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Faidon Magdos und Norbert Stefan von der Abteilung für Ernährung, Bewegung und Sport der Universität Kopenhagen haben die Datenlage zum gefürchteten Jo-Jo-Effekt jetzt in der Juli-Ausgabe der Fachzeitschrift "The Lancet Diabetes & Endocrinology" veröffentlicht. Das Thema ist hoch brisant. Immerhin sind derzeit weltweit bereits rund 2,5 Milliarden Menschen übergewichtig. Die Zahl der Adipösen liegt bei rund 900 Millionen. Bereits im Jahr 2020 waren beispielsweise in den USA bereits 43 Prozent der Menschen adipös mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 30 und darüber. Dort dürften schon zwei Drittel der Bevölkerung regelmäßig versuchen, ihre überflüssigen Kilos zu verlieren.
"Weltweit versucht etwa die Hälfte der Bevölkerung aktiv abzunehmen. Auf Gewichtsverlust folgt jedoch typischerweise wieder eine deutliche Gewichtszunahme, was häufig zu wiederholten Gewichtszyklen führt. Gewichtsschwankungen stehen im Verdacht, für den Stoffwechsel schädlich zu sein, da sie zu einem stärkeren Anstieg der Fettmasse und einem geringeren Zuwachs an Muskelmasse führen können. Dies kann Sarkopenie (fortschreitender Muskelabbau; Anm.) begünstigen, den Stoffwechsel verlangsamen und Adipositas sowie deren metabolische Komplikationen (z. B. Glukoseintoleranz) verschlimmern", schrieben die dänischen Fachleute.
Leider sei die langfristige Gewichtserhaltung in den meisten Fällen, unabhängig von der gewählten Methode zur Gewichtsreduktion, schwierig. Beispielsweise wird bei modernen Inkretin-basierten Therapien ("Abnehmspritzen") zwar zunächst ein rascher und deutlicher Gewichtsverlust beobachtet. Beim Absetzen der Medikamente (Wegovy, Mounjaro & Co.) folgt dann aber zumeist eine recht schnelle erneute Gewichtszunahme.
Kein Wunder, dass derzeit versucht wird, die Konsequenzen dieses Auf und Ab der Betroffenen auf der Waage zu bewerten. Da mit dem rapiden Gewichtsverlust auch der Energie- und Zuckerstoffwechsel der Abnehmwilligen stark beeinflusst wird, wurden mehr oder minder große Befürchtungen über die Konsequenzen des Jo-Jo-Effekts geäußert. Das ging hin bis zu einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes, Ausbildung einer Fettleber, Bluthochdruck, Muskelschwund und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Klinische Studien mit Probanden dafür gibt es nicht. Doch die bisherigen Beobachtungen und die Daten aus Tierversuchen lassen die beiden dänischen Fachleute quasi Entwarnung geben. "Insgesamt stützen die derzeitigen Erkenntnisse keinen kausalen Zusammenhang zwischen Gewichtsschwankungen an sich und klinischen Schäden bei Menschen mit Adipositas. (...) Die vorliegenden Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Vorteile einer wiederkehrenden Gewichtsreduktion - wie verbesserte Stoffwechselwerte, Herz-Kreislauf-Gesundheit und Lebensqualität - die potenziellen Risiken von Gewichtsschwankungen überwiegen", schrieben die dänischen Fachleute in der Zusammenfassung ihrer Überlegungen.
Manchmal berichtete negative Auswirkungen der Gewichtsschwankungen seien eher auf Alter und andere Begleitfaktoren bei den Betroffenen zurückzuführen. "Der Versuch abzunehmen und auch dabei zu scheitern ist nicht schädlich. Aber ganz aufzugeben, das könnte schädlich sein", so die Experten.






