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Die PoC-Förderung steht nur Forschern offen, die bereits vom ERC gefördert werden bzw. wurden. In der ersten Antragsrunde des laufenden Jahres hat der ERC 182 förderwürdige Projekte ausgewählt, die mit einer Gesamtsumme von 27,3 Mio. Euro unterstützt werden.
Gleich fünf der sieben "österreichischen" PoC-Grants gehen an Forscherinnen und Forscher der Technischen Universität (TU) Wien: Hannes Mikula vom Institut für Angewandte Synthesechemie der TU Wien will eine neue Generation der sogenannten Click-to-Release-Chemie entwickeln und so dazu beitragen, Nebenwirkungen von Medikamenten zu reduzieren. Dazu wird ein Wirkstoff zunächst in einer inaktiven Form bereitgestellt und nur genau dort, wo man ihn benötigt, durch eine hochselektive chemische Reaktion freigesetzt.
Mikulas Institutskollegin Katharina Schröder verfolgt in ihrem Projekt das Ziel, CO2 elektrochemisch umzuwandeln und direkt für die Herstellung pharmazeutischer Verbindungen zu nutzen. Im Zentrum stehen dabei Amide - chemische Bausteine, die in sehr vielen Wirkstoffen vorkommen, deren Herstellung aber oft mit Abfall, problematischen Hilfsstoffen oder gefährlichem Kohlenmonoxid verbunden ist.
Benedikt Schwarz vom Institut für Festkörperelektronik der TU Wien arbeitet an neuartigen Lasern im mittleren Infrarotbereich - ein Licht, das für die chemische und biomedizinische Spektroskopie zum zuverlässigen Nachweis von Molekülen wichtig ist. Bisher sind leistungsfähige Systeme dafür oft groß, teuer und komplex, Schwarz will zeigen, dass sie sich viel kleiner und robuster realisieren lassen.
Bernhard Bayer-Skoff vom Institut für Materialchemie der TU Wien arbeitet an der Weiterentwicklung der Synthese sogenannter Hochentropiesulfide. Dabei werden unterschiedliche chemische Elemente in einem einzigen Material so kombiniert, dass neue Eigenschaften entstehen können, die etwa für nachhaltige Energietechnologien, Beschichtungen oder elektronische Anwendungen interessant sind.
Maria Christakis vom Institut für Information Systems Engineering der TU Wien will neue Werkzeuge entwickeln, um sogenannte Zero-Knowledge-Systeme automatisch zu testen. Solche kryptographischen Verfahren erlauben es, Aussagen zu überprüfen, ohne die zugrunde liegenden Daten offenzulegen. Attraktiv ist das etwa für Blockchain-Systeme und datenschutzfreundliche Anwendungen.
Ebenfalls von der TU Wien ist der Quantenphysiker Jörg Schmiedmayer, der seinen PoC-Grant allerdings über das Wolfgang Pauli Institut Wien abwickeln wird, wie er gegenüber der APA erklärte. Er verfolgt das Ziel eines Masers, der mithilfe des Elektronenspins in Diamanten Mikrowellenstrahlung mit sehr reiner Frequenz herstellt.
David Clases vom Institut für Chemie der Universität Graz will Verfahren entwickeln, um in Eisbohrkernen von den Polen eingeschlossene Teilchen im Mikro-Maßstab bis ins Detail zu bestimmen. Solche Partikel wie Staub, Vulkanasche oder Sand können viel über das Klima vor 100.000 Jahren verraten. Die Methode soll auch für andere Zwecke genutzt werden, etwa für die medizinische Diagnostik oder die Untersuchung von Umweltbelastungen.
(SERVICE - Internet: https://erc.europa.eu/ )
++ THEMENBILD ++ ZU APA0199 VOM 17.4.2025 - Illustration zu den Themen Budget / Budgetdefizit / Geld / Finanzen / Währung / Konjunktur / Volkswirtschaft / Staatsbudget / Euro / Defizitverfahren. Im Bild: Euro-Scheine aufgenommen am Freitag, 18. April 2025. Das Finanzministerium geht für heuer von einem Defizit von 4,5 Prozent des BIP aus. Dieser Wert wurde an die Statistik Austria übergeben, die diese Zahlen wiederum an die europäische Ebene übermittelt.






