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Hitze - Wiener Wissenschafter: Erste Hitzewelle am gefährlichsten

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Massive Hitze gefährdet die Gesundheit der Menschen
Die erste Hitzewelle des Jahres belastet die Menschen stärker als nachfolgende. Kinder und Jugendliche sowie Senioren haben am häufigsten mit schweren Problemen zu kämpfen, die zur Alarmierung der Rettung führen. Das hat eine Auswertung der Rettungseinsätze und der meteorologischen Daten Wiens zwischen 2018 und 2021 ergeben, die Wiener Wissenschafter in "Scientific Reports" veröffentlicht haben.

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Sebastian Zeiner von der Wiener Universitätsklinik für Allgemeine Intensivmedizin und Schmerztherapie (MedUni Wien/AKH) und seine Co-Autoren, unter ihnen der Komplexitätsforscher Peter Klimek, stellen in ihrer am Freitag vorab erschienenen wissenschaftlichen Arbeit zum Ausgangspunkt ihrer Untersuchung fest: "Hitzewellen erhöhen das Erkrankungsrisiko und belasten den Rettungsdienst. Allerdings sind präklinische Daten (Informationen außerhalb der Spitäler; Anm.) aus Mitteleuropa weiterhin begrenzt."

Die Experten analysierten deshalb 934.461 Notrufereignisse der Wiener Rettung zwischen 1. Jänner 2018 und 31. Dezember 2021. Die Einsatzorte wurden mit den meteorologischen Daten (Temperatur) von 506 Messpunkten in der Bundeshauptstadt in Verbindung gebracht.

Immerhin, so die Wissenschafter, hätte beispielsweise eine bereits zuvor erfolgte Meta-Analyse von 54 wissenschaftlichen Studien aus 20 Staaten ergeben, dass extreme Hitzewellen vor allem bei Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen gravierende Folgen haben können. Dies hätte laut der Meta-Analyse zu vier bis acht Prozent mehr Krankheitslast geführt. Problematisch seien offenbar sowohl hohe Temperatur-Spitzenwerte als auch mehrere Tage dauernde Hitzewellen.

In Wien waren laut den Unterlagen der Rettung in den Sommermonaten (Juni bis August) normalerweise im Durchschnitt pro Tag 792,4 Rettungseinsätze registriert worden (Minimum: 538; Maximum: 1.014). Im Beobachtungszeitraum für die Studie war übrigens 2021 das heißeste Jahr.

Jedenfalls stellten die Wissenschafter in ihrer Analyse einen ziemlich eindeutigen Zusammenhang zwischen hohen Temperaturen und der Zahl der Einsätze fest: So brachte eine "Hitzewelle", in der die niedrigste Temperatur für zumindest zwei Tage den Wert von 20,5 Grad Celsius nicht unterschritt "die statistisch größte Steigerung der Einsatzzahlen" mit im Mittel plus 8,04 Prozent mit sich. "Die Auswirkungen verstärkten sich mit zunehmender Intensität der Hitzewelle. An den darauffolgenden Hitzewellentagen waren die Auswirkungen zwar geringer, aber ebenfalls statistisch signifikant", schrieben die Fachleute in der Fachpublikation (https://doi.org/10.1038/s41598-026-55670-y).

Maximaltemperaturen von mindestens 28 Grad Celsius an drei Tagen waren nur von plus 3,77 Prozent an Rettungseinsätzen begleitet. Eine mittlere Temperatur an drei Tagen von mehr als 23,5 Grad Celsius führte immerhin zu um 5,39 Prozent mehr Alarmierungen.

Kinder und Jugendliche von Geburt bis zum Alter von 18 Jahren hatten ein um knapp 20 Prozent erhöhtes Risiko, während einer Hitzewelle einen Rettungseinsatz zu benötigen. Bei den 76- bis 85-Jährigen lag die Häufigkeit um rund zwölf Prozent höher. Menschen im Alter zwischen 36 und 55 Jahren waren im Vergleich dazu weniger gefährdet. Frauen reagierten auf Hitzewellen geringfügig sensibler als Männer. Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und Kreislaufkollaps waren die relativ am häufigsten gestellten Diagnosen.

Ein von den Wissenschafter wohl auch aktuell für die derzeit herrschenden rekordverdächtigen Temperaturen bereits im Juni eines Jahres: "Betrachtete man die erste und nachfolgende Hitzewellen, so war die erste in jeder Sommersaison mit einem größeren Anstieg der Zahl der täglichen Rettungseinsätze verbunden." Am ersten Tag einer solchen Periode kam es zu einem Anstieg der Einsätze um 6,5 Prozent, um schließlich nach vier Tagen plus 12,9 Prozent zu erreichen.

Selbst wenn die Temperaturen fallen, die Problematik schwerer gesundheitlicher Probleme, die zur Alarmierung der Rettung führen, ist nicht so schnell vorbei. "Verzögerte Effekte gibt es bis zu fünf Tage nach dem Ende einer Hitzewelle", stellen die Wiener Fachleute fest. Die erhöhte Zahl der Notrufe geht nur langsam wieder zurück.

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