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Praevenire Gesundheitstage - Herausforderndes Sehen

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Der "Graue Star" zu einer Volkskrankheit geworden
©HELMUT FOHRINGER, Fohringer, APA
Die Augenheilkunde steht aufgrund der aktuellen Lebensumstände und wegen der demografischen Entwicklung vor völlig neuen Herausforderungen. Bis 2050 dürfte die Hälfte der Europäer kurzsichtig sein. Der Graue Star als Babyboomer-Krankheit wird bald seine größte Verbreitung finden, hieß es Mittwochabend bei den Praevenire Gesundheitstagen in Eisenstadt.

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"Wir haben sehr junge und sehr alte Patienten", sagte Herbert Reitsamer, Präsident der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft und Primar der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie in Salzburg. Die Myopie, die Kurzsichtigkeit, zeigt sich schon sehr früh. "Die Österreichische Ophthalmologische Gesellschaft fordert ein frühzeitiges Myopie-Screening im Kindes- und Schulalter und eine stärkere Förderung von Outdoor-Aktivitäten im Kindesalter", lautet eine der Hauptforderungen der österreichischen Augenärzte.

Bereits für 2035 wird eine Myopie-Häufigkeit von rund 60 Prozent bei den Europäern unter 30 Jahren erwartet. Die zunehmende Digitalisierung des Lebens mit immer mehr Bildschirmzeit jeglicher Art steckt dahinter. Bereits in wenigen Jahren dürften 80 Prozent der Arbeitsplätze bildschirmbasierte Tätigkeiten erfordern. Mit der Kurzsichtigkeit steigt aber auch die spätere Gefährdung durch Probleme wie Netzhautablösung, Glaukom, Grauen Star und andere Netzhauterkrankungen.

Altersbedingt ist der "Graue Star" mit der Notwendigkeit des künstlichen Linsen-Ersatzes zu einer Volkskrankheit geworden. "Jeder weiß, dass er einen Katarakt bekommt. (...) Durch die demografische Entwicklung wird etwa in acht Jahren die 'Spitze' erreicht werden", sagte Reitsamer. Derzeit kommen die "Babyboomer" in das entsprechende Alter.

Die Herausforderungen sind nicht nur medizinischer, sondern auch organisatorischer Art. Ehemals Monate bis zum Teil über ein Jahr dauernde Wartezeiten auf die Kataraktoperationen konnten zwar reduziert werden, die regelmäßig notwendigen Injektionen von Medikamenten (monoklonale Antikörper), beispielsweise bei altersbedingter feuchter Makuladegeneration, des Verlustes des Sehvermögens im zentralen Bereich der Netzhaut durch krankhafte Neubildung von Blutgefäßen, führen zu hohen Belastungen ophthalmologischer Einrichtungen. Für diese Routinetherapien haben beispielsweise die spezialisierten Kliniken oft nicht die ausreichenden Ressourcen. Eine Möglichkeit ist - so der Präsident der Ophthalmologie-Gesellschaft - die Etablierung von Behandlungszentren in engster Zusammenarbeit mit Universitätskliniken etc.

Neue Behandlungsmöglichkeiten, für die hoch spezialisiertes Personal und High-Tech-Ausrüstung notwendig ist, dürften in Zukunft zu einer Zentralisierung der Ophthalmologie führen, meinte Reitsamer.

Unter anderem bei der altersbedingten feuchten Makuladegeneration zeichnen sich derzeit völlig neue Behandlungsmöglichkeiten ab. Auch in Österreich läuft derzeit eine internationale Studie der Phase III auf Wirksamkeit und Verträglichkeit mit einer Art Gentherapie.

Unter die Netzhaut wird dabei eine von Adenoviren abgeleitete "Genfähre" injiziert, welche die genetische Information zur quasi körpereigenen Produktion eines jener Medikamente im Auge einbringen soll, das derzeit alle paar Wochen injiziert werden muss. Aus früheren Studien könnte man eine hohe und jahrelange Wirksamkeit ableiten. Das soll jetzt in der Form der aktuellen Zulassungsstudie bestätigt werden.

THEMENBILD - Illustration zum Thema Medizin / Gesundheit / Spital / Krankenhaus / Ärzte / medizinische Versorgung. Im Bild: Eine Patientin während einer Augenuntersuchung aufgenommen am Mittwoch, 12. November 2014, in einem Krankenhaus in Niederösterreich (!!!GESTELLTE SZENE!!!). (ARCHIVBILD VOM 12.11.2014)

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