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Aktuelle Analysen zeigen, dass Angststörungen in den EU-Ländern zwischen 2015 und 2023 um fast 44 Prozent zugenommen haben, hieß es bei der Gesundheitskonferenz in Bad Hofgastein. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO ist in der Europa-Region einer von sechs Menschen von psychischen Erkrankungen betroffen. Ab der Corona-Pandemie nahmen Angststörungen und Depressionen weltweit zu.
"Ein Drittel der Menschen, die sich um Unterstützung im Bereich der psychischen Gesundheit bemühen, erhält nicht die Hilfe, die gewünscht oder benötigt wird", erläuterte Kadri Soova von der Organisation Mental Health Europe. Diese und weitere Zahlen zeigen, dass es hier großen Bedarf gebe. Apps sehe sie aber eher "nüchtern", auch wenn digitale Gesundheits-Tools viele Möglichkeiten bieten, sagte sie. "Ich denke, es sollte immer als Ergänzung zu dem verstanden werden, von dem wir wissen, dass es funktioniert. Denn der Kern der Unterstützung für die psychische Gesundheit ist die menschliche Verbindung."
In Deutschland gibt es bereits mehrere Gesundheits-Apps, darunter etwa die Hälfte für die mentale Gesundheit, deren Nutzungskosten von Krankenkassen übernommen werden, berichtete Hoogendoorn. Eine Umfrage in Deutschland habe zudem gezeigt, dass 53 Prozent der Bevölkerung solche Apps nur nutzen würden, wenn sie von der Regierung zertifiziert sind und 33 Prozent, wenn sie von einem Arzt verschrieben wurden. Das Vertrauen in Gesundheitsexperten sei also hoch, viele würden trotzdem einfach "Dr. Google" befragen.
In Österreich ist man noch "in einem sehr frühen Stadium", berichtete Michael Müller von der Sozialversicherung der Selbständigen (SVS). Es gebe derzeit keine App, die über das öffentliche Gesundheitssystem läuft. Es wird aber ein Regulierungssystem für Apps geben, bei dem das Ministerium die Rolle des "Gatekeepers" übernimmt, kündigte er an. "Man kann sich beim Ministerium anmelden, wird auf eine Liste gesetzt, und anschließend entscheidet der Sozialversicherungsträger über die Kostenübernahme." Ziel sei, dass Gesundheits-Apps, die von Ärzten verschrieben werden, von der Sozialversicherung bezahlt werden.
Die SVS arbeite derzeit mit dem Psychologenverband an einem Programm für ihre Versicherten. Dabei komme eine App als erste Stufe zum Einsatz - mit einem wissenschaftlich fundierten, validierten Fragebogen. Dieser "Mental-Health-Check" soll zunächst eine erste Einschätzung geben, ob Hilfe benötigt wird oder nicht. In einer zweiten Stufe erfolgt eine Online-Beratung mit einem Therapeuten und zuletzt die eigentliche Behandlung, erläuterte Müller.
Erhebungen zeigen, dass Jüngere sowie Frauen und Menschen mit höherem Einkommen Status eher Gesundheits-Apps verwenden würden, berichtete Robin van Kessel von der London School of Economics. Menschen aus niedrigeren sozioökonomischen Schichten und Arbeitslose seien jedoch eher von psychischen Erkrankungen bedroht, warnte er vor einem "Digital-Health-Paradoxon".
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