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Forscher pochen auf strategischen Gebäudeschutz bei Bränden

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Die Brände 2025 zerstörten unzählige Gebäude in Südkalifornien
Was das konsequente Mitdenken des Brandschutzes in bewohnten Gebieten bringen kann, zeigt beispielhaft ein einzelnes Haus, das 2025 ein großes Feuer in Südkalifornien gut überstanden hat, während die Nachbarschaft abbrannte. Forschende aus den USA und Österreich haben das Feuer nun analysiert und zeigen in zwei Publikationen, was man daraus lernen kann. Ein strategisches Vorgehen könne Gebäude schützen, vielfach würden dafür aber Anreize fehlen - auch hierzulande.

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Die großen Brände in Kalifornien nahe Los Angeles im vergangenen Jahr haben zehntausende Gebäude zum Raub der Flammen werden lassen und zumindest 29 Todesfälle gefordert, schreibt ein Team um Sven Fuchs von der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien und Margreth Keiler vom Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Innsbruck im Fachjournal "Natural Hazards and Earth System Sciences". Viral gingen Bilder eines einzelnen Hauses, das die "Pacific Palisades"-Katastrophe offenbar recht unbeschadet überstanden hatte. Von dem Fall könne man viel lernen, so die Forschenden.

So war etwa rund um das Haus wenig brennbares Material in Form von Pflanzen vorhanden. Zudem hat das Gebäude ein durchgehendes Metalldach, spezielle Fenster und die verwendeten Materialien sind schwer entflammbar. Zudem wurde darauf geachtet, dass sich herumfliegende Glut nicht in Strukturen wie der Fassade oder den Dachrinnen festsetzen kann. Neben den Feuerschutzüberlegungen vor dem Bau, habe man einfach auch Glück gehabt, wurde der Architekt in Medienberichten zitiert.

"Man weiß, wie man in Waldbrandgebieten so baut, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zerstörung sinkt. In diesem Fall wurde dieses Wissen umgesetzt - und man sieht das Resultat", so Keiler in einer ÖAW-Aussendung. Die Analyse der Wissenschafterinnen und Wissenschafter zeige nun, dass die Lücke zwischen dem, was bei Katastrophen, wie Bränden, aber auch Überschwemmungen oder Erdbeben nachweislich hilft, und dem, was umgesetzt wird, möglichst geschlossen werden sollte.

"Oft sind Vorschriften oder Strategien vorhanden, aber es ist nicht klar, wie sie auf lokaler Ebene umgesetzt werden sollen", wird Fuchs zitiert. Das gelte nicht nur im brandgeplagten Kalifornien, sondern auch für Österreich, wo etwa Gefahrenschutzpläne auf Bundesebene ausgearbeitet werden, Raumordnungspläne hingegen Ländersache sind. "In vielen Bereichen gibt es sehr gute Systeme und viel Erfahrung", so der Experte, der aber auch "unsichtbare Ebenen, an denen Prozesse stecken bleiben", ortet.

Neben diesem Faktor würden international gesehen vielfach zu geringes Risikobewusstsein, das Fehlen von Kapazitäten - also eben auch Geld für bauliche Anpassungen - auf Haushalts- und institutioneller Ebene, unklare Verantwortungen und rechtliche Problematiken Fortschritte erschweren, listen die österreichischen Forschenden und Kolleginnen und Kollegen auf. Auch bei versicherten Feuerschäden gebe es oft wenig Anreiz, beim Wiederaufbau feuersicherer zu planen und zu bauen.

Was möglich wäre, wenn man beim Gebäudeschutz planvoll vorginge, zeigen die beiden in den USA tätigen Wissenschafter Akshat Chulahwata und Hussam Mahmoud im Fachmagazin "PNAS" anhand des Beispiels "Pacific Palisades". In ihrem Modell berücksichtigten sie einerseits Maßnahmen im Umfeld der dortigen Häuser - also wie viel brennbares Material in der Vegetation ist bzw. nach dem Absterben belassen wird - und andererseits, was in den Haushalten selbst unternommen werden kann. Dazu zählen Investitionen in verbesserte, weniger brennbare Bausubstanz oder das Entfernen von brennbarem Material unmittelbar neben den Gebäuden selbst.

In ihren Simulationen ließen die Forscher dann multiple Brände auflodern. Wurden Brandschutzvorkehrungen zufällig getroffen, sank die durchschnittliche Gefährdung im Brandfall um 57 Prozent. Ging man strategisch vor - indem etwa besonders gefährdete Gebäude und Gegenden zuerst geschützt wurden -, ging die Gesamtgefährdung um 78 Prozent zurück, heißt es in der Arbeit.

(S E R V I C E - Studie österreichischer Forschender: https://doi.org/10.5194/nhess-26-1785-2026 ; Die US-Studie in "PNAS": https://doi.org/10.1073/pnas.2612835123 )

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