen der Tests mit Änderungen in den Nachtstunden zurecht. Je kleiner die Fische zudem waren, desto weniger konnten sie sich vorm Stranden oder anderen Problemen schützen, wenn sich die Pegelstände und Fließgeschwindigkeiten rasch änderten. Je größer die Verwerfungen, umso mehr litten die Jungfische. Um welche Fischart es sich handelte, hatte keinen Einfluss auf das Ergebnis - rein die Größe bzw. Kleinheit war entscheidend. Waren die Fische mehreren Hydropeaking-Ereignissen ausgesetzt, stellte sich ein kleinerer Lerneffekt bei den Tieren ein, schreiben die Forschenden in ihrer Arbeit.
Ein Faktor, der sich als überaus problematisch entpuppte, war, wenn besonders viel kaltes Wasser in das Gewässer geleitet wurde. Auch das passiert im Zusammenhang mit dem Betrieb von Kraftwerken mitunter und wird als "Thermopeaking" bezeichnet.
Auf Basis der Beobachtungen und Messungen plädieren die Wissenschafterinnen und Wissenschafter dafür, dass Kraftwerksbetreiber den Wasserpegel nach einem Schwall möglichst langsam wieder abfallen lassen. Das gibt den Fischen mehr Zeit zur Umstellung. "Zusätzlich sollten nächtliche Spitzen vermieden und Kaltwasserstöße reduziert werden", wird Studien-Erstautor Stefan Schmutz zitiert. Man habe mit den Untersuchungen jedenfalls Grundprinzipien entwickelt, mit denen der Kraftwerksbetrieb möglichst umweltverträglich gestaltet werden kann, heißt es.
(S E R V I C E - Die Publikation online: https://doi.org/10.1038/s43247-026-03580-2 ; "HyTEC"-Forschungseinrichtung: https://hydropeaking.boku.ac.at )
