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1980 stellten ein Team um den Geologen Walter Alvarez und seinem Vater, dem US-Physiknobelpreisträger Luis Alvarez, die Theorie auf, dass die Folgen eines gewaltigen Asteroideneinschlags zu dem Massensterben vor 66 Mio. Jahren geführt haben: Der beim Einschlag aufgewirbelte Staub in der Atmosphäre führte zu einem weltweiten "Impakt-Winter", dazu kam die Freisetzung flüchtiger Stoffe wie Schwefel und Kohlendioxid, die das Klima und die Ozeanchemie drastisch veränderten.
Alvarez belegte seine These mit dem weltweit hohen Iridium-Anteil in Gesteinen der Kreide-Paläogen-Grenzschichte (früher als Kreide-Tertiär-Schicht bezeichnet), der nur durch den Impakt eines großen Meteoriten zu erklären ist. Rund ein Jahrzehnt später fand man dann den passenden Einschlagskrater mit 180 Kilometern Durchmesser im Norden der Halbinsel Yucatán im Golf von Mexiko.
Neben der Analyse von Bohrkernen aus diesem "Chicxulub-Krater" werden seither Schichten mit dem Auswurfmaterial untersucht, "weil in diesen Auswurflagen höhere Konzentrationen an extraterrestrischem Material zu finden sind als im Krater selbst", erklärte Christian Köberl von der Universität Wien gegenüber der APA. Neben der Verteilung der Elemente interessieren die Wissenschafter dabei zunehmend auch deren Varianten (Isotope), um die Frage nach Art und Herkunft des Einschlagkörpers einzugrenzen.
So konnte ein Team, dem auch Köberl angehörte, vor zwei Jahren anhand von Ruthenium-Isotopen nachweisen, dass es sich bei dem Asteroiden um einen "kohligen Chondriten" gehandelt hat. Die meisten Meteoriten (rund 86 Prozent) sind Chondrite, "kohlige Chondrite", also solche die einen hohen Anteil an Kohlenstoff enthalten, sind allerdings deutlich seltener (nur zwei bis drei Prozent aller Meteoriten). Anhand ihrer chemischen Zusammensetzung werden sie in unterschiedliche Gruppen eingeteilt.
Köberl hat nun gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Frankreich, Belgien und Kanada Nickel-Isotope in verschiedenen Auswurflagen rund um die Welt sowie die Zusammensetzung unterschiedlicher kohliger Chondrite gemessen. Wie sie im Fachjournal "Science Advances" berichten, hatte der "Dino-Killer"-Asteroid eine Zusammensetzung wie ein sogenannter "CO-Chondrit".
"CO-Chondrite sind relativ trocken und haben wenige flüchtige Elemente und Wasser verglichen mit anderen kohligen Chondriten", so Köberl. Diese Chondriten-Art kommt im äußersten Teil des Asteroidengürtels vor, findet sich also in Jupiternähe. "Wenn die Bahn solcher Körper gestört wird, können sie ins innere Sonnensystem abgelenkt werden und auch die Erde treffen", so der Experte.
Der Asteroid, der die Dinosaurier und viele andere Arten auslöschte, stammt Köberl zufolge aus dem frühen Sonnensystem und "gehört zu den ältesten Objekten, die seit ihrer Entstehung unverändert übergeblieben sind, also nicht aufgeschmolzen oder thermisch umgewandelt wurden". Darum werden sie auch als "primitive Meteorite" bezeichnet.
(S E R V I C E - Link zur Studie: https://doi.org/10.1126/sciadv.aef4858 )
WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/Dona Jalufka
